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  1. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 101
    gobshite
    Hallo Nene177, vielen Dank für die Fortsetzung deines tollen und informativen Reiseberichts. Dieses Fest in Leo's Tavern hätte ich natürlich auch voll ausgekostet. Vielen Dank auch für die wie immer wunderschönen Fotos - du hast das Auge und das Gespür dazu!
    Ich freue mich jetzt schon darauf, wenn wir im Mai im County Donegal sind. Vielleicht frage ich dich noch nach einem Geheimtipp! Schon jetzt vielen Dank für deine Fortsetzung - ich freue mich!

  2. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 102
    Nene177
    Danke, gobshite .

    Ich folge Euch dann im Juni nach Donegal . Gerne gebe ich natürlich weitere Tipps.

  3. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 103
    Toki3001
    Beim nächsten Aufenthalt im County könntet Du mal hier vorbeischauen:

    https://www.google.com/maps/place/Co...1!4d-7.7815282

    Das hat mir sehr gut gefallen

  4. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 104
    Nene177
    Zitat Zitat von Toki3001 Beitrag anzeigen
    Beim nächsten Aufenthalt im County könntet Du mal hier vorbeischauen:

    https://www.google.com/maps/place/Co...1!4d-7.7815282

    Das hat mir sehr gut gefallen
    Da war ich schon einige Male, auch als es eigentlich noch ein Museum mit Tea Room war. Damals haben da gehandicapte Menschen gearbeitet. Letztes Jahr war ich nach ein paar Jahren mal wieder dort und war bzgl. der Änderungen ganz überrascht. Es hat mir aber auch sehr gut gefallen .

  5. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 105
    Nene177
    County Donegal – Inishowen

    Montag, 16. Juli bis Mittwoch, 18. Juli 2018

    Ab Montag folgte der zweite Teil meiner „Musikreise“ ins County Donegal. Im Rahmen des „Errigal Arts Festival“ vom 7. bis 29. Juli fand zum zweiten Mal der Musik-Workshop „Home with the Henry Girls“ statt. Da ich leider weder singen noch ein Instrument spielen kann , nahm ich nur am Beiprogramm teil; allerdings bin ich eine sehr gutr Zuhörerin.

    Eigentlich brauche ich ja für das County Donegal keinen Reiseleiter, aber ich dachte, das wäre mal etwas Anderes. Wie sich allerdings herausstellte, war für die touristischen Aktivitäten weniger Zeit eingeplant als 2017; ausschließlich die Nachmittage am Dienstag und am Donnerstag waren dafür vorgesehen.

    Der Workshop fand in Malin auf der Inishowen-Halbinsel statt, wo sich die Wurzeln der „Henry Girls“ befinden. Die drei Mädels wohnen zwar nicht mehr dort, aber ihre Eltern, Tanten und weitere Verwandte leben noch immer da. Auf dem Weg von Annagry ins ca. 130 km entfernte Malin habe ich aber noch einen Stopp bei meinen Freunden in Dunfanghy eingelegt; ich musste ja von dem fantastischen Wochenende in „Leo’s Tavern“ berichten .

    Am Nachmittag kam ich im „Gallán House B&B“ in der Nähe von Malin an. Ich war schon in der Vergangenheit in diesem B&B und so war es ein herzliches Wiedersehen mit Eilish und Greta, die übrigens die Tanten der „Henry Girls“ sind. Nach einer Tasse Tee und einem Schwätzchen mit den beiden netten Ladies bin ich zum „McGrory's“ in Culdaff gefahren, wo es Abendessen geben sollte. Als ich in das Restaurant kam, waren die Workshop-Teilnehmer noch nicht da; der Workshop hatte schon heute Vormittag begonnen. Allerdings war da ein Amerikaner, den ich schon in „Leo’s Tavern“ getroffen hatte, nur wusste keiner von uns beiden, dass wir uns hier wieder treffen würden. Der Ami und eine deutsche Frau, deren Bruder am Workshop teilnahm, hatten ebenfalls nur das Beiprogramm sowie Mittag- und Abendessen gebucht.

    Nach dem Essen ging es nach Malin in „Lily’s Bar“ zur Session. Mit dabei waren dann auch die „Henry Girls“ sowie ihr Vater. Bevor ich aber in den Pub bin, habe ich erstmal im Ort Fotos geschossen. Die Abendsonne hatte den kleinen Ort in ein wunderschönes, warmes Licht getaucht und die dramatische schwarze Bewölkung tat noch ihr Übriges dazu.

