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  1. Donegal-Herbst-2017 # 1
    Nene177

    Donegal-Herbst-2017

    Nachdem ich im September 2016 eher zufällig beim „Johnny Doherty Festival“ in Ardara war, hatte ich es für 2017 gezielt geplant. Natürlich sollte der Trip nicht nur die drei Festival-Tage umfassen, sondern es sollte auch noch nach Annagry gehen.

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    “Johnny Doherty Festival” in Ardara

    Freitag, 22. September bis Sonntag, 24. September 2017

    Am Freitag um 10:40 Uhr ging mein Flug mit Germanwings von Köln/Bonn nach Dublin. Der Flug war pünktlich und auch die Übernahme des Mietwagens bei HERTZ ging recht fix; es war eben keine Saison mehr. Bis Omagh habe ich die Route genommen, die ich auch sonst nehme, wenn ich nach Annagry fahre. Natürlich war zum Freitag Nachmittag reichlich Betrieb auf den nordirischen Straßen, aber es war ganz okay. Von Omagh ging es dann Richtung Westen nach Donegal/Town. Da ich gut in der Zeit lag, habe ich noch einen Abstecher zum „Donegal Craft Village“ gemacht, um Freunden Hallo zu sagen . Dabei habe ich erfahren, dass Michael, dem vor Jahren ein Hirntumor entfernt wurde, nun doch keine Kraft mehr hat und sein Studio aufgeben wird . Michael hat die wunderschönsten Skulpturen aus Bog-Wood gemacht, die ich je gesehen habe; ich habe drei Stücke von ihm . Gegen 17 Uhr habe ich mich schließlich auf die letzten 30 km meines 370 km-Trips zu „Auntie B’s B&B“ in Ardara gemacht. Barabara’s Begrüßung war sehr herzlich; sie hatte auch tatsächlich schon das Wochenend-Ticket für 50 € für mich besorgt . Das Auto habe ich stehen lassen und bin zu Fuß den einen Kilometer ins Ortszentrum gegangen.

    In der „Beehive Bar“, in der um 20 Uhr das erste Konzert dieses kleinen Festivals stattfinden sollte, habe ich auch mein erstes Guinness getrunken. Fast pünktlich ging es im kleinen Saal auf der Rückseite des Pubs los. Als Erstes kamen drei mir unbekannte Musiker auf die Bühne und dann die beiden Geiger Ciarán Ó Maonaigh aus Gweedore und Aidan O'Donnell aus Dunkineely, die ich bereits seit einigen Jahren kenne und sehr mag . Später wurden sie noch von Aidan’s Bruder Kevin unterstützt. Das Konzert, das bis 22:30 Uhr ging, war schon mal ein super Auftakt für ein tolles Wochenende. Anschließend bin ich noch auf einen Absacker in „The Corner House“ eingekehrt, wo es natürlich auch Musik gab . Kurz vor Mitternacht wurde ich aber richtig müde, so dass ich ins B&B zurück bin.

    Am Samstag sollte es nach Jahren mal wieder zu den „Slieve League Cliffs“ gehen. Eigentlich wollte ich die Route über den Glengesh Pass nehmen, aber da das Wetter ziemlich mies war, bin ich doch über Killybegs gefahren. Gegen 11 Uhr erreichte ich den unteren Parkplatz an der Sliabh Liag Road und war total erstaunt darüber, dass er in den letzten Jahren befestigt wurde und es gegenüber nun sogar noch einen zweiten Parkplatz einschließlich Toilette gibt. Man kann durch das Gate noch bis nach oben zur knapp 2 km entfernten Aussichtsplattform am „Bunglass Point“ fahren, aber das habe ich noch nie gemacht. Das Wetter war zwar nicht toll , aber es hätte schon bedeutend schlechter sein müssen, um mich vom Laufen abzuhalten. Leider war es mir durch den sehr starken Wind nicht möglich, zum Wachturm am „Carrigan Head“ zu gehen. Der Wind hatte jedoch den positiven Nebeneffekt, dass keine Wolke den Blick auf die Klippen verwehrte. Für eine Wanderung über den „One Man‘s Pass“ war das Wetter heute viel zu schlecht, allerding bin ich doch ein Stück noch weiter nach oben gegangen. Eigenartigerweise war der Wind hier oben gar nicht mehr so heftig. Trotz des schlechten Wetters habe ich die 4 Stunden hier sehr genossen . Auf dem Rückweg bin ich noch im 1,5 km vor dem Parkplatz liegenden, sehr netten „Tí Linn Cafe & Craft Shop“ eingekehrt.

