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  1. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 1
    Nene177

    Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018

    Auch 2018 ging es wieder für 4 Wochen nach Irland, allerdings einen Monat früher als in den letzten Jahren. Der Grund dafür war, dass ich im Juli nochmal für 10 Tage nach Donegal wollte und zwischen den zwei Trips mehr als 2 Wochen liegen sollten. Meine Reise ging also vom 29. April bis 28. Mai 2018 in die Counties Clare, Galway, Mayo und Donegal.

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    County Clare – Loop Head Peninsula

    Sonntag, 29. April und Montag, 30. April 2018

    Am Sonntag um 10:30 Uhr sollte mein Flug mit Germanwings von Köln/Bonn nach Dublin gehen, der Flieger war allerdings kaputt . Es wurde eine neue Maschine bereitgestellt und mit zwei Stunden Verspätung hoben wir schließlich in Richtung Dublin ab .

    Zum Glück war es bei HERTZ nicht so voll wie letztes Jahr, so dass ich 15:20 Uhr zu meinem ersten Ziel Carrigaholt auf der Loop Head Peninsula starten konnte. Da ich unbedingt zum Sonnenuntergang am Loop Head Lighthouse sein wollte, bin ich die ca. 350 km ohne Stopp durchgefahren, so dass ich 18:40 Uhr das „Glencarrig Farmhouse B&B“ etwas außerhalb des Ortes erreichte. Die Begrüßung durch Mary war sehr herzlich , so dass ich vor lauter Small Talk doch fast die Zeit vergessen hätte.

    Ich war zwar vor 11 Jahren schon einmal am Loop Head, aber ich hatte nicht mehr in Erinnerung, dass sich der Weg zum Leuchtturm so sehr zieht. Gegen 20:30 Uhr hatte ich schließlich das Loop Head Lighthouse erreicht, was für den Sonnenuntergang eigentlich schon zu spät war, trotzdem konnte ich noch ein paar schöne Fotos machen . Eine Stunde später bin ich wieder zurück zum B&B gefahren, denn für ein erstes Guinness war ich jetzt doch zu müde.

    Am Montag Früh schien die Sonne , nun sollte es doch wohl endlich mit der schon lange geplanten „Dolphin Watching Tour“ klappen. Meine bisherigen Versuche von vor 11 Jahren und mehrfach im Mai 2016 waren leider nicht von Erfolg gekrönt. Also habe ich noch vor dem Frühstück bei „Dolphinwatch Carrigaholt“ angerufen und tatsächlich eine Reservierung für die Tour heute um 14 Uhr machen können .

    Nach dem Frühstück ging es jedoch erneut erstmal zum Loop Head Lighthouse, das ich nun von Innen besichtigen wollte. Als ich 2007 hier war, war der Leuchtturm noch nicht für Publikum geöffnet; mittlerweile kann man sogar dort übernachten. Der Leuchtturm öffnete 10 Uhr und ich war auch fast pünktlich da, allerdings standen auf dem Parkplatz schon zwei Reisebusse . Damit hatte ich ja nun überhaupt nicht gerechnet, dass auf diesen engen Straßen große Reisebusse unterwegs sind. Später erzählte mir jemand, dass Reisebusse nur am Morgen zum Leuchtturm dürfen, da später ein Durchkommen schwierig werden kann, v.a. wenn auch noch Traktoren auf den Straßen sind.

    Nachdem ich also zuerst ein Stück an den südlichen Klippen entlang gelaufen bin, war ich kurz vor 11 Uhr im Leuchtturm. Zuerst habe ich mich in einer kleinen Ausstellung über die Geschichte des Leuchtturms informiert und anschließend ging es auf den 23 Meter hohen, 1854 erbauten Leuchtturm, der seit 1991 automatisch arbeitet. Sein Licht blinkt 4 mal alle 20 Sekunden und ist bis in einer Entfernung von 23 Seemeilen (ca. 42 km) zu sehen.

    Das was ich von oben gesehen hatte, wollte ich nun auch aus nächster Nähe betrachten, nämlich die fantastischen Klippen auf der Nord-West-Seite von Loop Head einschließlich beeindruckender Brandungspfeiler (Sea Stacks) . Der bekannteste dieser Brandungspfeiler ist „Lover’s Leap“ an der Spitze von Loop Head. Der Name geht auf „Cúchulainn“ zurück, den bekanntesten Krieger der irischen Mythologie. Die Legende weiß zu berichten, dass der junge Krieger von der Hexe „Mal“ durch Irland gejagt wurde. Wenn sie es nämlich schaffte, ihn zu berühren, würde sich „Cúchulainn“ in sie verlieben, was er natürlich verhindern wollte. Um der Hexe zu entkommen, sprang er auf den Sea Stack, die Hexe schaffte es aber auch hinüber. „Cúchulainn“ ist dann wieder ans Festland gesprungen, was „Mal“ jedoch nicht gelang. Sie fiel ins Meer und ihr Körper wurde am Hag’s Head (Cliffs of Moher) angespült . „Lover’s Leap“ wird aber auch „Diarmuid & Grainne's Rock“ genannt, da diese beiden Liebenden eine Nacht auf dem Felsen verbracht haben sollen.

    Da ich ja für 14 Uhr die Dolphin Watching Tour gebucht hatte, musste ich 13:15 Uhr die Klippen verlassen, allerdings mit der Gewissheit, dass ich am Abend, wenn die Sonne im Westen steht, wiederkommen würde.

    Um 14 Uhr legte die „Draíocht“ am Castle Pier in Carrigaholt ab. Der Skipper Geoff Magee würde versuchen, Delfine zu entdecken, aber natürlich hat man nie eine Garantie. An Bord waren ca. 10 Touristen, was viel Platz für alle bedeutete. Auch Bootshund „Minnie“ fühlte sich nicht eingeengt und trottete stoisch zwischen unseren Füßen herum .

    Unterwegs erfuhren wir einiges über die Loop Head Peninsula bis nach ca. einer Stunde Fahrt die ersten Delfine gesichtet wurden. Der Skipper drosselte das Tempo, aber die Delfine kamen leider nicht zum Boot. Weiter ging es nach Süd-Westen – grobe Richtung Dingle-Halbinsel -, als sich nach ca. 15 Minuten wieder Delfine zeigten, die diesmal zu uns kamen . Auch wenn es schwierig war, sie zu fotografieren, war es doch super toll, diese wilden Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen . Die Delfine begleiteten unser Boot eine Weile, bevor sie wieder in den Weiten des Meers verschwanden. Nun ging es mit einem kurzen Stopp unterhalb des „Kilcredaun Lighthouse“ (seit März 2011 außer Betrieb) zurück zum Castle Pier.