    Am Dienstag konnte ich ausgedehnt frühstücken und mit Eilish und Greta quatschen, denn ich bin erst am Mittag zur Workshop-Venue in Carndonagh gefahren. Mit dem Bus sind dann alle gemeinsam zum Mittagessen zu „Nancy’s Barn“ in Ballyliffin gefahren. Das Mittagessen zog sich leider elend lang hin und so konnten wir erst gegen 14 Uhr zum „Glenveagh National Park“ aufbrechen. Schon als ich das Programm gesehen hatte, konnte ich mir kaum vorstellen, dass das klappt, denn bis zum Park braucht man 1,5 Stunden. Der Plan sah vor, dass wir eine Führung im Castle bekommen und danach noch Zeit haben, im Park umherzuschlendern und anschließend im dortigen Café zu essen. Natürlich hat das alles nicht funktioniert . Wir waren erst gegen 15:30 Uhr dort und hatten dann auch nur zwei Stunden Zeit. Ich kenne den Park zum Glück sehr gut und auch im Castle war ich schon, aber die anderen Workshop-Teilnehmer eben nicht. Ich fand das sehr schade, auch wenn das Wetter nicht gerade toll war. Auf der Rückfahrt im Bus habe ich dann zumindest einigen noch etwas über die traurige Geschichte des Parks erzählt.

    Zum Abendessen haben wir dann in Letterkenny Halt gemacht. Und einen Absacker habe ich später noch in „Mc Clean's Bar“ in Malin getrunken.

    Der Mittwoch war wieder ein kompletter Workshop-Tag. Im Gegensatz zu den anderen beiden Nicht-Workshop-Teilnehmern kannte Donegal und was noch wichtiger war, ich hatte einen Mietwagen. Somit war ich auf niemanden angewiesen. Der Wetterbericht für heute war recht gut , so dass ich beschloss, nicht zum Mittagessen, das ich ja eigentlich bezahlt hatte, zurückzufahren. Ich habe der deutschen Frau angeboten, ihr heute etwas von Inishowen zu zeigen, was sie gern annahm.

    Kurz vor 11 Uhr sind wir dann zum Ringfort „Grianán of Aileach“ gefahren, das sich auf dem 244 m hohen „Greenan Mountain“ an der Grenze zu Nordirland befindet. Es wird angenommen, dass das Ringfort, das auch „Stone Palace of the Sun“ genannt wird, aus dem 1. Jahrhundert stammt. Vom 5. bis zum 12. Jahrhundert diente es als königlicher Sitz der Ui Néills, Herrscher von Ulster. Im 12. Jahrhundert wurde die Festung zerstört und im 18. Jahrhundert wohl etwas überrestauriert, was aber meiner Faszination für diesen Ort keinen Abbruch tut . Das Ringfort hat einen Durchmesser von 23 m, die Mauern sind bis zu 3,9 m dick und 5 m hoch. Über mehrere Treppen kann man nach oben steigen und einen 360 Grad-Rundumblick genießen . Richtung Norden hat man einen fantastischen Blick über Inishowen, Lough Swilly und Lough Foyle. Bei guter Sicht erkennt man mit bloßem Auge das mehr als 30 km Luftlinie entfernte „Fanad Head Lighthouse“. Im Westen kann man die ca. 40 km entfernten Derryveagh Mountains mit dem Mount Errigal und dem Muckish Mountain erkennen und im Osten sieht man Derry.

    Anschließend ging es auf der Westseite von Inishowen Richtung Norden via Buncrana zum „Fort Dunree“, das den „Lough Swilly“ überblickt. Trotzdem, dass es eine ehemalige militärische Befestigungsanlage mit Bunkern, Geschützen und Mannschaftsquartieren ist, ist es ein total friedvoller Ort, eingebettet in eine wunderschöne Natur . Ich war im Laufe der Jahre schon einige Male hier, allerdings immer in der Nebensaison und bevor der Wild Atlantic Way größere Besucherströme auch ins County Donegal brachte. Meine Befürchtung war, dass da Busladungen von Touristen rumlaufen würden, da am Ringfort auch schon relativ viele Leute waren; dem war zum Glück nicht so .