    Ich war ja nun schon wirklich sehr oft im County Donegal unterwegs, aber irgendwie habe ich es noch nie zu der kleinen Halbinsel „Muckross Head“ westlich von Killybegs geschafft . Ich hatte Fotos von den „striped cliffs“ am Ende der Muckross-Halbinsel bewundert und wollte sie nun endlich auch in natura sehen. Deshalb habe ich nicht den direkten Weg nach Killybegs genommen sondern bin entlang der Küstenstraße gefahren. Gegen 16:30 Uhr war ich am "Muckross Head", das ca. 3 km südlich von Kilcar liegt. Ich kannte nur die Fotos von den Klippen und wusste nicht, dass da auch Strände sind. Von der Straße hat man den Blick auf den „Beach of the noise“, der leider nicht zugänglich war. Gegenüber lag aber der „White beach“, den ich von der Straße aus nicht sehen konnte, und zu dem ich nun gefahren bin. Da es schon recht spät war, es schon wieder nieselte und ich ja heute Abend zu einem Konzert wollte, habe ich entschieden, eine Weile am Strand zu bleiben und am nächsten Tag nochmal hierher zu fahren.

    Gegen 18 Uhr war ich im B&B und nach einer Dusche ging es zum „Nesbitt Arms Hotel“ in dem um 20 Uhr „ALTAN“ auftreten würde. In den Konzertsaal konnte ich noch nicht, aber ich durfte meine Jacke über einen Stuhl in der ersten Reihe hängen . Somit konnte ich ganz entspannt für ein Guinness nach nebenan in „The Corner House“ gehen, wo es gerade eine Session gab. „ALTAN“ war natürlich wieder super , auch wenn Ciaran Tourish nicht dabei war. Am Ende des Konzerts hat Mairéad mit ihrer 13-jährigen Tochter Nia gemeinsam das Wiegenlied „Mo Níon Ó“ gesungen , das Mairéad 2007/2008 für ihre kleine Tochter geschrieben hat und das auf ihrem Solo-Album „Imeall“ veröffentlicht ist. Außerdem war auch noch ein kleiner 8-Jähriger auf der Bühne, bei dem das Geigenspiel total natürlich und relaxed aussah – als wenn es die einfachste Sache auf der Welt wäre . Den Kleinen hatte ich schon beim Konzert am Vorabend mit seiner Mutti und Omi getroffen.

    Es war schon 23 Uhr als ich in „Nancy’s“ eingekehrt bin, wo es Sessions in verschiedenen Räumen gab. An einem Tisch entdeckte ich zwischen den Musikern den Sohn von Freunden, mit denen ich den Tag habe noch nett ausklingen lassen.

    Am Sonntag war also „Muckross Head“ vorgesehen, aber leider war es sehr neblig. Ca. 10:30 Uhr habe ich mich aber trotzdem auf den Weg gemacht, denn „Muckross Head“ lag ja ca. 30 km entfernt auf der anderen Seite der Berge. Der Nebel lichtete sich zwar, aber als ich durch Killybegs durch war, habe ich entschieden, erstmal zum „Silver Strand“ in Malin Beg zu fahren. Dabei habe ich die Route über Glencolumbkille gewählt und als ich über den Berg kam und das „Tal von Colm Cille“ sich vor mir ausbreitete, war ich sehr überrascht, dass hier blauer Himmel zu sehen war. Bevor ich in den Ort gefahren bin, habe ich einen Abstecher zu einem Picknickplatz oberhalb des Dorfes gemacht, von wo aus man eine traumhafte Aussicht hat. Ich bin eine knappe halbe Stunde hier geblieben und in der Zeit verzog sich der Dunst fast völlig .

    Gegen 12:30 Uhr war ich dann am wunderschönen, hufeisenförmigen „Silver Strand“ in Malin Beg. Auf dem 427 m hohen „Mount Leahan“ östlich vom „Silver Strand“ hingen noch dicke Wolken, aber es war schon recht warm geworden. Um zum Strand zu kommen, muss man 168 Stufen nach unten gehen, die man natürlich auch wieder hoch muss . Auf halber Strecke steht aber eine Bank, auf der man ausruhen und die Aussicht genießen kann. Ich habe mich dort mit norwegischen Touristinnen unterhalten, die es hier auch einmalig schön fanden, aber zu ihrer nächsten „Station“ weiter mussten. Wie schön ist es doch, Zeit zu haben und nicht von Terminen oder Personen gehetzt zu sein. In den 2,5 Stunden, in denen ich hier am Strand war, haben sich die Wolken fast komplett verzogen . Anschließend bin ich noch zum Pier in Malin Beg gefahren, von wo ich aber „flüchten“ musste, da sich über dem Meer etwas zusammenbraute. Bis zurück nach Glencolumbkille war es trocken geblieben, aber als ich ein Foto vom „Glen Head“ machen wollte, öffneten sich im wahrsten Sinne des Wortes die Himmelschleusen . Innerhalb von Sekunden war ich klatsch nass.

