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  1. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 1
    Nene177

    Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018

    Auch 2018 ging es wieder für 4 Wochen nach Irland, allerdings einen Monat früher als in den letzten Jahren. Der Grund dafür war, dass ich im Juli nochmal für 10 Tage nach Donegal wollte und zwischen den zwei Trips mehr als 2 Wochen liegen sollten. Meine Reise ging also vom 29. April bis 28. Mai 2018 in die Counties Clare, Galway, Mayo und Donegal.

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    County Clare – Loop Head Peninsula

    Sonntag, 29. April und Montag, 30. April 2018

    Am Sonntag um 10:30 Uhr sollte mein Flug mit Germanwings von Köln/Bonn nach Dublin gehen, der Flieger war allerdings kaputt . Es wurde eine neue Maschine bereitgestellt und mit zwei Stunden Verspätung hoben wir schließlich in Richtung Dublin ab .

    Zum Glück war es bei HERTZ nicht so voll wie letztes Jahr, so dass ich 15:20 Uhr zu meinem ersten Ziel Carrigaholt auf der Loop Head Peninsula starten konnte. Da ich unbedingt zum Sonnenuntergang am Loop Head Lighthouse sein wollte, bin ich die ca. 350 km ohne Stopp durchgefahren, so dass ich 18:40 Uhr das „Glencarrig Farmhouse B&B“ etwas außerhalb des Ortes erreichte. Die Begrüßung durch Mary war sehr herzlich , so dass ich vor lauter Small Talk doch fast die Zeit vergessen hätte.

    Ich war zwar vor 11 Jahren schon einmal am Loop Head, aber ich hatte nicht mehr in Erinnerung, dass sich der Weg zum Leuchtturm so sehr zieht. Gegen 20:30 Uhr hatte ich schließlich das Loop Head Lighthouse erreicht, was für den Sonnenuntergang eigentlich schon zu spät war, trotzdem konnte ich noch ein paar schöne Fotos machen . Eine Stunde später bin ich wieder zurück zum B&B gefahren, denn für ein erstes Guinness war ich jetzt doch zu müde.

    Am Montag Früh schien die Sonne , nun sollte es doch wohl endlich mit der schon lange geplanten „Dolphin Watching Tour“ klappen. Meine bisherigen Versuche von vor 11 Jahren und mehrfach im Mai 2016 waren leider nicht von Erfolg gekrönt. Also habe ich noch vor dem Frühstück bei „Dolphinwatch Carrigaholt“ angerufen und tatsächlich eine Reservierung für die Tour heute um 14 Uhr machen können .

    Nach dem Frühstück ging es jedoch erneut erstmal zum Loop Head Lighthouse, das ich nun von Innen besichtigen wollte. Als ich 2007 hier war, war der Leuchtturm noch nicht für Publikum geöffnet; mittlerweile kann man sogar dort übernachten. Der Leuchtturm öffnete 10 Uhr und ich war auch fast pünktlich da, allerdings standen auf dem Parkplatz schon zwei Reisebusse . Damit hatte ich ja nun überhaupt nicht gerechnet, dass auf diesen engen Straßen große Reisebusse unterwegs sind. Später erzählte mir jemand, dass Reisebusse nur am Morgen zum Leuchtturm dürfen, da später ein Durchkommen schwierig werden kann, v.a. wenn auch noch Traktoren auf den Straßen sind.

    Nachdem ich also zuerst ein Stück an den südlichen Klippen entlang gelaufen bin, war ich kurz vor 11 Uhr im Leuchtturm. Zuerst habe ich mich in einer kleinen Ausstellung über die Geschichte des Leuchtturms informiert und anschließend ging es auf den 23 Meter hohen, 1854 erbauten Leuchtturm, der seit 1991 automatisch arbeitet. Sein Licht blinkt 4 mal alle 20 Sekunden und ist bis in einer Entfernung von 23 Seemeilen (ca. 42 km) zu sehen.

    Das was ich von oben gesehen hatte, wollte ich nun auch aus nächster Nähe betrachten, nämlich die fantastischen Klippen auf der Nord-West-Seite von Loop Head einschließlich beeindruckender Brandungspfeiler (Sea Stacks) . Der bekannteste dieser Brandungspfeiler ist „Lover’s Leap“ an der Spitze von Loop Head. Der Name geht auf „Cúchulainn“ zurück, den bekanntesten Krieger der irischen Mythologie. Die Legende weiß zu berichten, dass der junge Krieger von der Hexe „Mal“ durch Irland gejagt wurde. Wenn sie es nämlich schaffte, ihn zu berühren, würde sich „Cúchulainn“ in sie verlieben, was er natürlich verhindern wollte. Um der Hexe zu entkommen, sprang er auf den Sea Stack, die Hexe schaffte es aber auch hinüber. „Cúchulainn“ ist dann wieder ans Festland gesprungen, was „Mal“ jedoch nicht gelang. Sie fiel ins Meer und ihr Körper wurde am Hag’s Head (Cliffs of Moher) angespült . „Lover’s Leap“ wird aber auch „Diarmuid & Grainne's Rock“ genannt, da diese beiden Liebenden eine Nacht auf dem Felsen verbracht haben sollen.

    Da ich ja für 14 Uhr die Dolphin Watching Tour gebucht hatte, musste ich 13:15 Uhr die Klippen verlassen, allerdings mit der Gewissheit, dass ich am Abend, wenn die Sonne im Westen steht, wiederkommen würde.

    Um 14 Uhr legte die „Draíocht“ am Castle Pier in Carrigaholt ab. Der Skipper Geoff Magee würde versuchen, Delfine zu entdecken, aber natürlich hat man nie eine Garantie. An Bord waren ca. 10 Touristen, was viel Platz für alle bedeutete. Auch Bootshund „Minnie“ fühlte sich nicht eingeengt und trottete stoisch zwischen unseren Füßen herum .

    Unterwegs erfuhren wir einiges über die Loop Head Peninsula bis nach ca. einer Stunde Fahrt die ersten Delfine gesichtet wurden. Der Skipper drosselte das Tempo, aber die Delfine kamen leider nicht zum Boot. Weiter ging es nach Süd-Westen – grobe Richtung Dingle-Halbinsel -, als sich nach ca. 15 Minuten wieder Delfine zeigten, die diesmal zu uns kamen . Auch wenn es schwierig war, sie zu fotografieren, war es doch super toll, diese wilden Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen . Die Delfine begleiteten unser Boot eine Weile, bevor sie wieder in den Weiten des Meers verschwanden. Nun ging es mit einem kurzen Stopp unterhalb des „Kilcredaun Lighthouse“ (seit März 2011 außer Betrieb) zurück zum Castle Pier.

    Das Wetter war viel zu toll , als sich zum Essen in einen Pub zu setzen, also habe ich mir im „The Long Dock“-Pub Fish & Chips geholt und bin zu den „Bridges of Ross“ gefahren. Was für eine spektakuläre Brücke – leider ist nur noch eine Naturbrücke übrig, vor 100 Jahren waren es drei. Nachdem ich mein Essen verspeist hatte, bin ich zum Sonnenuntergang wieder zum Leuchtturm gefahren, wo das Abendlicht die nord-westlichen Klippen in warme Farben tauchte .

    Anschließend habe ich dann endlich mein erstes Guinness dieses Urlaubs in „Carmody's Bar“ in Carrigaholt genossen .

    Und hier sind die ersten Fotos meiner Tour http://nene177.magix.net/alle-alben/!/oa/7465885/.