    Das Wetter war viel zu toll , als sich zum Essen in einen Pub zu setzen, also habe ich mir im „The Long Dock“-Pub Fish & Chips geholt und bin zu den „Bridges of Ross“ gefahren. Was für eine spektakuläre Brücke – leider ist nur noch eine Naturbrücke übrig, vor 100 Jahren waren es drei. Nachdem ich mein Essen verspeist hatte, bin ich zum Sonnenuntergang wieder zum Leuchtturm gefahren, wo das Abendlicht die nord-westlichen Klippen in warme Farben tauchte .

    Anschließend habe ich dann endlich mein erstes Guinness dieses Urlaubs in „Carmody's Bar“ in Carrigaholt genossen .

    Und hier sind die ersten Fotos meiner Tour http://nene177.magix.net/alle-alben/!/oa/7465885/.

  2. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 2
    greenFreddy
    Hi Nene

    toll, daß es wieder einen Reisebericht von dir gibt - freu mich!
    Die Loop Head Halbinsel ist wirklich wunderschön - war schon zweimal dort, aber große Reisebusse hab ich auch noch nie gesehen...
    Muss wohl auch mal eine Dolphin Watching Tour machen - schon toll, die Tiere so nah am Boot zu haben... erinnert mich an die Whale Watching Tour in Australien, da kamen die Wale auch bis direkt zum Boot her... unbeschreiblich... Gänsehautfeeling...
    Freu mich schon auf die Fortsetzung deines Berichts!

    Vielen Dank!

    grüne Grüße

  3. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 3
    Biby
    Huhu Nene, bin gerade nicht so oft im Forum, aber ich lese auch mit Freude mit! Danke!

  4. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 4
    Nene177
    Vielen Dank, Freddy und Biby .

  5. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 5
    Mweenish
    Hallo Nene,
    wie immer tolle Fotos und ein informativer Bericht. Freue mich auf die Fortsetzung!

  6. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 6
    Midgesalarm
    Wie schön, endlich wieder ein Bericht von dir. Und wieder sehr tolle Fotos. Ich freu mich auch schon auf die Fortsetzung.

  7. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 7
    gobshite

    Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018

    Hallo Nene, vielen Dank für den informativen Text und die tollen Bilder. Du weisst ja, ich mag Lighthousefotos. Am Loop Head gefällt es mir besonders. Einfach sich bei den Klippen hinlegen und geniessen.

  8. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 8
    Irlandentdecker
    Endlich wieder ein Bericht von Nene. Immer wieder gern gelesen und wie immer schöner Text und schöne Bilder. Danke Nene


  9. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 9
    Nene177
    Lieben Dank, Mweenish, Midgesalarm, gobshite und Irlandentdecker .

  10. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 10
    Pooka
    Hi Nene, ein wirklich schoener Bericht. Da moechte man wirklich Urlaub in Irland machen.

    take care be good

  11. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 11
    Nene177
    Danke, Pooka .

  12. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 12
    Tommy1961
    Wie immer super tolle Fotos.....Freue mich auf die Fortsetzung!

  13. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 13
    Nene177
    Vielen Dank, Tommy . Ich hoffe, diese Woche, den nächsten Teil posten zu können.

  14. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 14
    Nene177
    County Clare – Kilkee

    Dienstag, 1. Mai und Mittwoch, 2. Mai 2018

    Ohje, das Wetter am Dienstag war einfach grauselig . Es hat schon am Morgen heftig geregnet und der Wetterbericht versprach auch keine Besserung. Eigentlich wollte ich die "Kilkee Cliffs" entlang wandern, aber das konnte ich nun vergessen. Beim Frühstücken kam mir dann die Idee, einen Wellness-Tag im „Kilkee Thalassotherapy Centre“ einzulegen. Allerdings konnte ich dort niemanden für eine Terminabsprache erreichen; Mary hat dann aber Eileen, die Eigentümerin des Zentrums, auf dem Handy bekommen. Leider war heute geschlossen . Schade, das wäre der perfekte Tag dafür gewesen.

    Bei strömendem Regen, 9°C und kaum Sicht bin ich gegen 11 Uhr nach Kilrush gefahren, um ein paar Besorgungen zu machen. Den Nachmittag habe ich in der „Kilbaha Gallery“ verbracht, wo es neben tollen Kunstobjekten auch ein kleines Café gibt . Das Ganze ist ein Familienunternehmen, das von zwei super netten Frauen (Schwägerinnen) betrieben wird. Später kamen dann auch die Kinder aus der Schule, die im Café ihre Hausaufgaben machten.

    Ich hatte ja immer noch die Hoffnung, dass sich das Wetter bessern würde, aber daraus wurde nichts. Also bin ich von Kilbaha direkt zum Muscheln-Essen in „The Long Dock“ in Carrigaholt gefahren. Die Muscheln waren übrigens sehr gut . Gegen 18 Uhr war ich dann wieder im B&B und bin auch nicht mehr vor die Tür gegangen.

    Umso erfreuter war ich, als ich am Mittwoch Früh die Augen öffnete – strahlend blauer Himmel . Der Wetterbericht sagte für heute zwar Sturm und einen ständigen Wechsel von Sonne und Regen voraus, aber damit konnte man was anfangen.

    Gegen 10:30 Uhr war ich am Strand in Kilkee und musste erst einmal einen heftigen Regenguss abwarten, bevor ich mit meiner Wanderung starten konnte. Während der Wartezeit im Auto, habe ich im „Kilkee Thalassotherapy Centre“ angerufen und ein Algenbad für 18 Uhr gebucht .

    Eigentlich hatte ich vor, an einem Tag die Klippen nördlich von Kilkee enlang zu wandern, das hatte ich bereits 2007 gemacht, und an dem anderen Tag die Klippen westlich der Stadt in Angriff zu nehmen. Da ich nun nur einen Tag dafür zur Verfügung hatte und ich auch nicht durch die Gegend hetzen wollte, habe ich mich für die westlichen Klippen entschieden.