    Der Guss war heftig, aber zum Glück nicht andauernd. Als ich gegen 16 Uhr am „Muckross Head“ ankam, hatte es aufgehört zu regnen und die Sonne kam mit aller Macht durch die Wolken. Diesmal ging es direkt bis ans Ende der Halbinsel. Zuerst bin ich auf dem grasbewachsenen Plateau ein Stück an den Klippen entlang gelaufen, bevor ich auf die „Plattform“ direkt unterhalb der Klippen gestiegen bin. Was für ein Glück hatte ich, dass es am Vormittag noch so dunstig war. Die Klippen, die wie eine Schichttorte aussehen, liegen nämlich auf der westlichen Seite der Halbinsel und somit perfekt für die Abendsonne . Die Gesteinsstruktur besteht aus horizontal geschichtetem Sandstein, mit dünnen Schichten aus Schlammstein dazwischen. Die Erosion des weicheren Schlammsteins hat im Laufe der Jahre zu spektakulären horizontalen Brüchen und Überhängen geführt. Diese einzigartigen Felsformationen sind nicht nur wunderschön anzusehen, sondern bilden auch ein Paradies für Felsenkletterer. Hier gibt es über 50 Kletterrouten mit Namen wie „Pump up the Valium“ oder „The Cannibalistic Traits of Narcissus the Spider“. Dieses Naturerlebnis habe ich bis zum Sonnenuntergang genossen – ich muss unbedingt wiederkommen und mehr Zeit dort verbringen .

    Um 20 Uhr war ich dann wieder in der „Beehive Bar“ zum Konzert der schottischen Familienband „The Friel Sisters“. Ich hatte die drei Schwestern noch nie erlebt, aber schon Gutes über sie gehört, was sich auch bestätigte. Ich habe das Konzert sehr genossen .

    Hier sind die Fotos zum Festival und zu den erwähnten Naturschönheiten Donegal’s http://nene177.magix.net/alle-alben/!/oa/7444939/.

  2. Donegal-Herbst-2017 # 2
    beetle
    wie immer wunderschöne Bilder und Bericht! Danke

  3. Donegal-Herbst-2017 # 3
    Nene177
    Vielen Dank, beetle .

  4. Donegal-Herbst-2017 # 4
    Irlandentdecker
    Bericht und Bilder wie immer top. Danke Nene

  5. Donegal-Herbst-2017 # 5
    Pusztakind
    Superschön, wie immer, Nene, aber diesmal für mich ein besonderer Leckerbissen, weil ich auch schon dort war und viele, viele Bilder erkannt hab... Danke für´s "Wiederhinträumen-Können". Muckross Head ist meine persönliche Lieblingsecke in Donegal. Die Bilder von den Klippen sind einzigartig!

  6. Donegal-Herbst-2017 # 6
    Manwecaen
    Danke, Nene. Für Bericht und den tollen Fotos aus wohlbekannten Gegenden. Der neu gestaltete Parkplatz unten am Slieve League muss ganz neu sein. Ich war das letzte mal im Mai vorigen Jahres dort und den zweiten Parkplatz mit dem WC gab es da noch nicht.

  7. Donegal-Herbst-2017 # 7
    Irlandentdecker
    Bist du dir sicher Manwecaen? Letztes Jahr im Juni 2017 waren wir da und da war der Parkplatz schon neu angelegt.

  8. Donegal-Herbst-2017 # 8
    Manwecaen
    Fast ... aber ganz auszuschließen ist es nicht, dass ich mich täusche. So wie auf dem Foto habe ich den Parkplatz nicht in Erinnerung ... Hm ...

  9. Donegal-Herbst-2017 # 9
    rents
    Danke für den schönen Bericht

  10. Donegal-Herbst-2017 # 10
    Nene177
    Ich danke Euch für die netten Kommentare ��.

    Seit wann der neue Parkplatz dort ist weiß ich nicht, aber ich bin ja bald wieder da oben, vielleicht auch wieder an den Slieve League Cliffs - dann frage ich.

  11. Donegal-Herbst-2017 # 11
    Manwecaen
    So, jetzt habe ich mal meine Fotos von vorigem Jahr ausgegraben. Hab mich in der Tat getäuscht. Der neue Parkplatz war schon da ... hatte ich offensichtlich visuell anders in Erinnerung

    Name:  DSC04991.jpg
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  12. Donegal-Herbst-2017 # 12
    Cogi
    Als wir im Herbst 2015 das letzte Mal dort oben waren haben sie schon am neuen Parkplatz gebaut. Im Oktober sind wir wieder in Donegal, freuen uns schon riesig darauf.... ��

  13. Donegal-Herbst-2017 # 13
    Nene177
    Endlich geht's mit dem Bericht weiter ...

    Ardara, Mount Errigal, Ards Forest Park, Grianán of Aileach, Derry

    Montag, 25. September bis Donnerstag, 28. September 2017

    Am Montag Morgen war es neblig – schade, eigentlich wollte ich noch zum Glengesh Pass und bei einem Kaffee die Aussicht genießen. Daraus würde wohl nun nichts werden . Da aber Landlady Barbara noch kommunikativer ist als ich es bin , zog sich das Auschecken bis fast 13 Uhr hin. Was für ein Glück, denn der Nebel hatte sich zwischenzeitlich verzogen und die noch vorhandene Wolkendecke riss immer mehr auf. Bei bester Sicht konnte ich schließlich den „Glengesh Pass“ nach oben fahren . Und wie habe ich mich gefreut, als ich dort den rot-weißen Wagen von „Pirates of the Coffeebean“ zu sehen bekam. Forumer „Manwecaen“ hatte über diesen deutschen Auswanderer vor einiger Zeit schon berichtet. Mit einem leckeren Cappuccino habe ich die Aussicht genossen und ein lockeres Schwätzchen mit dem „Piraten“ Michael geführt .