    „Fort Dunree“ gehört zu Befestigungsanlagen, die die Briten zu Beginn des 19. Jahrhunderts an der Küste Irland’s erbaut haben, weil sie eine französische Invasion befürchteten. Auf beiden Seiten des „Lough Swilly“ wurden Forts, Signaltürme und Militärbatterien errichtet.

    Während des Ersten Weltkriegs verlegten die Briten ihre gesamte Nordatlantikflotte von „Scapa Flow“ in Schottland in den „Lough Swilly“, da dieser als strategischer und sicherer Hafen galt. Die britische Großflotte bestand aus bis zu 40 hochmodernen Schlachtschiffen sowie einer Vielzahl von Zerstörern, Flugzeugträgern und U-Booten.

    Auch nach der Gründung des Irischen Freistaats 1922 wurde „Lough Swilly“ noch von den Briten gehalten. Erst 1938 gingen die militärischen Befestigungen an „Irland“ .
    Während des Zweiten Weltkriegs waren irische Streitkräfte in „Fort Dunree“ stationiert, um eine Verletzung der irischen Neutralität durch die kriegführenden Nationen zu verhindern.

    Heute beherbergt „Fort Dunree“ auch eine Ausstellung militärischer Erinnerungsstücke und Artefakte sowie eine Reihe großer Waffen aus dem 20. Jahrhundert. In dem Museum bin ich aber noch nie gewesen; es hat zeitlich irgendwie nie gepasst. Auch heute sind wir nicht in die Ausstellung gegangen, da wir lieber noch im dazugehörigen Café etwas trinken wollten .

    Über das „Gap of Mamore“ ging es schließlich zum Abendessen ins „McGrory's“ in Culdaff.

    Um 20 Uhr sollte es heute ein Konzert junger Leute in der „Lagg Church“ geben. Da ich annahm, dass es die Kirche beim „Five Fingers Strand“ ist, habe ich mich mit dem Essen beeilt, weil ich noch gern einen Spaziergang am Strand machen wollte. Als ich dann aber bei der kleinen Kirche in den Dünen ankam, war keine Menschenseele dort . Zum Glück kam eine Frau, die mir erzählte, dass es zwei sogen. „Lagg Churches“ gibt . Diese kleine Kirche war die katholische „St. Mary’s Church“ in Lagg und die andere, größere Kirche ist die „Malin Presbyterian Church“ ebenfalls in Lagg. Da diese Kirche nur knapp 2 km entfernt war, bin ich aber trotzdem noch an den Strand gegangen.

    Nach dem wunderschönen Konzert sind alle wieder in „Lily’s Bar“ in Malin eingekehrt .

    Und hier sind die Fotos dieser drei abwechslungsreichen Tage http://nene177.magix.net/alle-alben/!/oa/7462452/.

  6. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 106
    Manwecaen
    Hach, welch Labsal ...
    So schön, von wohl bekannten Plätzen zu lesen und zu sehen.
    Die McClean's Bar ... dort hat einer der legendärsten Pub-Abende ever stattgefunden. Mein Profil-Bild stammt übrigens von dort ...

    Danke, Nene.


  7. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 107
    gobshite
    Wow, danke Nene für den neuen Bericht und die immer wieder atemberaubenden Bilder, die sind im jetzigen Moment echt Seelenbalsam.

  8. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 108
    Nene177
    Lieben Dank, Euch Beiden .

  9. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 109
    Toki3001
    Zitat Zitat von Nene177 Beitrag anzeigen
    bevor der Wild Atlantic Way größere Besucherströme auch ins County Donegal brachte.
    Mittlerweile erzähle ich allen Irland-Interessierten, dass der Norden total trostlos sei. Es würde wirklich laufend regnen, gäbe nix anzuschauen, vermüllte Strände, die Leute total unfreundlich und nur alle 50km eine sauteure Tankstelle. Dazu das schlechte Essen. Und man verstünde nix, weil die so einen komischen Dialekt sprechen!

    Ok, das letzte stimmt

  10. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 110
    Irlandentdecker
    Das ist schon gemein von dir Nene. setzt uns hier die Reiseberichte vor, garnierst das mit so tollen Bildern und das in Zeiten eines Reiseverbotes. Du bist schon mitschuld wenn wir hier gegen das Reiseverbot verstoßen und uns sofort auf den Weg zu unserer Lieblingsinsel machen.