  2. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 2
    greenFreddy
    Hi Nene

    toll, daß es wieder einen Reisebericht von dir gibt - freu mich!
    Die Loop Head Halbinsel ist wirklich wunderschön - war schon zweimal dort, aber große Reisebusse hab ich auch noch nie gesehen...
    Muss wohl auch mal eine Dolphin Watching Tour machen - schon toll, die Tiere so nah am Boot zu haben... erinnert mich an die Whale Watching Tour in Australien, da kamen die Wale auch bis direkt zum Boot her... unbeschreiblich... Gänsehautfeeling...
    Freu mich schon auf die Fortsetzung deines Berichts!

    Vielen Dank!

    grüne Grüße

  3. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 3
    Biby
    Huhu Nene, bin gerade nicht so oft im Forum, aber ich lese auch mit Freude mit! Danke!

  4. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 4
    Nene177
    Vielen Dank, Freddy und Biby .

  5. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 5
    Mweenish
    Hallo Nene,
    wie immer tolle Fotos und ein informativer Bericht. Freue mich auf die Fortsetzung!

  6. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 6
    Midgesalarm
    Wie schön, endlich wieder ein Bericht von dir. Und wieder sehr tolle Fotos. Ich freu mich auch schon auf die Fortsetzung.

  7. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 7
    gobshite

    Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018

    Hallo Nene, vielen Dank für den informativen Text und die tollen Bilder. Du weisst ja, ich mag Lighthousefotos. Am Loop Head gefällt es mir besonders. Einfach sich bei den Klippen hinlegen und geniessen.

  8. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 8
    Irlandentdecker
    Endlich wieder ein Bericht von Nene. Immer wieder gern gelesen und wie immer schöner Text und schöne Bilder. Danke Nene


  9. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 9
    Nene177
    Lieben Dank, Mweenish, Midgesalarm, gobshite und Irlandentdecker .

  10. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 10
    Pooka
    Hi Nene, ein wirklich schoener Bericht. Da moechte man wirklich Urlaub in Irland machen.

    take care be good

  11. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 11
    Nene177
    Danke, Pooka .

  12. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 12
    Tommy1961
    Wie immer super tolle Fotos.....Freue mich auf die Fortsetzung!

  13. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 13
    Nene177
    Vielen Dank, Tommy . Ich hoffe, diese Woche, den nächsten Teil posten zu können.

  14. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 14
    Nene177
    County Clare – Kilkee

    Dienstag, 1. Mai und Mittwoch, 2. Mai 2018

    Ohje, das Wetter am Dienstag war einfach grauselig . Es hat schon am Morgen heftig geregnet und der Wetterbericht versprach auch keine Besserung. Eigentlich wollte ich die "Kilkee Cliffs" entlang wandern, aber das konnte ich nun vergessen. Beim Frühstücken kam mir dann die Idee, einen Wellness-Tag im „Kilkee Thalassotherapy Centre“ einzulegen. Allerdings konnte ich dort niemanden für eine Terminabsprache erreichen; Mary hat dann aber Eileen, die Eigentümerin des Zentrums, auf dem Handy bekommen. Leider war heute geschlossen . Schade, das wäre der perfekte Tag dafür gewesen.

    Bei strömendem Regen, 9°C und kaum Sicht bin ich gegen 11 Uhr nach Kilrush gefahren, um ein paar Besorgungen zu machen. Den Nachmittag habe ich in der „Kilbaha Gallery“ verbracht, wo es neben tollen Kunstobjekten auch ein kleines Café gibt . Das Ganze ist ein Familienunternehmen, das von zwei super netten Frauen (Schwägerinnen) betrieben wird. Später kamen dann auch die Kinder aus der Schule, die im Café ihre Hausaufgaben machten.

    Ich hatte ja immer noch die Hoffnung, dass sich das Wetter bessern würde, aber daraus wurde nichts. Also bin ich von Kilbaha direkt zum Muscheln-Essen in „The Long Dock“ in Carrigaholt gefahren. Die Muscheln waren übrigens sehr gut . Gegen 18 Uhr war ich dann wieder im B&B und bin auch nicht mehr vor die Tür gegangen.

    Umso erfreuter war ich, als ich am Mittwoch Früh die Augen öffnete – strahlend blauer Himmel . Der Wetterbericht sagte für heute zwar Sturm und einen ständigen Wechsel von Sonne und Regen voraus, aber damit konnte man was anfangen.

    Gegen 10:30 Uhr war ich am Strand in Kilkee und musste erst einmal einen heftigen Regenguss abwarten, bevor ich mit meiner Wanderung starten konnte. Während der Wartezeit im Auto, habe ich im „Kilkee Thalassotherapy Centre“ angerufen und ein Algenbad für 18 Uhr gebucht .

    Eigentlich hatte ich vor, an einem Tag die Klippen nördlich von Kilkee enlang zu wandern, das hatte ich bereits 2007 gemacht, und an dem anderen Tag die Klippen westlich der Stadt in Angriff zu nehmen. Da ich nun nur einen Tag dafür zur Verfügung hatte und ich auch nicht durch die Gegend hetzen wollte, habe ich mich für die westlichen Klippen entschieden.

    Als die Sonne wieder raus kam, war es einfach traumhaft . Es war Ebbe und ich konnte über den hufeisenförmigen Strand direkt auf die andere Seite der Stadt laufen. Auf einer Bank habe ich dann erstmal das Wetter und die Aussicht genossen . Allerdings braute sich am Himmel schon wieder etwas zusammen, so dass ich es gerade noch ins „Diamond Rocks Cafe“ am Beginn des Klippenwegs geschafft habe. Nach einem doppelten Espresso lachte die Sonne aber schon wieder . Außerhalb des Cafés steht die Statue eines Tennisspielers, was mich überraschte; einen Golfer hätte ich hier ggf. erwartet. Wie mich dann jemand aufklärte, handelt es sich hierbei um den aus Limerick stammenden berühmten Hollywood-Schauspieler Richard Harris. Er war in seiner Jugend Racquetball-Spieler und gewann 4 x hintereinander (1948-1951) den in Kilkee ausgetragenen „Tivoli Cup“. Dieses Racquetball-Turnier wird übrigens gegen die weißen Wände am Strand gespielt.

    Die Klippen sind zwar nicht annähernd so hoch wie die Cliffs of Moher aber nicht weniger faszinierend . Dazu peitsche der kalte, heftige Wind auch noch das Meer ziemlich auf. An einer Schutzhütte auf den Klippen, führt eine Treppe an den Fuß der Klippen auf eine Art Plateau fast auf Meereshöhe. Das war ein perfekter Platz für ein Picknick, mit Blick über das Meer, auf die Klippen und die Felseninsel (sea stack) „Bishop’s Island“ im Süd-Westen . Ich beobachtete eine ganze Weile, dass sich über dem Meer wieder bedrohliche Wolken bildeten, dachte aber, sie würden nicht in meine Richtung ziehen. Da lag ich leider falsch. Ich habe schnell meine Klamotten zusammengepackt und bin die Treppe hoch in die Schutzhütte gerannt . Nach 10 Minuten war der Spuk aber wieder vorbei und es schien, als ob nichts gewesen wäre .

    Auf dem "Cliff Walk" waren nur wenige Leute unterwegs, aber gegenüber von „Bishop’s Island“ standen ein paar Fahrzeuge; die Küstenstraße führt genau hier entlang. „Bishop’s Island“ ist eine Felseninsel knapp 100 m vor der Küste. Sie ist bis 65 m hoch und das grasbewachsene Plateau hat eine Fläche von ca. 90 m x 180 m. Das Faszinierendste ist aber, dass oben drauf die Ruinen eines Klosters aus dem 6. Jahrhundert stehen . Da fragt man sich, wie die Mönche damals dahin gekommen sind . Das war nicht immer eine Insel, der Felsen wurde vielmehr in den letzten 1.000 Jahren durch die Kraft des Meeres von der Küste abgetrennt.