    Als ich gegen 14 Uhr wieder in „Ardara“ war, ist mir eingefallen, dass ich ja noch Geld ziehen musste. Einen Geldautomaten gibt es am „Diamond“ in der Ortsmitte. Auf dem Platz steht auch eine Skulptur von John Doherty, der 1900 in Ardara geboren wurde und der der Namensgeber des Festivals ist. Ich bin dort mit einem alten Mann ins Gespräch gekommen, der mir einen kleinen Spaziergang mit schönen Ausblicken über Ardara empfohlen hat . Da ich nicht in Eile war, habe ich mich gleich auf den Weg gemacht. Leider war nun eine eigenartige Wolkendecke am Himmel, die das Fotografieren sehr erschwerte.

    Kurz nach 15 Uhr habe ich mich dann auf den Weg nach Annagry gemacht. Ich hatte mit Mary gestern telefoniert und ihr gesagt, dass ich erst am Nachmittag eintrudeln würde. Als ich ankam, hatte Mary schon Scones gebacken, die wir uns bei Kaffee und Tee haben schmecken lassen . Anschließend bin ich noch nach Dunfanaghy gefahren, um meinen Freunden Moira und Alan Hallo zu sagen. Auf dem Weg dorthin habe ich allerdings einige Male gestoppt, um den „Mount Errigal“, der von jeder Seite anders aussieht, zu fotografieren. Den Rückweg nach Annagry bin ich entlang der Küstenstraße um „Bloody Foreland“ gefahren, wo ich den Sonnenuntergang fotografiert habe. Anschließend gab es noch ein Guinness in Leo’s Tavern .

    Am Dienstag bin ich gegen 11 Uhr bei nicht so tollem Wetter zum „Ards Forest Park“ gefahren. Im Park selbst gibt es zwar einen Parkplatz, aber da ich meistens nie weiß, wie lange ich dort bleibe und wann das Tor geschlossen wird, parke ich immer bei der „Ards Friary“. Ich liebe den „Ards Forest Park“ , der selbst bei gutem Wetter und an Wochenenden nie überlaufen ist. Der Park hat eine Ausdehnung von ca. 5 km x 1 km mit 25-30 km Wanderwegen. Die meisten Leute trifft man i.d.R. in der Nähe des offiziellen Parkplatzes an, da hier auch ein Spielplatz ist und bei gutem Wetter außerdem ein kleines Café geöffnet hat. Ich war heute nur entlang der Dünen und Strände unterwegs, da einerseits Ebbe war und andererseits es irgendwie nicht richtig hell wurde, da wollte ich nicht auch noch zwischen Bäumen umherlaufen. Zwischendurch schaffte es die Sonne zwar einige Male sich gegen die Wolken durchzusetzen, aber das war nur von kurzer Dauer. Zumindest blieb es aber bis auf zwei leichte Landregen trocken. Die Nordseite des Parks liegt mehr oder weniger gegenüber von "Marble Hill" und da Ebbe war, dachte ich, ich könnte hinüber laufen. Das ging natürlich nicht, allerdings konnte ich sehr weit in die Bucht hineinspazieren . Der Sand war manchmal sehr weich und tief, was das Gehen etwas mühselig machte. Von hier aus hat man den „Muckish Mountain“ ständig im Blick, der heute jedoch sehr düster aussah. Als ich am Spielplatz ankam, war dort keine Menschenseele und kein einziges Auto stand auf dem Parkplatz. Das Café hatte natürlich auch geschlossen, schließlich war es Ende September, mitten in der Woche und auch noch unfreundliches Wetter. So menschenleer hatte ich den Park noch nie erlebt. In den insgesamt fast 6 Stunden, in denen ich hier war, habe ich keine 10 Leute gesehen. Als ich zurück zur Friary kam, riß die Wolkendecke tatsächlich noch auf und das warme Licht der Abendsonne tauchte die Friary und die Strände in ein tolles Licht . Ach ja, an der Friary gibt es auch ein Café, das allerdings ebenfalls nicht geöffnet war. Ende September beginnt in Nord-Donegal bereits der Winterschlaf .

    Am Mittwoch hat es nur einmal geregnet . Diesen verregneten Tag habe ich dann genutzt, um Freunde in Donegal/Town, Letterkenny und Dunfanaghy zu besuchen. Am Ende des Tages hatte ich doch tatsächlich schlappe 244 km auf dem Tacho stehen.

    Als ich am Donnerstag Morgen in die Küche kam, erzählte mir Mary, dass gerade im Radio gesagt wurde, dass CLANNAD am Freitag, dem 27. Oktober im „Amharclann Ghaoth Dobhair“ (Gweedore Theatre) auftreten würde. Also habe ich mir sofort mein Tablet geholt und während des Frühstückens die Flugverbindungen nach Dublin und weiter nach Donegal gecheckt. Danach müsste es möglich sein, freitags nach Dublin-Donegal zu fliegen und sonntags wieder zurück. Bevor ich mein heutiges Ziel Derry in Angriff nahm, bin ich zum Gweedore Theatre gefahren und habe ein Ticket für das CLANNAD-Konzert gekauft .