    Aber wie immer tolle Bilder, toller Bericht

  11. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 111
    Schalker
    Tolle Bilder Danke

    So eine virtuelle Reise statt des üblichen Frühjahraufenthalts auf der Insel.

    Aber wie planen schon für nach Corona

    Wenn schon Mist dann Optimist

  12. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 112
    Nene177
    Danke Euch .

    Toki, dass mit den vermüllten Stränden stimmt leider auch manchmal, nämlich dann, wenn bei gutem Wetter besonders die Nordiren über so manchen fantastischen Strand im Südwesten Donegal's herfallen . Da gab es in der Vergangenheit schon schlimme Szenen. Die Locals müssen dann wieder alles aufräumen.

    Genau Schalker, die Reise, die ich für 2020 geplant habe, werde ich dann 2021 machen.

  13. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 113
    Nene177
    County Donegal – Inishowen

    Donnerstag, 19. Juli 2018

    Am Donnerstag war für den Nachmittag wieder ein touristisches Programm beim Workshop vorgesehen, also wollte ich mich am Vormittag nicht zu weit von Malin entfernen. Ich liebe den Strand in der „Kinnagoe Bay“ und war schon einige Jahre nicht mehr dort, also nichts wie hin . Allerdings befürchtete ich, dass der Strand im Juli von Nordiren „überschwemmt“ sein könnte. Und tatsächlich, als ich die steile Straße nach unten fuhr, sah ich schon die ganzen Autos auf dem Parkplatz. Zum Glück war für mein Auto aber noch Platz. Mit den „Menschenmassen“ hat es sich dann aber doch in Grenzen gehalten, denn da man nicht mit dem Auto auf den Strand fahren kann, kommen dann doch nicht so viele und die, die da sind, halten sich im vorderen Teil des Strandes, also in der Nähe der Autos, auf. Ich bin den Strand so weit nach hinten gegangen, wie es möglich war, teilweise musste ich auch kraxeln. Hier war ich wirklich absolut allein . Obwohl der Himmel nach Regen aussah, bin ich lange hier geblieben; es blieb aber trocken. Aufgrund der auflaufenden Flut musste ich dann aber den Strand ein Stück nach vorn gehen, denn den vorletzten Strandabschnitt kann man nämlich nur bei Ebbe passieren. Fast die ganze Zeit, die ich dahinten war, war ein Boot in meiner Nähe, was ich erst nicht weiter beachtet habe. Dann realisierte ich aber, dass man vom Boot aus ein Auge auf mich hatte, auch wenn sich niemand verbal bemerkbar gemacht hat. Erst als ich den vorletzten Strand passiert hatte und ich praktisch wieder auf „sicherem Terrain“ war, ist es weitergefahren . Ich kann mir vorstellen, dass hier schon öfter mal Leute nicht mehr eigenständig zurückkamen. Es war so wunderbar hier, dass ich auch heute auf das Mittagessen verzichtet habe und lieber am Strand geblieben bin . Im Bistro in Malin habe ich dann noch rasch Fisch und Chips gegessen, bevor der geschichtliche Teil des Tages folgen sollte.

    Am Nachmittag ging es nämlich mit dem einheimischen Guide Neil McGrory zu zwei ehemaligen klösterlichen Stätten - „Clonca Monastic Site“ und „Carrowmore Monastic Site“. Als ich vor Jahren schon mal da war, musste ich ziemlich suchen, bis ich sie gefunden hatte, heute war das natürlich einfacher . Außerdem ist Neil ein absoluter Experte, was das geschichtliche Erbe Inishowen’s betrifft .

    „Clonca Monastic Site“ war seit dem 6. Jahrhundert ein bedeutendes Kloster, wovon leider nicht mehr viel übrig ist. Die kleine Kirche ersetzte im 17. Jahrhundert eine Vorgängerkirche, deren Sturz über der Tür eingebaut wurde. In der Kirche befinden sich an der Wand zwei alte Grabsteine. Das Prächtigste der „Clonca Monastic Site“ ist allerdings das fast 4 m hohe „St. Boden's Cross“ aus dem 10./11. Jahrhundert auf der Wiese neben der Kirche. Zu sehen sind auf beiden Seiten des Kreuzes verschiedene biblische Szenen sowie Ornamente. Wenige Meter neben diesem Kreuz liegt im Gras ein zweites, zerbrochenes Kreuz.