    Gegen 15:30 Uhr habe ich mich wieder auf den Rückweg gemacht, bin aber nochmal von einem extremen Regenguss erwischt worden. Diesmal bin ich auch nicht trocken geblieben . Die Schutzhütte war noch zu weit weg, als dass ich es rechtzeitig geschafft hätte, also habe ich mein Regencape ausgepackt. Der Sturm machte es aber fast unmöglich, das Cape überhaupt anzuziehen .

    Um 18 Uhr hatte ich ja den Termin für das Algenbad im „Kilkee Thalassotherapy Centre“ und ich schaffte es auch pünktlich. Ohhh, war das erholsam – gerne mal wieder. Im „Stella Maris Hotel“ habe ich anschließend zu Abend gegessen.

    Meinen letzten Tag auf der Loop Head Halbinsel habe ich später in „Carmody's Bar“ in Carrigaholt ausklingen lassen .

    Begleitet mich nun auf den Kilkee Cliff Walk http://nene177.magix.net/alle-alben/!/oa/7468096/.
    Geändert von Nene177 (22.03.2019 um 10:32 Uhr)

  15. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 15
    Biby
    Hach, ich liebe diese Klippen! Wie immer wunderschöne Bilder und ein kurzweiliger Bericht! Danke!

  16. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 16
    Nene177
    Danke, Biby . Ich mag diese noch nicht so überlaufene Halbinsel auch sehr .

  17. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 17
    Nene177
    County Galway – Inisheer (Inis Oírr)

    Donnerstag, 3. Mai bis Samstag, 5. Mai 2018

    Der Wetterbericht für Donnerstag war zwar richtig mies, aber eigentlich hat mich das erstmal nicht sehr gestört, da ich keine Wanderung geplant hatte. Denn heute sollte es nach „Inisheer“ gehen, und zwar per Flugzeug um 15:45 Uhr vom „Connemara Airport“ . In der Vergangenheit war ich bereits – zum Teil mehrfach - auf allen drei Aran Islands gewesen, allerdings ging es immer per Fähre rüber. Als ich vor ca. 10 Jahren auf „Inishmaan“ war, erzählte mir die alte Dame, bei der ich damals übernachtet hatte, dass sie lieber fliegt, als mit dem Boot zu fahren . Das wollte ich nun endlich auch mal ausprobieren. Dafür hatte ich mir extra eine kleine, leichte Tasche gekauft, in die ich nun Klamotten für 5 Tage packte (15 kg sind erlaubt). Außerdem hatte ich noch meinen Wanderrucksack dabei.

    Gegen 11 Uhr machte ich mich bei Regen und 10 °C auf die ca. 175 km zum „Connemara Airport“. Bis Galway verlief die Fahrt ganz entspannt, auch wenn mein NAVI mich ständig von der Autobahn runterlotsen wollte . Wie ich im Nachhinein erfahren habe, wurde die M18 erst im Jahr zuvor fertiggestellt und mein „altes“ Navi kannte die Strecke natürlich nicht. Die Fahrt durch Galway war dann etwas nervig, aber dank „altem“ Navi hat das auch prima geklappt. Achja, im „neuen“ Mietwagen war ein Navi eingebaut und auch das kannte die M18 nicht .

    Als ich durch Galway durch war, führte die Straße nah am Meer entlang, was ich allerdings auch nur auf dem Navi wahrgenommen habe. Es regnete immer noch und dazu war nun auch noch Nebel aufgezogen – vom Meer links der Straße war nichts zu sehen. Jetzt habe ich mir doch Sorgen gemacht, ob diese kleine Maschine überhaupt würde fliegen können . Ich war früh dran und wollte eigentlich in Spiddal, das ca. 12 km vor dem Flughafen liegt, eine Kleinigkeit essen, aber ich war nun so unruhig, dass ich direkt zum Flugplatz gefahren bin.

    Meine Befürchtungen sollten sich bewahrheiten – der Flug war erstmal abgesagt . Da man in Irland aber nie wirklich vorhersagen kann, wie sich das Wetter entwickelt, bestand noch Hoffnung. Es war jetzt 13:30 Uhr und gegen 17 Uhr sollte ich wieder da sein. Entweder würde die Maschine starten können oder wir würden zur Fähre gebracht. Allerdings sollte ich mein Handy im Blick behalten.

    Also ging es wieder zurück nach Spiddal, wo ich im „An Crúiscín Lán“ Hotel gegessen habe. Hier hatte ich nicht nur mein Handy im Blick, sondern auch das „Fenster zum Meer" – das Wetter wurde einfach nicht besser . Doch dann, kurz vor 16 Uhr hob sich plötzlich der Nebel von der Wasseroberfläche – nichts wie zum Auto . Auf dem Weg zum Flugplatz klingelte dann auch mein Telefon – es war der „Connemara Airport“. Jetzt ging alles ganz schnell. Außer mir waren noch sechs Männer an Bord, weshalb ich ganz nach hinten verfrachtet wurde (man wird vorher gewogen). Jippieh, 16:30 Uhr hoben wir ab und 9 Minuten später landete die kleine Rüttelkiste auf „Inisheer“ .

    Im „An Móinéar B&B“ wurde ich herzlich von Orla and Caoimhin empfangen. Dieses B&B ist übrigens eines der besten und freundlichsten, in denen ich in Irland je gewesen bin . Im „Tigh Ruairí“ (Rory’s) habe ich zu Abend gegessen und nach einem ausgedehnten Spaziergang bin ich nochmal für ein Guinness dahin zurückgegangen .

    Am Freitag hatte ich eine Inselumrundung geplant, wurde am Vormittag aber von dichtem Nebel ausgebremst. Gegen 11:30 Uhr lichtete sich der Nebel nun endlich und ich konnte mit meiner 15 km-Wanderung beginnen. Erst einmal ging es zum Pier im Norden der Insel und anschließend entgegen dem Uhrzeigersinn um „Inisheer“ herum. Die Sonne schleckte die letzten Nebelschwaden auf und es versprach ein schöner Tag zu werden . Nach einer knappen Stunde zog es leider wieder zu, allerdings blieb es trocken und auch Nebel kam nicht wieder auf. Erst ging es entlang der Straße, dann auf einem gut sichtbaren Pfad und schließlich über Geröll hinweg, was manchmal etwas mühsam war. Außer einem Farmer ist mir auf dem ganzen Weg keine Menschenseele begegnet. Ein Picknick habe ich dann mit Blick auf die „Cliffs of Moher“ beim 1857 erbauten „Leuchtturm“ an der Südspitze eingelegt .