    Kurz vor 12 Uhr habe ich mich dann schließlich bei Regenwetter auf den Weg nach Derry gemacht. Hier wollte ich heute Abend zur Irish Music and Dance Show „Titanicdance“ im Millennium Forum gehen. Da ich genügend Zeit hatte, habe ich trotz des schlechten Wetters einen Abstecher zum Ringfort „Grianán of Aileach“ gemacht. Hier oben – das Ringfort befindet sich auf dem 241 m hohen „Greenan Mountain“ – war ich schon sehr oft, aber jedes Mal ist es auch wieder ein wenig anders . Bei gutem Wetter hat man eine traumhafte Aussicht nach Inishowen und Fanad Head im Norden, nach Derry im Osten und zu den ca. 40 km entfernten Derryveagh Mountains im Westen. Die Mauern des Ringforts, dessen Name mit „Stone Temple of the Sun“ oder auch „Stone Palace of the Sun“ übersetzt wird, sind bis zu 5 m hoch und bis zu 3,9 m dick; der Durchmesser beträgt 23 m. Zur Entstehungszeit gibt es unterschiedliche Meinungen, wobei die Wahrscheinlichste wohl die der Eisenzeit ist (um 5oo v.Chr.). Jedenfalls wurde „Grianán of Aileach“ von dem griechischen Mathematiker, Geografen und Astronomen Claudius Ptolemäus bereits in seiner Weltkarte aus dem 2. Jahrhundert vermerkt. Vom 5. bis 12. Jahrhundert war hier der Sitz des nördlichen Ui Neill-Clans. Ich war ca. eine Stunde hier oben, in der es zweimal heftigst schüttete und ich ins Auto flüchten musste. Dank des Café-Wagens, den ich zum ersten Male hier gesehen habe, konnte ich beim Warten einen leckeren Cappuccino genießen.

    Gegen 15 Uhr kam ich in Derry an und habe zum Glück auch einen Parkplatz am Queens Quay bekommen. Als ich aus dem Auto ausstieg, tröpfelte es schon wieder und ich habe es gerade noch bis zur „Guildhall“ geschafft, bevor der Regen kräftiger wurde. Da ich nun einmal hier war, habe ich im dortigen Bistro ein spätes Mittagessen zu mir genommen. Natürlich war ich auch in der „Main Hall“ mit ihren wunderschönen Fenstern und der fantastischen Orgel, deren Klang ich sehr gern mal hören würde. Eigentlich wollte ich, wie immer wenn ich hier bin, die Stadtmauer ablaufen und auch in die „Bogside“ gehen, aber da hat mir der Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht . Stattdessen habe ich eine ganze Weile in einem Café gesessen und gelesen. Als es kurz vor 18 Uhr aufhörte zu regnen, bin ich über die „Peace Bridge“ zum Ebrington Square auf der anderen Seite der Stadt gegangen. Derry wird durch den River Foyle in zwei Teile geteilt, wobei die West Bank mit der Altstadt mehrheitlich von Katholiken und die East Bank mehrheitlich von Protestanten bewohnt wird. Der Ostteil der Stadt, auch Waterside genannt, hat sehr vom Bau der „Peace Bridge“ profitiert, die zu einem großen Teil durch den „Special EU Programmes Body (SEUPB)“ realisiert wurde. Ich bin mal gespannt, ob die EU-Symbole auch nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU dort noch zu sehen sein werden. Auf dem Ebrington Square bin ich mit einem Mann ins Gespräch gekommen, der sich als Brexit-Befürworter entpuppte. Er war der absoluten Meinung, dass sich für Nordirland nichts ändern würde. Das habe ich natürlich anders gesehen , höchstens es würde eine Zollgrenze in der Irischen See geben. Das lehnte er strikt ab. Als er dann meinte, dass die Republik Irland eher die EU verlassen würde, bevor es eine feste Grenze zwischen beiden Teilen geben würde, habe ich nicht gesagt was ich dachte. Wenn ich erwähnt hätte, dass ich an ein vereinigtes Irland denke , hätte er mir vielleicht eine gescheuert, er war schließlich fast 2 m groß. Die Unterhaltung endete dann aber freundlich.