    Als die Sonne wieder raus kam, war es einfach traumhaft . Es war Ebbe und ich konnte über den hufeisenförmigen Strand direkt auf die andere Seite der Stadt laufen. Auf einer Bank habe ich dann erstmal das Wetter und die Aussicht genossen . Allerdings braute sich am Himmel schon wieder etwas zusammen, so dass ich es gerade noch ins „Diamond Rocks Cafe“ am Beginn des Klippenwegs geschafft habe. Nach einem doppelten Espresso lachte die Sonne aber schon wieder . Außerhalb des Cafés steht die Statue eines Tennisspielers, was mich überraschte; einen Golfer hätte ich hier ggf. erwartet. Wie mich dann jemand aufklärte, handelt es sich hierbei um den aus Limerick stammenden berühmten Hollywood-Schauspieler Richard Harris. Er war in seiner Jugend Racquetball-Spieler und gewann 4 x hintereinander (1948-1951) den in Kilkee ausgetragenen „Tivoli Cup“. Dieses Racquetball-Turnier wird übrigens gegen die weißen Wände am Strand gespielt.

    Die Klippen sind zwar nicht annähernd so hoch wie die Cliffs of Moher aber nicht weniger faszinierend . Dazu peitsche der kalte, heftige Wind auch noch das Meer ziemlich auf. An einer Schutzhütte auf den Klippen, führt eine Treppe an den Fuß der Klippen auf eine Art Plateau fast auf Meereshöhe. Das war ein perfekter Platz für ein Picknick, mit Blick über das Meer, auf die Klippen und die Felseninsel (sea stack) „Bishop’s Island“ im Süd-Westen . Ich beobachtete eine ganze Weile, dass sich über dem Meer wieder bedrohliche Wolken bildeten, dachte aber, sie würden nicht in meine Richtung ziehen. Da lag ich leider falsch. Ich habe schnell meine Klamotten zusammengepackt und bin die Treppe hoch in die Schutzhütte gerannt . Nach 10 Minuten war der Spuk aber wieder vorbei und es schien, als ob nichts gewesen wäre .

    Auf dem "Cliff Walk" waren nur wenige Leute unterwegs, aber gegenüber von „Bishop’s Island“ standen ein paar Fahrzeuge; die Küstenstraße führt genau hier entlang. „Bishop’s Island“ ist eine Felseninsel knapp 100 m vor der Küste. Sie ist bis 65 m hoch und das grasbewachsene Plateau hat eine Fläche von ca. 90 m x 180 m. Das Faszinierendste ist aber, dass oben drauf die Ruinen eines Klosters aus dem 6. Jahrhundert stehen . Da fragt man sich, wie die Mönche damals dahin gekommen sind . Das war nicht immer eine Insel, der Felsen wurde vielmehr in den letzten 1.000 Jahren durch die Kraft des Meeres von der Küste abgetrennt.

    Gegen 15:30 Uhr habe ich mich wieder auf den Rückweg gemacht, bin aber nochmal von einem extremen Regenguss erwischt worden. Diesmal bin ich auch nicht trocken geblieben . Die Schutzhütte war noch zu weit weg, als dass ich es rechtzeitig geschafft hätte, also habe ich mein Regencape ausgepackt. Der Sturm machte es aber fast unmöglich, das Cape überhaupt anzuziehen .

    Um 18 Uhr hatte ich ja den Termin für das Algenbad im „Kilkee Thalassotherapy Centre“ und ich schaffte es auch pünktlich. Ohhh, war das erholsam – gerne mal wieder. Im „Stella Maris Hotel“ habe ich anschließend zu Abend gegessen.

    Meinen letzten Tag auf der Loop Head Halbinsel habe ich später in „Carmody's Bar“ in Carrigaholt ausklingen lassen .

    Begleitet mich nun auf den Kilkee Cliff Walk http://nene177.magix.net/alle-alben/!/oa/7468096/.
    Geändert von Nene177 (22.03.2019 um 10:32 Uhr)

  15. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 15
    Biby
    Hach, ich liebe diese Klippen! Wie immer wunderschöne Bilder und ein kurzweiliger Bericht! Danke!

  16. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 16
    Nene177
    Danke, Biby . Ich mag diese noch nicht so überlaufene Halbinsel auch sehr .

  17. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 17
    Nene177
    County Galway – Inisheer (Inis Oírr)

    Donnerstag, 3. Mai bis Samstag, 5. Mai 2018

    Der Wetterbericht für Donnerstag war zwar richtig mies, aber eigentlich hat mich das erstmal nicht sehr gestört, da ich keine Wanderung geplant hatte. Denn heute sollte es nach „Inisheer“ gehen, und zwar per Flugzeug um 15:45 Uhr vom „Connemara Airport“ . In der Vergangenheit war ich bereits – zum Teil mehrfach - auf allen drei Aran Islands gewesen, allerdings ging es immer per Fähre rüber. Als ich vor ca. 10 Jahren auf „Inishmaan“ war, erzählte mir die alte Dame, bei der ich damals übernachtet hatte, dass sie lieber fliegt, als mit dem Boot zu fahren . Das wollte ich nun endlich auch mal ausprobieren. Dafür hatte ich mir extra eine kleine, leichte Tasche gekauft, in die ich nun Klamotten für 5 Tage packte (15 kg sind erlaubt). Außerdem hatte ich noch meinen Wanderrucksack dabei.

    Gegen 11 Uhr machte ich mich bei Regen und 10 °C auf die ca. 175 km zum „Connemara Airport“. Bis Galway verlief die Fahrt ganz entspannt, auch wenn mein NAVI mich ständig von der Autobahn runterlotsen wollte . Wie ich im Nachhinein erfahren habe, wurde die M18 erst im Jahr zuvor fertiggestellt und mein „altes“ Navi kannte die Strecke natürlich nicht. Die Fahrt durch Galway war dann etwas nervig, aber dank „altem“ Navi hat das auch prima geklappt. Achja, im „neuen“ Mietwagen war ein Navi eingebaut und auch das kannte die M18 nicht .