    Weiter ging es nun Richtung Nord-Ost zum „Finnis Rock“, auf dem das verrostete Wrack der „M.V. Plassy“ liegt. Sie wurde 1941 als Dampfschiff der Royal Navy gebaut und 1947 mit einem Motor ausgerüstet und zu einem Frachtschiff umgebaut. 1951 wurde sie von der „Limerick Steamship Company Limited“ gekauft und transportiere seit dem unterschiedlichste Waren zwischen europäischen und auch afrikanischen Häfen. Am Abend des 7. März 1960 hatte die „Plassy“ mit 11 Mann Besatzung Fenit auf der Dingle-Halbinsel Richtung Galway verlassen. Sie passierte Loop Head und wollte durch die Meerenge zwischen „Inisheer“ und der Küste des Co. Clare Richtung „Black Head“ und schließlich nach Galway steuern. Zu dieser Zeit tobte in dem Gebiet ein Sturm bis Windstärke 10 aus südöstlicher Richtung, der das Schiff Richtung „Inisheer“ drückte. Die Crew wusste, dass „Finnis Rock“ sich vom Strand her noch einige Hundert Meter unter der Wasseroberfläche ins Meer erstreckte, was durch eine Boje gekennzeichnet war. Diese Boje war damals aber nicht beleuchtet und somit in der rabenschwarzen, stürmischen Nacht nicht zu sehen. Um 5:10 Uhr am 8. März 1960 lief die „M.V. Plassy“ mit einem furchterregendem Geräusch auf „Finnis Rock“ auf . Der Kiel war aufgerissen und Wasser strömte in das Schiff. Die Pumpen konnten nicht schnell genug das Wasser herausbringen; dann ging das Licht aus. Zum Glück funktionierte der Funk noch und ein S.O.S.-Signal konnte abgesetzt werden. Die Seeleute zogen ihre Rettungswesten an und der Captain gab den Befehl das Schiff zu verlassen, da die Gefahr des Kenterns oder Auseinanderbrechens bestand. Als man im Rettungsboot über der tobenden See hing, entschied der Captain allerdings zurück an Bord zu gehen, da der Versuch des Entkommens mit dem Rettungsboot noch gefährlicher zu sein schien. Die „Valentia Radio Station“ hatte den Notruf empfangen und Rettungsboote in Fenit und Kilronan (Inishmore) alarmiert. Das „Galway Bay Lifeboat“ in Kilronan war zu dem Zeitpunkt aber auf der Suche nach einem Mann um Inishbofin Island, konnte also nicht schnell an der Unglücksstelle sein . Jedoch entdeckten zwei Jungs, die bereits bei Tagesanbruch Algen an der Küste von Inisheer sammelten, das havarierte Schiff und alarmierten den „Life Saving Service“ der Insel, dem 15 Männer angehörten. Zur Ausrüstung des „Life Saving Service“ gehörte eine „Hosenboje“, die auf der Insel jedoch noch nie eingesetzt wurde. Die „Hosenboje“ musste aber erstmal zum Ort des Geschehens transportier werden, was zur damaligen Zeit ohne Autos und Pferde auf schlechten Wegen ca. eine Stunde dauerte. Zwischenzeitlich waren 60 weitere Inselbewohner zur Hilfe geeilt. An einem Seil wurde die „Hosenboje“ schließlich gegen 9 Uhr zum Schiff gefeuert. Man benötigte drei Versuche bis das Seil am Schiff befestigt werden konnte. Einer nach dem anderen wurde so mit vereinten Kräften der Männer von Inisheer an Land gebracht . Über die Jahre wurde die „M.V. Plassy“ durch Stürme und Springfluten weiter auf die Klippen geworfen, wo man sie heute noch bestaunen kann.

    Die recht entspannte Inselumrundung hatte ich um 19 Uhr am Strand vollendet. Anschließend ging es wieder ins „Tigh Ruairí“ (Rory’s) zum Essen und später noch auf zwei Guinness in den Pub des „Inis Oirr Hotel“, wo sich ein paar Insulaner zu einer Session eingefunden hatten .

    Am Samstag sollte meine Reise nach „Inishmaan" weitergehen. Da meine Fähre aber erst um 16:30 Uhr ging, hatte ich noch Gelegenheit, von 11 bis 16 Uhr bei bestem Wetter das Innere von Inisheer zu erkunden.

    Und hier ist „Inisheer" http://nene177.magix.net/alle-alben/!/oa/7469622/.
    Geändert von Nene177 (22.03.2019 um 10:23 Uhr)

  18. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 18
    Biby
    Vielen Dank für diesen lebhaften und spannenden Bericht und die klasse Fotos nicht zu vergessen!

  19. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 19
    Irlandentdecker
    Ach die Bilder, einfach toll gemacht. Die strahlen eine ich nenne es mal Wärme aus. Einfach schön anzuschauen. Wie immer top Nene.

  20. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 20
    Nene177
    Danke Euch, Biby und Irlandentdecker. Es ist immer wieder schön, wenn man nette Resonanzen bekommt .

    Übrigens ist ein Flug über „Inisheer“ Teil des Intros einer jeden „Father Ted“-Folge. Das „Father Ted House“ befindet sich allerdings auf dem Festland; da bin ich bei meiner Tour 2016 zufällig dran vorbeigekommen.


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  • gobshite10.03.2020, 20:02

    Hallo Nene177, vielen Dank für die Fortsetzung deines tollen und informativen Reiseberichts. Dieses Fest in Leo's Tavern hätte ich natürlich auch voll ausgekostet. Vielen Dank auch für die wie immer wunderschönen Fotos - du hast das Auge und das Gespür dazu!
    Ich freue mich jetzt schon darauf, wenn wir im Mai im County Donegal sind. Vielleicht frage ich dich noch nach einem Geheimtipp! Schon jetzt vielen Dank für deine Fortsetzung - ich freue mich!

  • Nene17711.03.2020, 09:50

    Danke, gobshite .

    Ich folge Euch dann im Juni nach Donegal . Gerne gebe ich natürlich weitere Tipps.

  • Toki300120.03.2020, 15:00

    Beim nächsten Aufenthalt im County könntet Du mal hier vorbeischauen:

    https://www.google.com/maps/place/Co...1!4d-7.7815282

    Das hat mir sehr gut gefallen

  • Nene17720.03.2020, 15:09

    Zitat Zitat von Toki3001 Beitrag anzeigen
    Beim nächsten Aufenthalt im County könntet Du mal hier vorbeischauen:

    https://www.google.com/maps/place/Co...1!4d-7.7815282

    Das hat mir sehr gut gefallen
    Da war ich schon einige Male, auch als es eigentlich noch ein Museum mit Tea Room war. Damals haben da gehandicapte Menschen gearbeitet. Letztes Jahr war ich nach ein paar Jahren mal wieder dort und war bzgl. der Änderungen ganz überrascht. Es hat mir aber auch sehr gut gefallen .

  • Nene17726.03.2020, 18:14

    County Donegal – Inishowen

    Montag, 16. Juli bis Mittwoch, 18. Juli 2018

    Ab Montag folgte der zweite Teil meiner „Musikreise“ ins County Donegal. Im Rahmen des „Errigal Arts Festival“ vom 7. bis 29. Juli fand zum zweiten Mal der Musik-Workshop „Home with the Henry Girls“ statt. Da ich leider weder singen noch ein Instrument spielen kann , nahm ich nur am Beiprogramm teil; allerdings bin ich eine sehr gutr Zuhörerin.

    Eigentlich brauche ich ja für das County Donegal keinen Reiseleiter, aber ich dachte, das wäre mal etwas Anderes. Wie sich allerdings herausstellte, war für die touristischen Aktivitäten weniger Zeit eingeplant als 2017; ausschließlich die Nachmittage am Dienstag und am Donnerstag waren dafür vorgesehen.

    Der Workshop fand in Malin auf der Inishowen-Halbinsel statt, wo sich die Wurzeln der „Henry Girls“ befinden. Die drei Mädels wohnen zwar nicht mehr dort, aber ihre Eltern, Tanten und weitere Verwandte leben noch immer da. Auf dem Weg von Annagry ins ca. 130 km entfernte Malin habe ich aber noch einen Stopp bei meinen Freunden in Dunfanghy eingelegt; ich musste ja von dem fantastischen Wochenende in „Leo’s Tavern“ berichten .