    Auch wenn noch mehr als eine Stunde Zeit war, bin ich nun direkt zum "Millennium Forum" gegangen. Im August 2013 war ich hier zu einem Konzert von Cara Dillon und habe relativ nah an der Bühne gesessen, für diese Show mit 24 Tänzerinnen und Tänzern habe ich aber ein Ticket in der ersten Reihe auf dem ersten Balkon gekauft, um die gesamte Bühne einsehen zu können. Da ich wusste, dass das Fotografieren während der Show verboten war, bin ich direkt nach Einlassbeginn in den Saal gegangen, um jetzt wenigstens ein paar Fotos zu machen. Zu Beginn der Show habe ich dann auch noch schnell ein Foto geschossen, habe es dann aber sein lassen, da Aufpasser herumstanden. In „Titanicdance“ wird die altbekannte Liebesgeschichte zwischen einem armen Jungen und einem reichen Mädchen und natürlich die Geschichte der Titanic beeindruckend musikalisch und tänzerisch umgesetzt. Toll fand ich, die Einbeziehung der Leinwand mitten auf der Bühne. Besonders gespannt war ich darauf, wie man den Untergang umsetzen würde. Was soll ich sagen, das war sehr beeindruckend gemacht . Auf der Leinwand war Wasser zu sehen und man konnte erkennen, dass es von unterhalb der Oberfläche aufgenommen wurde. Dazu standen alle Protagonisten auf der Bühne - jeder in einem Lichtkegel. Die Sängerin sang „The Parting Glass“ und berührte dabei Einzelne nach und nach an der Schulter. Dabei ging das die Person erhellende Licht aus. Boah, ich fand das einen richtigen Gänsehautmoment .

    Die ca. 90 km zurück nach Annagry fand ich im Dunkeln und dazu noch im Regen recht anstrengend – somit hatte ich mir zumindest noch ein kleines Guinness in Leo’s Tavern verdient.

    Hier sind die Fotos zu den beschriebenen Tagen http://nene177.magix.net/alle-alben/!/oa/7450964/.

  14. Donegal-Herbst-2017 # 14
    Biby
    Wie schön, es geht weiter... Da bin ich aber ein bisschen erleichtert, dass es nicht nur bei uns in Kerry so oft geregnet hat ....Tja, und ein vereinigtes Irland wäre auch mein Traum

    Huch, gerade erst entdeckt: winkt da Barbara hinter dem Fenster?

    Und zum Ards Forest Park möchte ich das nächste Mal auf jeden Fall auch hin, gefällt mir von deinen Bildern noch besser als der Glenveigh National Park!
    Geändert von Biby (26.06.2018 um 21:43 Uhr)

  15. Donegal-Herbst-2017 # 15
    Manwecaen
    Schön, dass du den Piraten gefunden hast . Hat mich gefreut, ihn "zu Gesicht" zu bekommen .


  16. Donegal-Herbst-2017 # 16
    Pusztakind
    Mit diesem wunderbaren "Lesefutter" zum Frühstück fängt der Tag doch gleich beschwingt an! Vielen Dank, Nene, und die Bilder sind - wie immer - eine Wucht! Schade, dass mir die coffeebean noch nicht begegnet ist, muss ich doch mal die Augen offenhalten, wenn ich wieder in der Gegend bin!

  17. Donegal-Herbst-2017 # 17
    Nene177
    Ich danke Euch für die netten Kommentare .


    Zitat Zitat von Biby Beitrag anzeigen
    Huch, gerade erst entdeckt: winkt da Barbara hinter dem Fenster?
    Genau .


    Zitat Zitat von Biby Beitrag anzeigen
    Und zum Ards Forest Park möchte ich das nächste Mal auf jeden Fall auch hin, gefällt mir von deinen Bildern noch besser als der Glenveigh National Park!
    Die beiden Parks kann man eigentlich nicht miteinander vergleichen - ich liebe beide . Der Ards Forest Park ist aufgrund seiner Lage sehr abwechslungsreich und hat natürlich auch mehr Wandermöglichkeiten. Und in Glenveagh kann es manchmal recht voll sein - zumindest für irische Verhältnisse .

  18. Donegal-Herbst-2017 # 18
    Biby
    Zitat Zitat von Nene177 Beitrag anzeigen






    Die beiden Parks kann man eigentlich nicht miteinander vergleichen - ich liebe beide . Der Ards Forest Park ist aufgrund seiner Lage sehr abwechslungsreich und hat natürlich auch mehr Wandermöglichkeiten. Und in Glenveagh kann es manchmal recht voll sein - zumindest für irische Verhältnisse .
    sorry für den Schreibfehler (oder war es ein Freudscher, von Glenbeigh? ) natürlich Glenveagh!

  19. Donegal-Herbst-2017 # 19
    Midgesalarm
    Wie schön, es geht weiter. Den Ards Forest Park liebe ich ja auch sehr. Obwohl ich mich schon mehrmals im Wald verlaufen habe.

  20. Donegal-Herbst-2017 # 20
    Nene177
    Zitat Zitat von Midgesalarm Beitrag anzeigen
    Den Ards Forest Park liebe ich ja auch sehr. Obwohl ich mich schon mehrmals im Wald verlaufen habe.
    Das ist mir vor einigen Jahren auch passiert . Keine Ahnung wie viele Kilometer ich an dem Tag gelaufen bin und als es langsam dunkel wurde, hatte ich keine Peilung, welcher Weg nun der direkte zur Friary ist, wo ja mein Auto stand. Ich befürchtete schon, dass ich außen rum laufen muss, aber dann sind mir zum Glück ein paar Einheimische begegnet, die mir den richtigen Weg zeigten .