    Als ich durch Galway durch war, führte die Straße nah am Meer entlang, was ich allerdings auch nur auf dem Navi wahrgenommen habe. Es regnete immer noch und dazu war nun auch noch Nebel aufgezogen – vom Meer links der Straße war nichts zu sehen. Jetzt habe ich mir doch Sorgen gemacht, ob diese kleine Maschine überhaupt würde fliegen können . Ich war früh dran und wollte eigentlich in Spiddal, das ca. 12 km vor dem Flughafen liegt, eine Kleinigkeit essen, aber ich war nun so unruhig, dass ich direkt zum Flugplatz gefahren bin.

    Meine Befürchtungen sollten sich bewahrheiten – der Flug war erstmal abgesagt . Da man in Irland aber nie wirklich vorhersagen kann, wie sich das Wetter entwickelt, bestand noch Hoffnung. Es war jetzt 13:30 Uhr und gegen 17 Uhr sollte ich wieder da sein. Entweder würde die Maschine starten können oder wir würden zur Fähre gebracht. Allerdings sollte ich mein Handy im Blick behalten.

    Also ging es wieder zurück nach Spiddal, wo ich im „An Crúiscín Lán“ Hotel gegessen habe. Hier hatte ich nicht nur mein Handy im Blick, sondern auch das „Fenster zum Meer" – das Wetter wurde einfach nicht besser . Doch dann, kurz vor 16 Uhr hob sich plötzlich der Nebel von der Wasseroberfläche – nichts wie zum Auto . Auf dem Weg zum Flugplatz klingelte dann auch mein Telefon – es war der „Connemara Airport“. Jetzt ging alles ganz schnell. Außer mir waren noch sechs Männer an Bord, weshalb ich ganz nach hinten verfrachtet wurde (man wird vorher gewogen). Jippieh, 16:30 Uhr hoben wir ab und 9 Minuten später landete die kleine Rüttelkiste auf „Inisheer“ .

    Im „An Móinéar B&B“ wurde ich herzlich von Orla and Caoimhin empfangen. Dieses B&B ist übrigens eines der besten und freundlichsten, in denen ich in Irland je gewesen bin . Im „Tigh Ruairí“ (Rory’s) habe ich zu Abend gegessen und nach einem ausgedehnten Spaziergang bin ich nochmal für ein Guinness dahin zurückgegangen .

    Am Freitag hatte ich eine Inselumrundung geplant, wurde am Vormittag aber von dichtem Nebel ausgebremst. Gegen 11:30 Uhr lichtete sich der Nebel nun endlich und ich konnte mit meiner 15 km-Wanderung beginnen. Erst einmal ging es zum Pier im Norden der Insel und anschließend entgegen dem Uhrzeigersinn um „Inisheer“ herum. Die Sonne schleckte die letzten Nebelschwaden auf und es versprach ein schöner Tag zu werden . Nach einer knappen Stunde zog es leider wieder zu, allerdings blieb es trocken und auch Nebel kam nicht wieder auf. Erst ging es entlang der Straße, dann auf einem gut sichtbaren Pfad und schließlich über Geröll hinweg, was manchmal etwas mühsam war. Außer einem Farmer ist mir auf dem ganzen Weg keine Menschenseele begegnet. Ein Picknick habe ich dann mit Blick auf die „Cliffs of Moher“ beim 1857 erbauten „Leuchtturm“ an der Südspitze eingelegt .

    Weiter ging es nun Richtung Nord-Ost zum „Finnis Rock“, auf dem das verrostete Wrack der „M.V. Plassy“ liegt. Sie wurde 1941 als Dampfschiff der Royal Navy gebaut und 1947 mit einem Motor ausgerüstet und zu einem Frachtschiff umgebaut. 1951 wurde sie von der „Limerick Steamship Company Limited“ gekauft und transportiere seit dem unterschiedlichste Waren zwischen europäischen und auch afrikanischen Häfen. Am Abend des 7. März 1960 hatte die „Plassy“ mit 11 Mann Besatzung Fenit auf der Dingle-Halbinsel Richtung Galway verlassen. Sie passierte Loop Head und wollte durch die Meerenge zwischen „Inisheer“ und der Küste des Co. Clare Richtung „Black Head“ und schließlich nach Galway steuern. Zu dieser Zeit tobte in dem Gebiet ein Sturm bis Windstärke 10 aus südöstlicher Richtung, der das Schiff Richtung „Inisheer“ drückte. Die Crew wusste, dass „Finnis Rock“ sich vom Strand her noch einige Hundert Meter unter der Wasseroberfläche ins Meer erstreckte, was durch eine Boje gekennzeichnet war. Diese Boje war damals aber nicht beleuchtet und somit in der rabenschwarzen, stürmischen Nacht nicht zu sehen. Um 5:10 Uhr am 8. März 1960 lief die „M.V. Plassy“ mit einem furchterregendem Geräusch auf „Finnis Rock“ auf . Der Kiel war aufgerissen und Wasser strömte in das Schiff. Die Pumpen konnten nicht schnell genug das Wasser herausbringen; dann ging das Licht aus. Zum Glück funktionierte der Funk noch und ein S.O.S.-Signal konnte abgesetzt werden. Die Seeleute zogen ihre Rettungswesten an und der Captain gab den Befehl das Schiff zu verlassen, da die Gefahr des Kenterns oder Auseinanderbrechens bestand. Als man im Rettungsboot über der tobenden See hing, entschied der Captain allerdings zurück an Bord zu gehen, da der Versuch des Entkommens mit dem Rettungsboot noch gefährlicher zu sein schien. Die „Valentia Radio Station“ hatte den Notruf empfangen und Rettungsboote in Fenit und Kilronan (Inishmore) alarmiert. Das „Galway Bay Lifeboat“ in Kilronan war zu dem Zeitpunkt aber auf der Suche nach einem Mann um Inishbofin Island, konnte also nicht schnell an der Unglücksstelle sein . Jedoch entdeckten zwei Jungs, die bereits bei Tagesanbruch Algen an der Küste von Inisheer sammelten, das havarierte Schiff und alarmierten den „Life Saving Service“ der Insel, dem 15 Männer angehörten. Zur Ausrüstung des „Life Saving Service“ gehörte eine „Hosenboje“, die auf der Insel jedoch noch nie eingesetzt wurde. Die „Hosenboje“ musste aber erstmal zum Ort des Geschehens transportier werden, was zur damaligen Zeit ohne Autos und Pferde auf schlechten Wegen ca. eine Stunde dauerte. Zwischenzeitlich waren 60 weitere Inselbewohner zur Hilfe geeilt. An einem Seil wurde die „Hosenboje“ schließlich gegen 9 Uhr zum Schiff gefeuert. Man benötigte drei Versuche bis das Seil am Schiff befestigt werden konnte. Einer nach dem anderen wurde so mit vereinten Kräften der Männer von Inisheer an Land gebracht . Über die Jahre wurde die „M.V. Plassy“ durch Stürme und Springfluten weiter auf die Klippen geworfen, wo man sie heute noch bestaunen kann.