    Am Nachmittag kam ich im „Gallán House B&B“ in der Nähe von Malin an. Ich war schon in der Vergangenheit in diesem B&B und so war es ein herzliches Wiedersehen mit Eilish und Greta, die übrigens die Tanten der „Henry Girls“ sind. Nach einer Tasse Tee und einem Schwätzchen mit den beiden netten Ladies bin ich zum „McGrory's“ in Culdaff gefahren, wo es Abendessen geben sollte. Als ich in das Restaurant kam, waren die Workshop-Teilnehmer noch nicht da; der Workshop hatte schon heute Vormittag begonnen. Allerdings war da ein Amerikaner, den ich schon in „Leo’s Tavern“ getroffen hatte, nur wusste keiner von uns beiden, dass wir uns hier wieder treffen würden. Der Ami und eine deutsche Frau, deren Bruder am Workshop teilnahm, hatten ebenfalls nur das Beiprogramm sowie Mittag- und Abendessen gebucht.

    Nach dem Essen ging es nach Malin in „Lily’s Bar“ zur Session. Mit dabei waren dann auch die „Henry Girls“ sowie ihr Vater. Bevor ich aber in den Pub bin, habe ich erstmal im Ort Fotos geschossen. Die Abendsonne hatte den kleinen Ort in ein wunderschönes, warmes Licht getaucht und die dramatische schwarze Bewölkung tat noch ihr Übriges dazu.

    Am Dienstag konnte ich ausgedehnt frühstücken und mit Eilish und Greta quatschen, denn ich bin erst am Mittag zur Workshop-Venue in Carndonagh gefahren. Mit dem Bus sind dann alle gemeinsam zum Mittagessen zu „Nancy’s Barn“ in Ballyliffin gefahren. Das Mittagessen zog sich leider elend lang hin und so konnten wir erst gegen 14 Uhr zum „Glenveagh National Park“ aufbrechen. Schon als ich das Programm gesehen hatte, konnte ich mir kaum vorstellen, dass das klappt, denn bis zum Park braucht man 1,5 Stunden. Der Plan sah vor, dass wir eine Führung im Castle bekommen und danach noch Zeit haben, im Park umherzuschlendern und anschließend im dortigen Café zu essen. Natürlich hat das alles nicht funktioniert . Wir waren erst gegen 15:30 Uhr dort und hatten dann auch nur zwei Stunden Zeit. Ich kenne den Park zum Glück sehr gut und auch im Castle war ich schon, aber die anderen Workshop-Teilnehmer eben nicht. Ich fand das sehr schade, auch wenn das Wetter nicht gerade toll war. Auf der Rückfahrt im Bus habe ich dann zumindest einigen noch etwas über die traurige Geschichte des Parks erzählt.

    Zum Abendessen haben wir dann in Letterkenny Halt gemacht. Und einen Absacker habe ich später noch in „Mc Clean's Bar“ in Malin getrunken.

    Der Mittwoch war wieder ein kompletter Workshop-Tag. Im Gegensatz zu den anderen beiden Nicht-Workshop-Teilnehmern kannte Donegal und was noch wichtiger war, ich hatte einen Mietwagen. Somit war ich auf niemanden angewiesen. Der Wetterbericht für heute war recht gut , so dass ich beschloss, nicht zum Mittagessen, das ich ja eigentlich bezahlt hatte, zurückzufahren. Ich habe der deutschen Frau angeboten, ihr heute etwas von Inishowen zu zeigen, was sie gern annahm.

    Kurz vor 11 Uhr sind wir dann zum Ringfort „Grianán of Aileach“ gefahren, das sich auf dem 244 m hohen „Greenan Mountain“ an der Grenze zu Nordirland befindet. Es wird angenommen, dass das Ringfort, das auch „Stone Palace of the Sun“ genannt wird, aus dem 1. Jahrhundert stammt. Vom 5. bis zum 12. Jahrhundert diente es als königlicher Sitz der Ui Néills, Herrscher von Ulster. Im 12. Jahrhundert wurde die Festung zerstört und im 18. Jahrhundert wohl etwas überrestauriert, was aber meiner Faszination für diesen Ort keinen Abbruch tut . Das Ringfort hat einen Durchmesser von 23 m, die Mauern sind bis zu 3,9 m dick und 5 m hoch. Über mehrere Treppen kann man nach oben steigen und einen 360 Grad-Rundumblick genießen . Richtung Norden hat man einen fantastischen Blick über Inishowen, Lough Swilly und Lough Foyle. Bei guter Sicht erkennt man mit bloßem Auge das mehr als 30 km Luftlinie entfernte „Fanad Head Lighthouse“. Im Westen kann man die ca. 40 km entfernten Derryveagh Mountains mit dem Mount Errigal und dem Muckish Mountain erkennen und im Osten sieht man Derry.

    Anschließend ging es auf der Westseite von Inishowen Richtung Norden via Buncrana zum „Fort Dunree“, das den „Lough Swilly“ überblickt. Trotzdem, dass es eine ehemalige militärische Befestigungsanlage mit Bunkern, Geschützen und Mannschaftsquartieren ist, ist es ein total friedvoller Ort, eingebettet in eine wunderschöne Natur . Ich war im Laufe der Jahre schon einige Male hier, allerdings immer in der Nebensaison und bevor der Wild Atlantic Way größere Besucherströme auch ins County Donegal brachte. Meine Befürchtung war, dass da Busladungen von Touristen rumlaufen würden, da am Ringfort auch schon relativ viele Leute waren; dem war zum Glück nicht so .

    „Fort Dunree“ gehört zu Befestigungsanlagen, die die Briten zu Beginn des 19. Jahrhunderts an der Küste Irland’s erbaut haben, weil sie eine französische Invasion befürchteten. Auf beiden Seiten des „Lough Swilly“ wurden Forts, Signaltürme und Militärbatterien errichtet.

    Während des Ersten Weltkriegs verlegten die Briten ihre gesamte Nordatlantikflotte von „Scapa Flow“ in Schottland in den „Lough Swilly“, da dieser als strategischer und sicherer Hafen galt. Die britische Großflotte bestand aus bis zu 40 hochmodernen Schlachtschiffen sowie einer Vielzahl von Zerstörern, Flugzeugträgern und U-Booten.

    Auch nach der Gründung des Irischen Freistaats 1922 wurde „Lough Swilly“ noch von den Briten gehalten. Erst 1938 gingen die militärischen Befestigungen an „Irland“ .
    Während des Zweiten Weltkriegs waren irische Streitkräfte in „Fort Dunree“ stationiert, um eine Verletzung der irischen Neutralität durch die kriegführenden Nationen zu verhindern.

    Heute beherbergt „Fort Dunree“ auch eine Ausstellung militärischer Erinnerungsstücke und Artefakte sowie eine Reihe großer Waffen aus dem 20. Jahrhundert. In dem Museum bin ich aber noch nie gewesen; es hat zeitlich irgendwie nie gepasst. Auch heute sind wir nicht in die Ausstellung gegangen, da wir lieber noch im dazugehörigen Café etwas trinken wollten .

    Über das „Gap of Mamore“ ging es schließlich zum Abendessen ins „McGrory's“ in Culdaff.

    Um 20 Uhr sollte es heute ein Konzert junger Leute in der „Lagg Church“ geben. Da ich annahm, dass es die Kirche beim „Five Fingers Strand“ ist, habe ich mich mit dem Essen beeilt, weil ich noch gern einen Spaziergang am Strand machen wollte. Als ich dann aber bei der kleinen Kirche in den Dünen ankam, war keine Menschenseele dort . Zum Glück kam eine Frau, die mir erzählte, dass es zwei sogen. „Lagg Churches“ gibt . Diese kleine Kirche war die katholische „St. Mary’s Church“ in Lagg und die andere, größere Kirche ist die „Malin Presbyterian Church“ ebenfalls in Lagg. Da diese Kirche nur knapp 2 km entfernt war, bin ich aber trotzdem noch an den Strand gegangen.

    Nach dem wunderschönen Konzert sind alle wieder in „Lily’s Bar“ in Malin eingekehrt .