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  • Nene17708.07.2018, 13:14

    Carrickfinn, Magheraclogher, Dunlewey

    Freitag, 29. September bis Montag, 2. Oktober 2017

    Am Freitag war das Wetter sehr wechselhaft . Als ich gegen Mittag zum Donegal Airport gefahren bin, regnete es. Ich wollte dort eigentlich direkt meine Flüge für den 27./29. Oktober buchen, die nette Dame dort meinte aber, ich solle online buchen, da es dann billiger wäre. Ich hatte ja Bedenken, dass der Flug von Dublin nach Donegal bzw. zurück ausgebucht sein könnte, wenn ich erst in ein paar Tagen buchen würde, aber davon ging sie nicht aus. Ich dachte mir dann auch, dass es auf die paar Tage nicht ankommen würde und ich dann außerdem an der Arbeit abklären könnte, ob ein paar Urlaubstage mehr drin wären. Da gerade kein Abflug bzw. keine Ankunft anstand, hatten die Flughafenmitarbeiter Zeit für ein Schwätzchen, das dann eine Stunde dauerte .

    Mittlerweile war auch die Sonne rausgekommen und da bot sich ein Spaziergang am „Carrickfinn Beach“, neben dem der Airport liegt, natürlich an. Aus dem kleinen Spaziergang wurden dann mehr als drei Stunden, obwohl es in der Zeit auch einige Male regnete. Zum Glück hat es aber nie lange gedauert, bis die Sonne wieder raus kam. Da gerade Flut war, habe ich die "Oileán Na Marbh" (Isle of the Dead) zum ersten Mal als Insel gesehen. Ich war ja schon oft hier, aber immer bei Ebbe, so dass ich zu dem Denkmal für die toten Babys , die auf der Insel begraben wurden, „klettern“ konnte. Vielleicht hätte ich ja durch das flache Wasser laufen können, aber einerseits wusste ich nicht, wie tief das Wasser war, und andererseits war es mir einfach zu kalt.

    Seit dem Frühstück hatte ich nichts mehr Richtiges gegessen und so bin ich am späten Nachmittag ins „Cafe Kitty“ in Bunbeg gefahren. In diesem kleinen Café gibt es leckeren Kuchen, Sandwiches, Salate und vieles mehr. Nur ca. 1 km vom Café entfernt liegt der „Magheraclogher Beach“ mit dem Wrack „Cara Na Mara“, besser bekannt als „Bád Eddie“ (Eddie’s Boot). Da mittlerweile Ebbe sein müsste, würde es auch möglich sein, zum Wrack zu laufen. Am Strand angekommen, musste ich erst einmal einen extremen Regenguss mit Hagel im Auto abwarten . Danach war das Licht aber der totale Hammer und Regenbögen gab es auch noch . Ich bin bis fast 19 Uhr hier geblieben und anschließend ging es auf ein Guinness und Small Talk in Leo’s Tavern .

    Am Samstag war das Wetter mal wieder ein Mix aus Regen und Sonne. Gegen Mittag bin ich zum „Dunlewey Lakeside Centre“ gefahren, wo ich mal wieder ein Schwätzchen mit der netten Dame an der Kasse hielt (Schande, mir fällt ihr Name nicht ein). Da wenig los war, hatten auch noch ein paar andere Mitarbeiter Zeit für Small Talk . Nach einer Weile meinten sie, da ich ja nun schon so oft da gewesen sei, würden sie mir eine Bootstour auf dem Dunlewey Lake schenken . Na da habe ich mich doch nicht zweimal bitten lassen, denn diese Tour hatte ich tatsächlich seit vielen Jahren nicht mehr gemacht. Das Centre ist auch sehr beliebt bei Familien, da es hier die verschiedensten Möglichkeiten für Kinder gibt, sich auszutoben; auch reiten kann man hier.

    Die Sonne wurde nun immer seltener von Wolken verdeckt, so dass ich den Nachmittag im "Dunlewey Wood" verbringen konnte. Als ich zur „Old Dunlewey Church“ kam, war da gerade eine Gruppe älterer Herrschaften damit beschäftigt, diese kleine Kirchenruine mit dem Mount Errigal im Hintergrund auf Papier bzw. Leinwand zu bringen. Ein Mann erlaubte mir sein fast fertiges Gemälde zu fotografieren – und das Besondere dabei war, dass ich es gemeinsam mit der Original-Kirche auf das Foto bekam .
    Die aus blauem Marmor, weißem Quarzit und roten Backsteinen erbaute Kirche hat Jane Smith Russell für ihren 1848 verstorbenen Ehemann, James Russell (Landlord des Dunlewey Estates), als Denkmal errichten lassen. Der Mount Errigal besteht übrigens auch aus Quarzit.