    Anschließend sind wir zur „Carrowmore Monastic Site“ gefahren. Von dieser klösterlichen Siedlung, die älter ist als „Clonca Monastic Site“ und von St. Patrick gegründet worden sein soll, sind nur noch zwei Hochkreuze und ein Bullaunstein übriggeblieben. An das eine Kreuz kamen wir aber nicht nah ran, da hier ein paar äußerst verspielte und neugierige Jungrinder rumliefen .

    Wir waren bis nach 17 Uhr unterwegs und eigentlich wäre es dann zum Abendessen gegangen, aber da das Wetter jetzt so schön war , hatte ich keine Lust in einem Restaurant meine Zeit zu verplempern. Ich habe mir ein Sandwich gekauft und bin Richtung „Malin Head“ zum „Wee House of Malin“ gefahren. Das ist eine kleine Höhle direkt an der Küste, in der vermutlich ein Eremit gelebt hat . In der Höhle sind Wunsch- und Erinnerungssteine auf einer Bank ausgelegt, einige Steine steckten sogar in den Wänden. Vor der Höhle ist die Ruine einer kleinen Kirche und davor ein Felsen, unter dem sich die „Malin Well“ befindet.

    Anschließend bin ich noch zum knapp 2 km westlich gelegenen „Malin Pier“ in der „Slievebane Bay“ gefahren, wo gerade der „Catch of the Day“ an Land gebracht wurde . Das Meer, die Küste, die gesamte Umgebung war so wunderschön und friedlich, aber vor zwei Tagen hat sich unweit von hier eine Tragödie ereignet . Ein kleines Boot mit drei Leuten war hinausgefahren und gekentert. Ein Einheimischer und sein 16-jähriger Neffe aus Derry sind dabei ums Leben gekommen. Eilish und Greta hatten mir schon davon erzählt. Der Einheimische war ein Freund der Familie; sein Vater war vor 40 Jahren in derselben Gegend beim Krabbenfischen ertrunken. Solche Tragödien zeigen einem doch immer wieder, wie faszinierend das Meer ist aber auch wie erbarmungslos es sein kann .

    Am Abend gab es dann in dem großen Zirkuszelt, dass auf dem „Malin Village Green“ aufgebaut war, ein ganz besonders Konzert der „Henry Girls“. Die drei Schwestern haben sich in die Musik der „Boswell Sisters“ verliebt. Diese waren eine erfolgreiche Jazz-Gruppe aus dem New Orleans der 1930er Jahre und ebenfalls drei Schwestern. Joleen, die jüngste Schwester der „Henry Girls“, war besonders von der Musik angetan und hat über 20 Lieder zur „The Boswell Tea Party“ neu arrangiert. Auf der Bühne waren neben den „Henry Girls“ noch weitere fantastische Musiker, die dem Ganzen einen Big Band-Charakter gaben. Was soll sich sagen – ES WAR SUPER!!!

    Und hier sind die dazugehörigen Fotos http://nene177.magix.net/alle-alben/!/oa/7462454/.

  14. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 114
    Nene177
    Nordirland - Derry
    County Donegal – Inishowen


    Freitag, 20. Juli 2018

    Da der Wetterbericht für Freitag recht durchwachsen war – sunny spells with heavy showers – verspürte ich keine große Lust auf eine Wanderung. Außerdem erzählte mir gestern ein Paar aus Nordirland, das ich am „Wee House of Malin“ getroffen hatte, vom „Foyle Maritime Festival“ in Derry. Das hörte sich interessant und Derry mag ich sowieso .

    Auf dem Weg nach Derry ist mir dann aber bewusst geworden, dass ich wohl nicht am „Queens Quay“ parken kann , da hier immer die Stände aufgebaut sind, wenn in der Stadt etwas los ist. Das ist aber mein obligatorischer Parkplatz, wenn ich nach Derry fahre, denn in das Gewirr aus Einbahnstraßen fahre ich sehr ungern. Auf dem Weg zum „Queens Quay“ passierte ich den Supermarkt „Sainsbury’s“, der zwar einen großen Parkplatz hat, wo man aber maximal drei Stunden parken darf . Naja egal, so lange wollte ich ja sowieso nicht bleiben.