    Und hier sind die Fotos dieser drei abwechslungsreichen Tage http://nene177.magix.net/alle-alben/!/oa/7462452/.

  • Manwecaen26.03.2020, 20:03

    Hach, welch Labsal ...
    So schön, von wohl bekannten Plätzen zu lesen und zu sehen.
    Die McClean's Bar ... dort hat einer der legendärsten Pub-Abende ever stattgefunden. Mein Profil-Bild stammt übrigens von dort ...

    Danke, Nene.

  • gobshite27.03.2020, 12:38

    Wow, danke Nene für den neuen Bericht und die immer wieder atemberaubenden Bilder, die sind im jetzigen Moment echt Seelenbalsam.

  • Nene17727.03.2020, 20:37

    Lieben Dank, Euch Beiden .

  • Toki300128.03.2020, 21:25

    Zitat Zitat von Nene177 Beitrag anzeigen
    bevor der Wild Atlantic Way größere Besucherströme auch ins County Donegal brachte.
    Mittlerweile erzähle ich allen Irland-Interessierten, dass der Norden total trostlos sei. Es würde wirklich laufend regnen, gäbe nix anzuschauen, vermüllte Strände, die Leute total unfreundlich und nur alle 50km eine sauteure Tankstelle. Dazu das schlechte Essen. Und man verstünde nix, weil die so einen komischen Dialekt sprechen!

    Ok, das letzte stimmt

  • Irlandentdecker29.03.2020, 00:47

    Das ist schon gemein von dir Nene. setzt uns hier die Reiseberichte vor, garnierst das mit so tollen Bildern und das in Zeiten eines Reiseverbotes. Du bist schon mitschuld wenn wir hier gegen das Reiseverbot verstoßen und uns sofort auf den Weg zu unserer Lieblingsinsel machen.

    Aber wie immer tolle Bilder, toller Bericht

  • Schalker29.03.2020, 08:52

    Tolle Bilder Danke

    So eine virtuelle Reise statt des üblichen Frühjahraufenthalts auf der Insel.

    Aber wie planen schon für nach Corona

    Wenn schon Mist dann Optimist

  • Nene17730.03.2020, 09:49

    Danke Euch .

    Toki, dass mit den vermüllten Stränden stimmt leider auch manchmal, nämlich dann, wenn bei gutem Wetter besonders die Nordiren über so manchen fantastischen Strand im Südwesten Donegal's herfallen . Da gab es in der Vergangenheit schon schlimme Szenen. Die Locals müssen dann wieder alles aufräumen.

    Genau Schalker, die Reise, die ich für 2020 geplant habe, werde ich dann 2021 machen.

  • Nene17708.04.2020, 17:56

    County Donegal – Inishowen

    Donnerstag, 19. Juli 2018

    Am Donnerstag war für den Nachmittag wieder ein touristisches Programm beim Workshop vorgesehen, also wollte ich mich am Vormittag nicht zu weit von Malin entfernen. Ich liebe den Strand in der „Kinnagoe Bay“ und war schon einige Jahre nicht mehr dort, also nichts wie hin . Allerdings befürchtete ich, dass der Strand im Juli von Nordiren „überschwemmt“ sein könnte. Und tatsächlich, als ich die steile Straße nach unten fuhr, sah ich schon die ganzen Autos auf dem Parkplatz. Zum Glück war für mein Auto aber noch Platz. Mit den „Menschenmassen“ hat es sich dann aber doch in Grenzen gehalten, denn da man nicht mit dem Auto auf den Strand fahren kann, kommen dann doch nicht so viele und die, die da sind, halten sich im vorderen Teil des Strandes, also in der Nähe der Autos, auf. Ich bin den Strand so weit nach hinten gegangen, wie es möglich war, teilweise musste ich auch kraxeln. Hier war ich wirklich absolut allein . Obwohl der Himmel nach Regen aussah, bin ich lange hier geblieben; es blieb aber trocken. Aufgrund der auflaufenden Flut musste ich dann aber den Strand ein Stück nach vorn gehen, denn den vorletzten Strandabschnitt kann man nämlich nur bei Ebbe passieren. Fast die ganze Zeit, die ich dahinten war, war ein Boot in meiner Nähe, was ich erst nicht weiter beachtet habe. Dann realisierte ich aber, dass man vom Boot aus ein Auge auf mich hatte, auch wenn sich niemand verbal bemerkbar gemacht hat. Erst als ich den vorletzten Strand passiert hatte und ich praktisch wieder auf „sicherem Terrain“ war, ist es weitergefahren . Ich kann mir vorstellen, dass hier schon öfter mal Leute nicht mehr eigenständig zurückkamen. Es war so wunderbar hier, dass ich auch heute auf das Mittagessen verzichtet habe und lieber am Strand geblieben bin . Im Bistro in Malin habe ich dann noch rasch Fisch und Chips gegessen, bevor der geschichtliche Teil des Tages folgen sollte.

    Am Nachmittag ging es nämlich mit dem einheimischen Guide Neil McGrory zu zwei ehemaligen klösterlichen Stätten - „Clonca Monastic Site“ und „Carrowmore Monastic Site“. Als ich vor Jahren schon mal da war, musste ich ziemlich suchen, bis ich sie gefunden hatte, heute war das natürlich einfacher . Außerdem ist Neil ein absoluter Experte, was das geschichtliche Erbe Inishowen’s betrifft .

    „Clonca Monastic Site“ war seit dem 6. Jahrhundert ein bedeutendes Kloster, wovon leider nicht mehr viel übrig ist. Die kleine Kirche ersetzte im 17. Jahrhundert eine Vorgängerkirche, deren Sturz über der Tür eingebaut wurde. In der Kirche befinden sich an der Wand zwei alte Grabsteine. Das Prächtigste der „Clonca Monastic Site“ ist allerdings das fast 4 m hohe „St. Boden's Cross“ aus dem 10./11. Jahrhundert auf der Wiese neben der Kirche. Zu sehen sind auf beiden Seiten des Kreuzes verschiedene biblische Szenen sowie Ornamente. Wenige Meter neben diesem Kreuz liegt im Gras ein zweites, zerbrochenes Kreuz.

    Anschließend sind wir zur „Carrowmore Monastic Site“ gefahren. Von dieser klösterlichen Siedlung, die älter ist als „Clonca Monastic Site“ und von St. Patrick gegründet worden sein soll, sind nur noch zwei Hochkreuze und ein Bullaunstein übriggeblieben. An das eine Kreuz kamen wir aber nicht nah ran, da hier ein paar äußerst verspielte und neugierige Jungrinder rumliefen .

    Wir waren bis nach 17 Uhr unterwegs und eigentlich wäre es dann zum Abendessen gegangen, aber da das Wetter jetzt so schön war , hatte ich keine Lust in einem Restaurant meine Zeit zu verplempern. Ich habe mir ein Sandwich gekauft und bin Richtung „Malin Head“ zum „Wee House of Malin“ gefahren. Das ist eine kleine Höhle direkt an der Küste, in der vermutlich ein Eremit gelebt hat . In der Höhle sind Wunsch- und Erinnerungssteine auf einer Bank ausgelegt, einige Steine steckten sogar in den Wänden. Vor der Höhle ist die Ruine einer kleinen Kirche und davor ein Felsen, unter dem sich die „Malin Well“ befindet.