    Die recht entspannte Inselumrundung hatte ich um 19 Uhr am Strand vollendet. Anschließend ging es wieder ins „Tigh Ruairí“ (Rory’s) zum Essen und später noch auf zwei Guinness in den Pub des „Inis Oirr Hotel“, wo sich ein paar Insulaner zu einer Session eingefunden hatten .

    Am Samstag sollte meine Reise nach „Inishmaan" weitergehen. Da meine Fähre aber erst um 16:30 Uhr ging, hatte ich noch Gelegenheit, von 11 bis 16 Uhr bei bestem Wetter das Innere von Inisheer zu erkunden.

    Und hier ist „Inisheer" http://nene177.magix.net/alle-alben/!/oa/7469622/.
    Geändert von Nene177 (22.03.2019 um 10:23 Uhr)

  18. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 18
    Biby
    Vielen Dank für diesen lebhaften und spannenden Bericht und die klasse Fotos nicht zu vergessen!

  19. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 19
    Irlandentdecker
    Ach die Bilder, einfach toll gemacht. Die strahlen eine ich nenne es mal Wärme aus. Einfach schön anzuschauen. Wie immer top Nene.

  20. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 20
    Nene177
    Danke Euch, Biby und Irlandentdecker. Es ist immer wieder schön, wenn man nette Resonanzen bekommt .

    Übrigens ist ein Flug über „Inisheer“ Teil des Intros einer jeden „Father Ted“-Folge. Das „Father Ted House“ befindet sich allerdings auf dem Festland; da bin ich bei meiner Tour 2016 zufällig dran vorbeigekommen.


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  • Irlandentdecker13.12.2019, 11:22

    Das Krokodil soll nur darauf hinweisen, daß dieser Bach von "Lacoste" gepflegt wird.

    Toll, daß es wieder weiter geht. Schöne Bilder wie immer bei Nene. Nene´s Berichte sind immer des Lesens wert.

  • Nene17713.12.2019, 14:38

    Zitat Zitat von Manwecaen Beitrag anzeigen
    Der Stein im Bach zwischen den Bäumen (rechts) hat für mich im ersten Moment wie der Kopf eines Krokodils (oder einer großen Echse) ausgeschaut ... ist wohl meine Fantasie mit mir durchgegangen ...
    Du hast im Gegensatz zu mir unvoreingenommen auf das Bild geschaut. Ich wusste ja was ich fotografiert bzw. nicht fotografiert hatte .


    Danke, Irlandentdecker . Im nächsten Teil ist dann einiges dabei, das Du kennst .

  • Nene17720.12.2019, 10:58

    County Donegal – Killybegs, Magheraclogher Beach, Dunlewey, Carrickfinn Beach

    Sonntag, 20. Mai bis Dienstag, 22. Mai 2018

    Am Sonntag war das Wetter eine Katastrophe . Ein Blick in meine verschiedenen Wetter-Apps sagte auch keine wirkliche Besserung voraus, allerdings schien es im Westen Donegal’s ein wenig besser zu sein. Also habe ich mich gegen 11 Uhr auf nach Killybegs gemacht. Ich hatte die Hoffnung, dass es da zumindest nicht mehr regnen würde und sich vielleicht sogar ein Abstecher zu den „Slieve League Cliffs“ anbieten könnte. Leider war dem nicht so . In leichtem Nieselregen bin ich am Hafen von Killybegs entlang geschlendert und habe mir die Schiffe angesehen. Dort lag gerade auch das Kreuzfahrtschiff „Queen Victoria“. „Killybegs Harbour“ ist ein natürlicher Tiefwasserhafen mit einer Wassertiefe von 12 m während einer Niedrigwasser Spring Tide (Springniedrigwasser). Seine Lage in diesem fjordähnlichen Meeresarm macht ihn zu einem der sichersten und geschütztesten Tiefwasserhäfen an der irischen Küste.

    Als der Regen heftiger wurde, bin ich zum Essen in die „Station 59“-Bar im Tara Hotel gegangen. Hier war es leider brechend voll und vor mir standen noch einige Leute, die auf einen Tisch warteten. Das konnte also noch dauern und wenn man dazu auch noch allein einkehrt, wartet man ggf. noch länger . Vor mir stand aber ein nettes amerikanisches Ehepaar mit denen ich ins Gespräch kam. Schließlich haben wir gemeinsam einen Tisch am Fenster zum Hafen zugewiesen bekommen . Sie erzählten mir, dass sie mit dem Kreuzfahrtschiff unterwegs waren und eigentlich auch dort verköstigt werden. Sie ziehen es aber vor, in den Anlegeorten in Restaurants zu gehen und auch dort ein wenig Geld auszugeben .

    Am Nachmittag riefen mich dann meine Freunde aus Dunfanghy an, die ja wussten, dass ich in Donegal war, und luden mich für 19 Uhr zum Essen ein . Da es von Killybegs nach Dunfanghy 90 km sind, habe ich mich gegen 17 Uhr auf den Weg gemacht.

    Als ich am Montag früh aufwachte, habe ich mich hundsmiserabel gefühlt . Mich hatte nun zu allem Übel doch eine Erkältung erwischt. Zum Glück war das Wetter nicht berauschend, was die Entscheidung, nach dem Frühstück wieder ins Bett zu gehen, erleichterte.

    Gegen 17 Uhr kam die Sonne raus und da ich mich besser fühlte und gegen einen Spaziergang an der frischen Luft nichts einzuwenden war, bin ich zum „Maheraclogher Beach“ gefahren. Ich wollte ja sowieso checken, ob „Eddie‘s Boot“ noch existiert bzw. in welcher Verfassung das Wrack in diesem Jahr ist. Dazu kam auch noch, dass gerade Ebbe war und man dann ziemlich weit entlang der Fahrrinne laufen kann. In den zwei Stunden, in denen ich dort war, wurden das Wetter, das Licht und die Aussicht immer besser .