    Ich erkannte allerdings schnell, dass das mit den drei Stunden wohl schwierig werden würde . Entlang des gesamten „Quay Trail“ von „Sainsbury’s“ zur „Peace Bridge“ waren nicht nur Verkaufs- und Verköstigungsbuden aufgebaut, da waren auch alte Schiffe zu bewundern. Diese alten Schiffe habe ich zwar aufgrund der Zeitknappheit nicht besichtigt, aber an den Hochgeschwindigkeits-Clippern bin ich dann doch nicht vorbeigekommen .

    Diese Hochgeschwindigkeits-Segelboote waren am 20. August 2017 in Liverpool zur 40.000 Seemeilen langen „CLIPPER ROUND THE WORLD“-Regatta gestartet. Am kommenden Sonntag sollte die letzte Etappe beginnen, auf der die Boote entgegen des Uhrzeigersinns rund um Irland segeln. Am 28. Juli 2018 ist dann das Ziel wieder Liverpool.

    Es war toll, dass man einige Boote besichtigen konnte; ich war fast eine Stunde auf der „Great Britain“ . Ein Crew-Mitglied erklärte alles und erzählte auch ein paar Anekdoten, z.B. warum die Toilette keinen Sitz hat . Da unten ist alles so unfassbar eng, jedes bisschen Platz wird ausgenutzt. Klaustrophobie darf man in so einem Boot jedenfalls nicht haben. Und wenn man sich dann auch noch vorstellt, dass man mit dieser „Nussschale“ wochenlang auf dem offenen Meer unterwegs ist und das auch noch bei schwerer See … .

    Der Himmel wurde immer dunkler und als ich gerade über die „Peace Bridge“ auf die andere Seite des „River Foyle“ zum „Ebrington Square“ gegangen war, fing es an wie aus Kannen zu schütten . Ich habe mich in ein Restaurant gerettet und eine heiße Suppe gegessen, denn mir war kalt geworden.

    Als ich wieder bei meinem Auto ankam, hatte ich die Parkdauer zwar um fast eine Stunde überschritten, aber ein Knöllchen hatte ich nicht .

    Plötzlich kam die Sonne wieder raus und da ich noch Zeit bis zum Abendessen hatte, habe ich noch einen Abstecher nach Greencastle gemacht. Anschließend bin ich auch noch zum „Stroove Beach and Lighthouse“ gefahren, aber just als ich da kam, „ging die Welt unter" . Das hat jetzt noch schlimmer geschüttet und gestürmt, als vorhin in Derry. Sogar gehagelt hat es. Da ich wenigstens heute zum Abendessen fahren wollte, habe ich nicht gewartet bis der Regen aufgehört hat.

    Um 20 Uhr gab es heute wieder in dem Zirkuszelt auf dem „Malin Village Green“ das zweite Konzert der „Henry Girls“. Doch bevor sie ihr Repertoire spielten, waren die Workshop-Teilnehmer dran. Sie hatten in mehreren Gruppen aufgeteilt während der fünf Tage eigene Songs geschrieben, die sie heute Abend dem Publikum vorstellten. Alle waren natürlich sehr aufgeregt, aber alles klappte super .

    Die „Henry Girls“ Karen, Lorna und Joleen wurden neben einigen Gastmusikern auch noch von Familienmitgliedern unterstützt. So waren z.B. Karen’s Mann und Sohn mit auf der Bühne und ein Cousin, der blind ist, hat ein Stück aus einer Oper gesungen .

    Nach diesem tollen Konzert wollten wir natürlich den Workshop noch gebührend im Pub ausklingen lassen, bevor morgen alle auseinander gehen würden. „Lilly’s Bar“ war viel zu voll und so sind einige von uns in „Mc Clean's Bar“ gegangen, wo wir sogar noch Platz an einem Tisch fanden. Nun haben einige Workshop-Teilnehmer nochmal gezeigt, was sie draufhaben. Vor allem Bill aus Dublin war mit seiner Gitarre und seinem wunderschönen Gesang der Hammer . Nach und nach kamen die anderen Workshop-Teilnehmer dazu und auch Karen, Lorna und Joleen gesellten sich zu uns. Fotografiert habe ich hier nicht mehr – ich wollte einfach nur genießen .

    Und hier sind die Fotos zum Tag http://nene177.magix.net/alle-alben/!/oa/7462460/.