    Anschließend bin ich noch zum knapp 2 km westlich gelegenen „Malin Pier“ in der „Slievebane Bay“ gefahren, wo gerade der „Catch of the Day“ an Land gebracht wurde . Das Meer, die Küste, die gesamte Umgebung war so wunderschön und friedlich, aber vor zwei Tagen hat sich unweit von hier eine Tragödie ereignet . Ein kleines Boot mit drei Leuten war hinausgefahren und gekentert. Ein Einheimischer und sein 16-jähriger Neffe aus Derry sind dabei ums Leben gekommen. Eilish und Greta hatten mir schon davon erzählt. Der Einheimische war ein Freund der Familie; sein Vater war vor 40 Jahren in derselben Gegend beim Krabbenfischen ertrunken. Solche Tragödien zeigen einem doch immer wieder, wie faszinierend das Meer ist aber auch wie erbarmungslos es sein kann .

    Am Abend gab es dann in dem großen Zirkuszelt, dass auf dem „Malin Village Green“ aufgebaut war, ein ganz besonders Konzert der „Henry Girls“. Die drei Schwestern haben sich in die Musik der „Boswell Sisters“ verliebt. Diese waren eine erfolgreiche Jazz-Gruppe aus dem New Orleans der 1930er Jahre und ebenfalls drei Schwestern. Joleen, die jüngste Schwester der „Henry Girls“, war besonders von der Musik angetan und hat über 20 Lieder zur „The Boswell Tea Party“ neu arrangiert. Auf der Bühne waren neben den „Henry Girls“ noch weitere fantastische Musiker, die dem Ganzen einen Big Band-Charakter gaben. Was soll sich sagen – ES WAR SUPER!!!

    Und hier sind die dazugehörigen Fotos http://nene177.magix.net/alle-alben/!/oa/7462454/.

  • Nene17717.04.2020, 17:27

    Nordirland - Derry
    County Donegal – Inishowen


    Freitag, 20. Juli 2018

    Da der Wetterbericht für Freitag recht durchwachsen war – sunny spells with heavy showers – verspürte ich keine große Lust auf eine Wanderung. Außerdem erzählte mir gestern ein Paar aus Nordirland, das ich am „Wee House of Malin“ getroffen hatte, vom „Foyle Maritime Festival“ in Derry. Das hörte sich interessant und Derry mag ich sowieso .

    Auf dem Weg nach Derry ist mir dann aber bewusst geworden, dass ich wohl nicht am „Queens Quay“ parken kann , da hier immer die Stände aufgebaut sind, wenn in der Stadt etwas los ist. Das ist aber mein obligatorischer Parkplatz, wenn ich nach Derry fahre, denn in das Gewirr aus Einbahnstraßen fahre ich sehr ungern. Auf dem Weg zum „Queens Quay“ passierte ich den Supermarkt „Sainsbury’s“, der zwar einen großen Parkplatz hat, wo man aber maximal drei Stunden parken darf . Naja egal, so lange wollte ich ja sowieso nicht bleiben.

    Ich erkannte allerdings schnell, dass das mit den drei Stunden wohl schwierig werden würde . Entlang des gesamten „Quay Trail“ von „Sainsbury’s“ zur „Peace Bridge“ waren nicht nur Verkaufs- und Verköstigungsbuden aufgebaut, da waren auch alte Schiffe zu bewundern. Diese alten Schiffe habe ich zwar aufgrund der Zeitknappheit nicht besichtigt, aber an den Hochgeschwindigkeits-Clippern bin ich dann doch nicht vorbeigekommen .

    Diese Hochgeschwindigkeits-Segelboote waren am 20. August 2017 in Liverpool zur 40.000 Seemeilen langen „CLIPPER ROUND THE WORLD“-Regatta gestartet. Am kommenden Sonntag sollte die letzte Etappe beginnen, auf der die Boote entgegen des Uhrzeigersinns rund um Irland segeln. Am 28. Juli 2018 ist dann das Ziel wieder Liverpool.

    Es war toll, dass man einige Boote besichtigen konnte; ich war fast eine Stunde auf der „Great Britain“ . Ein Crew-Mitglied erklärte alles und erzählte auch ein paar Anekdoten, z.B. warum die Toilette keinen Sitz hat . Da unten ist alles so unfassbar eng, jedes bisschen Platz wird ausgenutzt. Klaustrophobie darf man in so einem Boot jedenfalls nicht haben. Und wenn man sich dann auch noch vorstellt, dass man mit dieser „Nussschale“ wochenlang auf dem offenen Meer unterwegs ist und das auch noch bei schwerer See … .

    Der Himmel wurde immer dunkler und als ich gerade über die „Peace Bridge“ auf die andere Seite des „River Foyle“ zum „Ebrington Square“ gegangen war, fing es an wie aus Kannen zu schütten . Ich habe mich in ein Restaurant gerettet und eine heiße Suppe gegessen, denn mir war kalt geworden.

    Als ich wieder bei meinem Auto ankam, hatte ich die Parkdauer zwar um fast eine Stunde überschritten, aber ein Knöllchen hatte ich nicht .

    Plötzlich kam die Sonne wieder raus und da ich noch Zeit bis zum Abendessen hatte, habe ich noch einen Abstecher nach Greencastle gemacht. Anschließend bin ich auch noch zum „Stroove Beach and Lighthouse“ gefahren, aber just als ich da kam, „ging die Welt unter" . Das hat jetzt noch schlimmer geschüttet und gestürmt, als vorhin in Derry. Sogar gehagelt hat es. Da ich wenigstens heute zum Abendessen fahren wollte, habe ich nicht gewartet bis der Regen aufgehört hat.

    Um 20 Uhr gab es heute wieder in dem Zirkuszelt auf dem „Malin Village Green“ das zweite Konzert der „Henry Girls“. Doch bevor sie ihr Repertoire spielten, waren die Workshop-Teilnehmer dran. Sie hatten in mehreren Gruppen aufgeteilt während der fünf Tage eigene Songs geschrieben, die sie heute Abend dem Publikum vorstellten. Alle waren natürlich sehr aufgeregt, aber alles klappte super .

    Die „Henry Girls“ Karen, Lorna und Joleen wurden neben einigen Gastmusikern auch noch von Familienmitgliedern unterstützt. So waren z.B. Karen’s Mann und Sohn mit auf der Bühne und ein Cousin, der blind ist, hat ein Stück aus einer Oper gesungen .

    Nach diesem tollen Konzert wollten wir natürlich den Workshop noch gebührend im Pub ausklingen lassen, bevor morgen alle auseinander gehen würden. „Lilly’s Bar“ war viel zu voll und so sind einige von uns in „Mc Clean's Bar“ gegangen, wo wir sogar noch Platz an einem Tisch fanden. Nun haben einige Workshop-Teilnehmer nochmal gezeigt, was sie draufhaben. Vor allem Bill aus Dublin war mit seiner Gitarre und seinem wunderschönen Gesang der Hammer . Nach und nach kamen die anderen Workshop-Teilnehmer dazu und auch Karen, Lorna und Joleen gesellten sich zu uns. Fotografiert habe ich hier nicht mehr – ich wollte einfach nur genießen .

    Und hier sind die Fotos zum Tag http://nene177.magix.net/alle-alben/!/oa/7462460/.

  • Manwecaen18.04.2020, 18:02

    Ja, von Derry und seinen Einbahnstraßen kann ich seit vorigem Jahr ein Lied singen ...
    Von Derry selbst nicht ... hab leider nichts gesehen davon. Aber schon so viel Gutes gehört, dass ich wohl nochmal hin muss.

  • Nene17720.04.2020, 11:17

    Zitat Zitat von Manwecaen Beitrag anzeigen
    Aber schon so viel Gutes gehört, dass ich wohl nochmal hin muss.
    Das solltest Du in der Tat mal tun .


    Ich habe übrigens bei www.parkme.com gesehen, dass man wohl für ein kleines Endgelt bei Sainsbury's jetzt auch den ganzen Tag stehen kann.