    Anschließend bin ich noch zum wenige Kilometer entfernten Ferienhaus von Forumer „Irlandentdecker“ und seiner Frau gefahren, die am Nachmittag hier angekommen waren. Die Beiden haben gerade Essen zubereitet, wozu sie mich freundlicherweise einluden .

    Am Dienstag Nachmittag wollte ich den Beiden gerne einen meiner Lieblingsplätze zwischen „Mount Errigal“ und „Poison Glen“ zeigen, der etwas „off the beaten track“ liegt. Da ich früher dran war, habe ich noch oberhalb des „Dunlewey Lough“ Fotos vom „Poison Glen“ gemacht. Wir waren anschließend gemeinsam an der Ruine der „Old Dunlewey Church“, von wo aus es nicht weit zu eben jenem erwähnten Lieblingsplatz ist. Dazu mussten wir über eine Mauer steigen, um auf das in einem kleinen Wäldchen gelegene „Dunlewey Estate“ zu gelangen. Dieses Grundstück, dass übrigens der Guinness Familie gehört, darf man betreten, man muss es nur wissen . Das große rote Haus, das auch vom See aus zu sehen ist, ist von außen leider ziemlich runtergekommen, allerdings werden wohl nach und nach Ausbesserungen vorgenommen. Die meisten Besucher gehen nur bis zum roten Haus, folgt man dem Weg aber weiter in das Wäldchen hinein, kommt man zur Ruine eines alten Cottages mit moosbewachsenem Brunnen. Ich liebe diesen Ort und habe in den letzten 10 Jahren schon viel Zeit dort verbracht . Als wir wieder zurückgegangen sind, brach plötzlich vor uns aus dem Dickicht ein Rothirsch hervor . Es war entweder ein Jungtier oder eine Hirschkuh, jedenfalls ging es viel zu schnell, um ein Foto zu schießen. Bevor wir das „Dunlewey Estate“ wieder verlassen haben, sind wir noch am See entlang geschlendert.

    Mittlerweile war es 17 Uhr durch und das Wetter war immer besser geworden. Das Gelb des überall blühenden Ginsters glühte regelrecht in der Sonne . Es gibt da noch eine kleine, von Ginster umgebene Brücke, die sich heute bei dem Sonnenschein besonders fürs Fotografieren anbot. Außerdem war der Sonnenstand um diese Uhrzeit auch perfekt, um Fotos vom „Poison Glen“ zu machen. Da wir einmal beim Fotografieren waren, sind wir noch zur Brücke gefahren, die zwischen dem „Dunlewey Lough“ und dem „Lough Nacung Upper“ verläuft, da man von hier ebenfalls einen schönen Blick auf den „Mount Errigal“ hat.

    Zum Abendessen sollte es eigentlich in „Leo’s Tavern“ gehen, aber da gab es heute leider keine warme Küche. Also sind wir zum „Caisleáin Óir“-Hotel in Annagry gefahren, wo das Essen auch recht gut war . Da wir uns nach dem Essen noch die Beine vertreten wollten, ging es zum Abschluss des Tages noch zum 4 km entfernten „Carrickfinn Beach“.

    Hier sind die Fotos der letzten drei Tage http://nene177.magix.net/alle-alben/!/oa/7492145/.

  • greenFreddy20.12.2019, 11:45

    Wunderschöne Fotos, Nene!
    Erinnere mich gerade an den Urlaub 2013 zurück als ich auch in der Gegend unterwegs war... beim Poison Glen hats damals (im März) geschneit... Brrrrr....

  • Nene17720.12.2019, 11:57

    Vielen Dank, Freddy .

    Ich muss unbedingt mal wieder tiefer ins Poison Glen hineingehen. Dafür sollte es allerdings nicht zu nass sein, es ist nämlich stellenweise recht moorig. Hält man sich aber von der kleinen Brücke her kommend auf der linken Seite, ist es ganz okay.

  • Gaillimh20.12.2019, 17:34

    Oh ja, County Donegal - Immer einen Besuch wert.

    Erinnere mich gerne an eine Fahrt über das Mamore Gap vor einigen Jahren.
    Hier ein Video, das die wunderschöne Gegend treffend herüberbringt.

    Inishowen Road Trip - Mamore to Isle of Doagh



    *G*

  • Irlandentdecker20.12.2019, 19:16

    Danke für den schönen Bericht. Schöne Bilder.
    Das Essen hat dir wohl geschmeckt wenn du es erwähnst. Wenn ich mich noch richtig erinnere gab es ein echtes Irisches Essen: Spaghetti Bolognese

    Waren einige schöne Tage mit dir und Forumer Flowerpower26.

    Leider sieht man sich nächstes Jahr nicht in Irland, da wir ein Jahr pausieren müssen.

  • Manwecaen21.12.2019, 01:06

    Den ganzen lieben langen Tag freue ich mich schon auf die Lektüre dieser Episode, wusste ich doch aufgrund des Titels, das es in eine meiner Lieblingsgegenden gehen würde. Hab erst jetzt Zeit gefunden.
    Ich werde wohl von Donegal träumen heute Nacht.

    Einfach schön zu Lesen und zu Schauen. Danke, Nene


  • Nene17721.12.2019, 23:25

    Ich danke Euch für die netten Kommentare .

    Den Song "Poison Glen" liebe ich . Wenn ich in Irland bin, habe ich immer 6-8 selbstgebrannte CDs mit Songs von irischen Bands dabei. Wenn eine CD abgelaufen ist, greife ich eine andere und tue sie in den CD-Spieler, ohne zu wissen, welche Songs kommen. Eines Tages war ich auf der R251 unterwegs als der Song exakt in dem Moment anfing, als das "Poison Glen" in Sichtweite kam. Mir lief es eiskalt den Rücken herunter .

    Ich war ja nun schon bei vielen Konzerten von CLANNAD bzw. Moya mit ihrer Soloband, aber den Song habe ich bisher erst zweimal live gehört. Wenn ich eine Setlist für ein CLANNAD-Konzert zusammenstellen könnte, wäre "Poison Glen" mit Sicherheit dabei.