  15. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 115
    Manwecaen
    Ja, von Derry und seinen Einbahnstraßen kann ich seit vorigem Jahr ein Lied singen ...
    Von Derry selbst nicht ... hab leider nichts gesehen davon. Aber schon so viel Gutes gehört, dass ich wohl nochmal hin muss.

  16. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 116
    Nene177
    Zitat Zitat von Manwecaen Beitrag anzeigen
    Aber schon so viel Gutes gehört, dass ich wohl nochmal hin muss.
    Das solltest Du in der Tat mal tun .


    Ich habe übrigens bei www.parkme.com gesehen, dass man wohl für ein kleines Endgelt bei Sainsbury's jetzt auch den ganzen Tag stehen kann.

  17. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 117
    Nene177
    County Donegal – Inishowen
    Nordirland – Magilligan Point


    Samstag, 21. Juli bis Montag, 23. Juli 2018

    Den Samstag habe ich entspannt angehen lassen. Von Eilish und Greta wusste ich, dass heute außerhalb von Carndonagh die „Inishowen Agricultural Show“ stattfand . Da ich aus der Landwirtschaft komme, hat mich das natürlich sehr interessiert. Als ich da gegen Mittag ankam, war ich doch sehr überrascht, dass es so groß war. Dort gab es Allerhand zu sehen und zu kaufen. Ich bin mehr als drei Stunden über das weitläufige Gelände geschlendert und habe mir vor allem die unterschiedlichen Tiere angesehen , die auch prämiert wurden.

    Am Nachmittag bin ich nochmal nach Malin gefahren, wo auf dem „Malin Village Green“ und im Zirkuszelt viel für Kinder geboten wurde . Ein paar Workshop-Teilnehmer waren doch noch da und auch Karen, Lorna und Joleen lagen mit der ganzen Familie im Gras. Sie baten mich, Fotos von ihnen, ihrer Mutter und den anderen drei Schwestern zu machen .

    Am frühen Abend bin ich dann zum B&B, weil ich meine Tasche packen wollte/musste. Es war leider mein letzter Tag in Donegal . Als ich dort ankam nahmen mich Eilish und Greta gleich mit der Frage in Empfang, ob ich heute Abend Lust hätte, mit Joe (Vater der „Henry Girls“) und einem Freund zu einem Konzert mit Ciarán Tourish zu fahren . Klar hatte ich da Lust darauf, Ciarán Tourish kannte ich von „ALTAN“. Das Konzert von Geiger Ciarán Tourish, Gitarrist Kevin Doherty und anderen fand in der „Christchurch“ in Buncrana statt. Das war ein sehr schöner Abschluss meiner Inishowen-Woche .

    Die letzte Übernachtung dieses Irland-Trips am Sonntag hatte ich in Skerries gebucht. Von Malin bis Skerries waren es via Lough Foyle und Belfast ca. 300 km. Nachdem ich mich von Eilish und Greta verabschiedet hatte, bin ich gegen 11 Uhr erst nach Carndonagh gefahren, um zu tanken und anschließend zur „Lough Foyle Ferry“, die zwischen Greencastle im County Donegal und Magilligan Point im County Derry verkehrt. Als ich um 12:10 Uhr auf der Fähre war und mich umschaute, bemerkte ich, dass es nicht mehr dieselbe Fähre war, wie die Jahre zuvor. Diese Fähre war etwas kleiner. Aber egal, Hauptsache sie fuhr überhaupt . Als ich sie nämlich im Juni 2017 nehmen wollte, war der Fährbetrieb eingestellt .

    Auf der anderen Seite angekommen, habe ich mich entschlossen, trotz des teilweise bedrohlich aussehenden Himmels einen letzten Strandspaziergang zu machen. Ich hatte ja Zeit. Als ich aber die ganzen Leute dort gesehen habe, ist mir wieder eingefallen, dass heute Mittag ja die letzte Etappe der „CLIPPER ROUND THE WORLD“-Regatta starten sollte. Also beschloss ich kurzerhand zu warten. Ich bin den Strand nach hinten gelaufen, hier waren auch kaum noch Leute. In den Dünen erspähte ich aber einen Mann mit einem riesigen Fernglas. Ich fragte ihn, ob er auch auf die Segelboote warten würde. Er wusste gar nichts davon, er war ein Vogelbeobachter. Ich erzählte ihm dann, dass ich in Derry war und dort die Boote gesehen hatte. Er wies mich zweimal ganz deutlich darauf hin, dass die Stadt Londonderry heißt . Da ich das Wort nicht in den Mund nehme und mich auch nicht mit dem sonst netten Menschen streiten wollte, habe ich die Nennung des Namens im weiteren Gespräch vermieden .