  • Nene17728.04.2020, 19:03

    County Donegal – Inishowen
    Nordirland – Magilligan Point


    Samstag, 21. Juli bis Montag, 23. Juli 2018

    Den Samstag habe ich entspannt angehen lassen. Von Eilish und Greta wusste ich, dass heute außerhalb von Carndonagh die „Inishowen Agricultural Show“ stattfand . Da ich aus der Landwirtschaft komme, hat mich das natürlich sehr interessiert. Als ich da gegen Mittag ankam, war ich doch sehr überrascht, dass es so groß war. Dort gab es Allerhand zu sehen und zu kaufen. Ich bin mehr als drei Stunden über das weitläufige Gelände geschlendert und habe mir vor allem die unterschiedlichen Tiere angesehen , die auch prämiert wurden.

    Am Nachmittag bin ich nochmal nach Malin gefahren, wo auf dem „Malin Village Green“ und im Zirkuszelt viel für Kinder geboten wurde . Ein paar Workshop-Teilnehmer waren doch noch da und auch Karen, Lorna und Joleen lagen mit der ganzen Familie im Gras. Sie baten mich, Fotos von ihnen, ihrer Mutter und den anderen drei Schwestern zu machen .

    Am frühen Abend bin ich dann zum B&B, weil ich meine Tasche packen wollte/musste. Es war leider mein letzter Tag in Donegal . Als ich dort ankam nahmen mich Eilish und Greta gleich mit der Frage in Empfang, ob ich heute Abend Lust hätte, mit Joe (Vater der „Henry Girls“) und einem Freund zu einem Konzert mit Ciarán Tourish zu fahren . Klar hatte ich da Lust darauf, Ciarán Tourish kannte ich von „ALTAN“. Das Konzert von Geiger Ciarán Tourish, Gitarrist Kevin Doherty und anderen fand in der „Christchurch“ in Buncrana statt. Das war ein sehr schöner Abschluss meiner Inishowen-Woche .

    Die letzte Übernachtung dieses Irland-Trips am Sonntag hatte ich in Skerries gebucht. Von Malin bis Skerries waren es via Lough Foyle und Belfast ca. 300 km. Nachdem ich mich von Eilish und Greta verabschiedet hatte, bin ich gegen 11 Uhr erst nach Carndonagh gefahren, um zu tanken und anschließend zur „Lough Foyle Ferry“, die zwischen Greencastle im County Donegal und Magilligan Point im County Derry verkehrt. Als ich um 12:10 Uhr auf der Fähre war und mich umschaute, bemerkte ich, dass es nicht mehr dieselbe Fähre war, wie die Jahre zuvor. Diese Fähre war etwas kleiner. Aber egal, Hauptsache sie fuhr überhaupt . Als ich sie nämlich im Juni 2017 nehmen wollte, war der Fährbetrieb eingestellt .

    Auf der anderen Seite angekommen, habe ich mich entschlossen, trotz des teilweise bedrohlich aussehenden Himmels einen letzten Strandspaziergang zu machen. Ich hatte ja Zeit. Als ich aber die ganzen Leute dort gesehen habe, ist mir wieder eingefallen, dass heute Mittag ja die letzte Etappe der „CLIPPER ROUND THE WORLD“-Regatta starten sollte. Also beschloss ich kurzerhand zu warten. Ich bin den Strand nach hinten gelaufen, hier waren auch kaum noch Leute. In den Dünen erspähte ich aber einen Mann mit einem riesigen Fernglas. Ich fragte ihn, ob er auch auf die Segelboote warten würde. Er wusste gar nichts davon, er war ein Vogelbeobachter. Ich erzählte ihm dann, dass ich in Derry war und dort die Boote gesehen hatte. Er wies mich zweimal ganz deutlich darauf hin, dass die Stadt Londonderry heißt . Da ich das Wort nicht in den Mund nehme und mich auch nicht mit dem sonst netten Menschen streiten wollte, habe ich die Nennung des Namens im weiteren Gespräch vermieden .

    Ich habe mich dann gegenüber der „Point Bar“ zu anderen Leuten auf die Mauer gesetzt und gewartet. Keiner wusste genau wann die Boote kommen würden, aber da es trocken blieb, hatten wir viel Spaß beim Warten .
    Da es immer später wurde, habe ich im B&B in Skerries angerufen. Lola meinte, dass sie heute Abend ausgehen würden und ich mir Zeit lassen könnte, sie wären so gegen 22 Uhr zurück. Das passte natürlich super .

    Kurz nach 16 Uhr waren endlich die Segel der Boote im Südwesten zu erkennen. Der Start war um 17 Uhr zwischen Greencastle und Magilligan Point, aber aufgrund der Flaute hatten die Boote ziemliche Schwierigkeiten Fahrt aufzunehmen .

    Kurz vor 18 Uhr habe ich mich schließlich auf den Weg nach Skerries gemacht. Bis kurz vor Belfast lief es auch sehr gut, aber dann gab es auf der Autobahn eine Vollsperrung wegen eines Unfalls. Na super, jetzt musste ich auch noch durch die Stadt fahren und mein Navi wollte mich immer wieder auf die Autobahn lotsen. Auf so etwas kann ich gerne verzichten .

    Trotz der Probleme in Belfast war ich schon gegen 21 Uhr in Skerries. Da ich noch Zeit und auch Hunger hatte, bin zum Inder ins „Bombay House“ gegangen. Das war echt lecker .
    Eine Stunde später habe ich im „Lolaido House“-B&B eingecheckt. Ich war zum ersten Mal in diesem B&B. Lola und ihr Mann sind super nett. Als sie hörten, dass ich zum „50th Anniversary of Leo’s Tavern“ war, wollten sie wissen, wie es gewesen ist. Als ich ihnen dann erzählte, wen ich alles gesehen habe und was ich dafür nur bezahlt hatte, waren sie fassungslos .

    Am Montag ging es mit Germanwings um 12:10 Uhr zurück nach Düsseldorf.

    Und hier sind die letzten Fotos der Reise http://nene177.magix.net/alle-alben/!/oa/7462462/.


    Das war es für 2018 .

  • gobshite28.04.2020, 21:45

    Wow - vielen Dank für den Bericht und die wie immer tollen Fotos. Es gibt einfach nichts vielseitigeres, als wenn man sich in Irland unter die Einheimischen mischt. Und: für mich gibt es auch nur Derry. Ein Stadtname ist ein Stadtname und der wird auch nicht geändert! Ich freue mich auf deine nächste Reise!

  • Manwecaen29.04.2020, 08:24

    Huch, da waren ja ganz spannende Viecher dabei ...

    Schön zu lesen, das die Fähre zwischen Greencastle und Magilligan Point wieder fährt. Die letzten beiden Male, als ich die gerne genommen hätte, fuhr sie nicht. Wenn ich mich recht erinnere war einmal das Wetter zu schlecht und ein anderes Mal fuhr sie gar nicht. Wird wohl auch um 2017 rum gewesen sein ...

  • Nene17730.04.2020, 09:58

    Vielen Dank für Eure Kommentare, gobshite und Manwecaen .

    Ja, mit den Ortsnamen ist das manchmal schwierig. Ich bin in Donegal auch schon darauf hingewiesen worden, dass das nicht NORDIRLAND heißt, sondern SIX COUNTIES . Dieser Hinweis erfolgte aber mit einem Augenzwinkern und nicht so todernst wie in den Dünen von Magilligan Point.

    Ich fand auch besonders das Geflügel bei der Agricultural Show sehr interessant. Solche Tiere hatte ich noch nie gesehen . Am meisten musste ich aber über das Bild mit den "vier Hinteransichten" lachen; die Wirkung war mir gar nicht so bewusst, als ich es „geschossen“ habe .

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