  • Nene17721.01.2020, 14:06

    County Donegal – Drumnatinny Beach, Magheraroarty Beach, Gola Island

    Mittwoch, 23. Mai bis Montag, 28. Mai 2018

    Ich habe mich ja schon seit einigen Tagen nicht wirklich wohl gefühlt, aber am Mittwoch ging dann leider gar nichts mehr . Nach dem Frühstück bin ich wieder ins Bett gegangen und bin auch den ganzen Tag nicht mehr aufgestanden . Mary kam zwischendurch einige Male in mein Zimmer und hat mir Tee, heiße Zitrone bzw. Suppe gebracht .

    Auch am Donnerstag war ich fast den ganzen Tag im Bett . Obwohl es stark bewölkt war, bin ich am Abend aber noch zum „Drumnatinny Beach“ in Falcarragh gefahren, um mir die Füße zu vertreten. Allerdings war ich einerseits nicht fit genug, um den kompletten Strand wie schon oft abzulaufen, und andererseits konnte es jeden Moment einen heftigen Regenguss geben. Ich bin aber noch zum alten Pier in Falcarragh gefahren, wo gerade vier einheimische 16-Jährige nicht nur den Abend genossen haben . Ich habe mich mit den Jungs dann total verquatscht – einer konnte ein wenig deutsch -, so dass ich mit etwas Verspätung in „Leo’s Tavern“ in Crolly ankam. Hier fand heute ein kleines Forum-Treffen mit Irlandentdecker und Frau, flowerpower26 und Familie und mir statt. Es war ein sehr netter Abend , wo wir uns über alles Mögliche – aber natürlich besonders über Irland – unterhalten haben.

    Der Wetterbericht für Freitag war gut und mein Plan war eigentlich, einen Ausflug nach „Gola Island“ zu machen, aber ich fühlte mich noch immer nicht wohl. Also habe ich mich gegen Mittag in den Liegestuhl vorm Haus gesetzt, wo es windgeschützt war . Jetzt hatte ich mal Zeit zum Lesen, die ich mir sonst nur selten nehme.

    Am Nachmittag bin ich zu meinen Freunden nach Dunfanaghy gefahren, um mich zu verabschieden . Als ich gegen 20 Uhr auf dem Rückweg nach Annagry war, bin ich noch kurzentschlossen zum „Magheraroarty Beach“ gefahren, um dort den Sonnenuntergang zu genießen. Über dem Meer war zwar zeitweise blauer Himmel aber über das Festland zog eine kompakte, tiefhängende Wolkendecke, die dem Sonnenuntergangsszenario allerdings eine ganz besondere Stimmung verlieh . Ich war so fasziniert, dass ich zwei Stunden am Strand geblieben bin – zum Glück hat es nicht geregnet und es war auch nicht sehr windig.

    Der Samstag war mein letzter Tag in Donegal . Ich fühlte mich zwar immer noch nicht wirklich fit, aber der Wetterbericht war gut und so bin ich 10:30 Uhr zum Pier in Magheragallan (Derrybeg) gefahren.

    Von hier ging um 11 Uhr die Fähre nach „Gola Island“. Da ich erst um 18 Uhr wieder zurückfahren wollte und somit fast sieben Stunden Zeit hatte, bin ich meine geplante Inselumrundung recht entspannt angegangen. Die Insel ist etwa 1,5 km x 2 km groß, wobei der Westen der Insel in zwei Teile „geteilt“ ist, woher auch der Name der Insel Gabhla (Gola) = forked island rührt.

    Zwischen 1970 und 2000 war die Insel unbewohnt, aber seitdem sind einige Häuser wieder renoviert bzw. neue Häuser gebaut worden. Im Jahr 2011 wurden 15 Einwohner gezählt, wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass die tatsächlich ganzjährig dort leben . Allerdings ist der Pier in Magheragallan auch nur 2 km entfernt. Durch die boomende Fischindustrie zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten auf dieser kleinen Insel bis zu 250 Menschen. In den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts gingen 70 Kinder in die Inselschule .

    Die Häuser befinden sich alle im südöstlichen Teil der Insel, den ich erstmal links liegen ließ. Zuerst bin ich auf die Nordseite der Insel gewandert und von hier ging es entgegen dem Uhrzeigersinn weiter. Die Klippen von Gola Island sind nicht sehr hoch, allerdings ist die Insel ein Paradies für Kletterer . Als ich vor Jahren schon mal hier war, habe ich viele Kletterer gesehen, aber heute war niemand da. Je länger ich unterwegs war, desto schlapper fühlte ich mich. Dazu kam wieder einmal ein eisiger Wind, der meinem Körper noch zusätzlich Energie entzog. Als ich schließlich am Strand und am See in der Mitte der Insel ankam und damit in der Nähe eines befestigten Weges war, habe ich entschieden, bereits die Fähre um 15 Uhr zu nehmen . Ich fand das super schade, aber ich hätte den Rest der Insel nicht so genießen können, wie wenn ich absolut fit gewesen wäre.

    Vorbei an Ruinen sowie renovierten und neugebauten Häusern bin ich Richtung Pier geschlendert. Am „Children’s Graveyard" (Reilig na bPáistí), auf dem in der Vergangenheit totgeborene und ungetaufte Babys begraben wurden, habe ich kurz innegehalten . Solche sogenannten „Cilliní“ findet man überall in Irland.

    Als ich gegen 16 Uhr wieder im B&B war, habe ich mit Mary und Connie Kaffee/Tee getrunken und anschließend im Liegestuhl relaxt. Am Abend bin ich noch zu einem Konzert mit verschiedenen Chören ins „Gweedore Theatre“ gegangen, wo ich einige bekannte Gesichter getroffen habe .

    Natürlich habe ich mich anschließend auch noch in „Leo’s Tavern“ von den „üblichen Verdächtigen“ verabschiedet .

    Am Sonntag bin ich gegen Mittag nach Skerries aufgebrochen, wo ich meine letzte Nacht im „Lolaido House" etwas außerhalb des Ortes verbrachte.

    Der Rückflug am Montag mit Germanwings nach Köln hat zwar mit über einer Stunde Verspätung abgehoben, aber ansonsten war der Flug angenehm.