    Ich habe mich dann gegenüber der „Point Bar“ zu anderen Leuten auf die Mauer gesetzt und gewartet. Keiner wusste genau wann die Boote kommen würden, aber da es trocken blieb, hatten wir viel Spaß beim Warten .
    Da es immer später wurde, habe ich im B&B in Skerries angerufen. Lola meinte, dass sie heute Abend ausgehen würden und ich mir Zeit lassen könnte, sie wären so gegen 22 Uhr zurück. Das passte natürlich super .

    Kurz nach 16 Uhr waren endlich die Segel der Boote im Südwesten zu erkennen. Der Start war um 17 Uhr zwischen Greencastle und Magilligan Point, aber aufgrund der Flaute hatten die Boote ziemliche Schwierigkeiten Fahrt aufzunehmen .

    Kurz vor 18 Uhr habe ich mich schließlich auf den Weg nach Skerries gemacht. Bis kurz vor Belfast lief es auch sehr gut, aber dann gab es auf der Autobahn eine Vollsperrung wegen eines Unfalls. Na super, jetzt musste ich auch noch durch die Stadt fahren und mein Navi wollte mich immer wieder auf die Autobahn lotsen. Auf so etwas kann ich gerne verzichten .

    Trotz der Probleme in Belfast war ich schon gegen 21 Uhr in Skerries. Da ich noch Zeit und auch Hunger hatte, bin zum Inder ins „Bombay House“ gegangen. Das war echt lecker .
    Eine Stunde später habe ich im „Lolaido House“-B&B eingecheckt. Ich war zum ersten Mal in diesem B&B. Lola und ihr Mann sind super nett. Als sie hörten, dass ich zum „50th Anniversary of Leo’s Tavern“ war, wollten sie wissen, wie es gewesen ist. Als ich ihnen dann erzählte, wen ich alles gesehen habe und was ich dafür nur bezahlt hatte, waren sie fassungslos .

    Am Montag ging es mit Germanwings um 12:10 Uhr zurück nach Düsseldorf.

    Und hier sind die letzten Fotos der Reise http://nene177.magix.net/alle-alben/!/oa/7462462/.


    Das war es für 2018 .

  18. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 118
    gobshite
    Wow - vielen Dank für den Bericht und die wie immer tollen Fotos. Es gibt einfach nichts vielseitigeres, als wenn man sich in Irland unter die Einheimischen mischt. Und: für mich gibt es auch nur Derry. Ein Stadtname ist ein Stadtname und der wird auch nicht geändert! Ich freue mich auf deine nächste Reise!

  19. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 119
    Manwecaen
    Huch, da waren ja ganz spannende Viecher dabei ...

    Schön zu lesen, das die Fähre zwischen Greencastle und Magilligan Point wieder fährt. Die letzten beiden Male, als ich die gerne genommen hätte, fuhr sie nicht. Wenn ich mich recht erinnere war einmal das Wetter zu schlecht und ein anderes Mal fuhr sie gar nicht. Wird wohl auch um 2017 rum gewesen sein ...

  20. Reisebericht Clare-Galway-Mayo-Donegal-2018 # 120
    Nene177
    Vielen Dank für Eure Kommentare, gobshite und Manwecaen .

    Ja, mit den Ortsnamen ist das manchmal schwierig. Ich bin in Donegal auch schon darauf hingewiesen worden, dass das nicht NORDIRLAND heißt, sondern SIX COUNTIES . Dieser Hinweis erfolgte aber mit einem Augenzwinkern und nicht so todernst wie in den Dünen von Magilligan Point.

    Ich fand auch besonders das Geflügel bei der Agricultural Show sehr interessant. Solche Tiere hatte ich noch nie gesehen . Am meisten musste ich aber über das Bild mit den "vier Hinteransichten" lachen; die Wirkung war mir gar nicht so bewusst, als ich es „geschossen“ habe .

+ Antworten
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