    Hier sind die letzten Fotos aus Donegal http://nene177.magix.net/alle-alben/!/oa/7494991/.

  • Manwecaen21.01.2020, 20:10

    Ach Nene, wie schön es doch in Donegal ist

    Ist natürlich Pech, wenn man angeschlagen ist im Urlaub. Aber das wärest nicht du, wenn du nicht das beste draus gemacht hättest.

    Solche Cillini kenne ich auch an verschiedenen Orten. Kennst du die auf Achill Island, am nordöstlichen Rand des Golden Strand bei Dugort? Am allerletzten Zipfel der Landzunge. Lt. Google Maps heißt's dort Caraun Point. Wunderschön dort. Hab da schon zweimal nahezu magische Stunden bei Sonnenuntergang verbracht.

    Vielen Dank für deinen Bericht und das du uns wieder mitgenommen hast und für die großartigen Fotos.

  • greenFreddy21.01.2020, 22:10

    Sehr schöner Abschluss deiner Reise, Nene! Vielen Dank!

  • Nene17728.01.2020, 10:34

    Danke, Manwecaen und Freddy .

    Bei den Cillini auf Achill war ich noch nicht, aber im Mai bin ich wieder auf Achill Insel, dann stehen sie auf meiner Agenda. Danke für Deine Beschreibung. René Böll hat übrigens vor einigen Jahren eine Ausstellung zu den Cillini auf Achill gemacht.
    Ich kenne aber mehrere Cillini in Donegal und in Connemara. Der Film zu dem "Kinderfriedhof" am Carrickfinn Beach ist sehr bewegend.

  • Manwecaen28.01.2020, 16:38

    Ah ... sehr schön. Wann bist denn im Mai oben? Ich werde nämlich auch im Mai (Mitte/Ende) auf der Grünen Insel sein. Vermutlich im Westen (eher Südwesten bis vielleicht Galway raus). Noch nicht so fix aber das schwebt mir so vor

  • Nene17728.01.2020, 17:47

    Zitat Zitat von Manwecaen Beitrag anzeigen
    Ah ... sehr schön. Wann bist denn im Mai oben? Ich werde nämlich auch im Mai (Mitte/Ende) auf der Grünen Insel sein. Vermutlich im Westen (eher Südwesten bis vielleicht Galway raus). Noch nicht so fix aber das schwebt mir so vor
    Ab 24. Mai bin ich vier Tage auf Achill und anschließend vier Tage auf Clare Island, danach geht's nach Donegal .

  • Toki300128.01.2020, 19:52

    Zitat Zitat von Nene177 Beitrag anzeigen
    Wir waren anschließend gemeinsam an der Ruine der „Old Dunlewey Church“, von wo aus es nicht weit zu eben jenem erwähnten Lieblingsplatz ist. Dazu mussten wir über eine Mauer steigen, um auf das in einem kleinen Wäldchen gelegene „Dunlewey Estate“ zu gelangen. Dieses Grundstück, dass übrigens der Guinness Familie gehört, darf man betreten, man muss es nur wissen . D
    In Dunlewey hatte ich mal ein Ferienhaus und konnte jeden Tag den Blick auf die Ruine der Kirche und das Tal genießen. Wenn die Schatten der Wolken über die Hänge huschen und Nebelfetzen über der Ruine hängen...das ist schon eine tolle Stimmung.

    Vom "Dunlewey Estate" wusste ich leider nichts (bzw. nur, das es das gibt), hat mir auch niemand erzählt. (Gut, das könnte daran liegen, dass ich auch nicht sehr kommunikativ bin ).

    Wenn ich mal wieder in der Gegend bin, werde ich dem Estate mal einen Besuch abstatten.

    Bist Du schon mal vom Lough Beagh nach Dunlewey gelaufen? Einer der Busfahrer im Glenveagh Park hat mir erzählt, dass dies möglich sein. Er meint, der Weg sei nicht gut zu erkennen "hard to find", aber den gäbe es. Geht durch das Poisoned Glen und sei total schön, wenn das Wetter gut sei.

  • Irlandentdecker29.01.2020, 07:51

    Auch auf die Gefahr hin, daß ich mich wiederhole, schöne Berichte und die passenden Bilder, einfach toll. Beim lesen deiner Berichte erlebt man die gemeinsamen Tage in Gedanken nochmal.

  • Nene17729.01.2020, 10:26

    Zitat Zitat von Toki3001 Beitrag anzeigen
    In Dunlewey hatte ich mal ein Ferienhaus und konnte jeden Tag den Blick auf die Ruine der Kirche und das Tal genießen. Wenn die Schatten der Wolken über die Hänge huschen und Nebelfetzen über der Ruine hängen...das ist schon eine tolle Stimmung.
    Das hört sich super an .


    Zitat Zitat von Toki3001 Beitrag anzeigen
    Bist Du schon mal vom Lough Beagh nach Dunlewey gelaufen? Einer der Busfahrer im Glenveagh Park hat mir erzählt, dass dies möglich sein. Er meint, der Weg sei nicht gut zu erkennen "hard to find", aber den gäbe es. Geht durch das Poisoned Glen und sei total schön, wenn das Wetter gut sei.
    Vor einigen Jahren habe ich mal eine geführte Wanderung mitgemacht. Wir sind vom Glenveagh National Park mit dem Shuttle-Bus zum Hintereingang des Parks gefahren worden. Der Bus hat uns auf der R254 ein Stück Richtung Lough Barra rausgelassen. Es ging dann querfeldein zu einer Tür im "Deer Fence" - die hätte ich allein nicht gefunden. Von hier sind wir dann zum "Gipfel" des "Poison Glen" gewandert und dann ging es auf der Nordseite vom Glen nach unten. Die Wanderung ist aber nicht ohne - der Torfboden macht es recht schwierig. Man muss auch höllisch auf die Löcher im Boden aufpassen. Na und zum Schluß mussten wir auch noch über einen größeren Bach.


    Zitat Zitat von Irlandentdecker Beitrag anzeigen
    Auch auf die Gefahr hin, daß ich mich wiederhole, schöne Berichte und die passenden Bilder, einfach toll. Beim lesen deiner Berichte erlebt man die gemeinsamen Tage in Gedanken nochmal.

  • Alex7408.02.2020, 21:16

    Wunderschönes Lied..Gänsehaut..danke dafür

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