    Das „Dunlewey Estate“ gehört der Guinness Family, man darf es aber betreten . Das große rote Haus, das man auch vom See her sehen kann, ist von außen leider ziemlich runtergekommen, allerdings werden nach und nach Ausbesserungen vorgenommen. Im Wäldchen liegt die Ruine eines alten Cottages mit einem moosbewachsenen Brunnen und Mauern. Ich liebe diesen Ort!!! Als ich dort ankam, war es erst noch sehr dunkel, da die Sonne von Wolken verdeckt war. In der Stunde, die ich dort verweilt habe, kam die Sonne raus und zeichnete wunderschöne Licht- und Schattenspiele in den Wald und auf die Ruine. Anschließend bin ich wieder zurück zum „roten Haus“ gegangen und dann hinunter zum See, dessen Wasserstand recht hoch war. Das Licht war jetzt toll, so dass ich auch noch Fotos vom „Poison Glen“ und vom „Mount Errigal“ gemacht habe .

    Selbstverständlich habe ich meinen letzten Abend in Donegal wieder in Leo’s Tavern verbracht .

    Am Sonntag musste ich mich von Donegal verabschieden, womit ich mir aber Zeit gelassen habe . Es war dann auch schon fast 12 Uhr, als ich bei Regen losgefahren bin. Ohne Stopp ging es in ca. 3,5 Stunden bis Balbriggan nördlich von Dublin, wo ich mein Auto vollgetankt habe – dann brauchte ich das nicht morgen noch zu erledigen. Vor 16 Uhr habe ich in „The White Cottages“ in Skerries für die letzte Nacht eingecheckt. Da ich schon einige Male hier war und wusste, dass die Restaurants am Skerries-Pier an einem Sonntag sehr stark frequentiert sind, bin ich gegen 17:30 Uhr zum Pier gelaufen, auch wenn das Wetter gerade nicht prickelnd war. In „The Brick House“ konnte ich für 19 Uhr reservieren; bis dahin bin ich noch am Pier und am Strand entlang geschlendert. Das Essen war wieder super – ich kann das Restaurant echt empfehlen . Auch die anderen Restaurants am Pier sind toll, aber ich ziehe die gemütliche Atmosphäre in diesem kleinen Haus den anderen vor. Mein Guinness habe ich anschließend im „Joe May’s Pub“ nebenan getrunken.

    Das Frühstück am Montag Morgen im B&B war wieder super. Immer wenn ich dort übernachte, nehme ich den griechischen Joghurt – Jackie richtet den Teller mit Obst, Mandeln und Honig immer so toll her . Kurz nach 9 Uhr habe ich mich auf den Weg zum Flughafen gemacht; die Rückgabe des Mietwagens lief problemlos. Um 12:50 Uhr startete mein Flug nach Köln. Es ging erst in nördliche Richtung, so dass ich Skerries nun von oben sehen konnte.
    Es ist immer traurig Irland zu verlassen , aber dieses Mal wusste ich ja, dass ich schon in 25 Tagen wieder nach Donegal fliegen würde .

    Und das sind die letzten Fotos zu diesem Trip http://nene177.magix.net/alle-alben/!/oa/7451637/.

  • Biby08.07.2018, 16:45

    Das Bild mit der tollen Spiegelung des Mount Errigals ist unglaublich!

  • Pusztakind09.07.2018, 07:33

    Da sich gestern mein PC mal wieder verabschiedet hatte, konnte ich den tollen Bericht und die herrlichen Fotos erst heute morgen genießen. Wunderbarer Auftakt zum Wochenstart, vielen Dank, Nene! Ich glaube, im nächsten Roman muss ich "Annie" doch mal nach Donegal schicken, grins....

  • Nene17710.07.2018, 08:36

    Zitat Zitat von Biby Beitrag anzeigen
    Das Bild mit der tollen Spiegelung des Mount Errigals ist unglaublich!
    Von der Position aus habe ich den Mount Errigal in den letzten 10 Jahren unzählige Male fotografiert, doch die Bilder sind immer unterschiedlich .


    Zitat Zitat von Pusztakind Beitrag anzeigen
    Ich glaube, im nächsten Roman muss ich "Annie" doch mal nach Donegal schicken, grins....
    Das glaube ich auch .

  • Midgesalarm10.07.2018, 20:18

    Danke für den tollen Bericht! Zu dem Boot gehe ich auch immer. Da müsste man eigentlich mal eine Gegenüberstellung der Fotos machen, von dem Boot ist ja immer weniger übrig. Von wann sind deine ältesten?

  • Nene17711.07.2018, 06:58

    Danke, Midgesalarm .

    Das mit einer Gegenüberstellung der Fotos hatte ich auch schon mal überlegt. Im Herbst 2003 war ich zum ersten Mal hier oben, aber seit 2006 habe ich erst eine Digitalkamera. Ich schätze, dass ich seit 2006 jedes Jahr Fotos von "Eddie's Boot" gemacht habe.

  • Natalie9311.07.2018, 16:50

    Ein wirklich toller und ausführlicher Reisebericht

  • Nene17701.08.2018, 17:41

    CLANNAD in Gweedore

    Freitag, 27. Oktober bis Sonntag, 29. Oktober 2017

    Am Freitag ging es nun zum fünften Mal in diesem Jahr nach Irland . Wie zuvor bereits erwähnt, hatte ich erst vor etwa 4 Wochen erfahren, dass CLANNAD am 27. Oktober ein Konzert im „Amharclann Ghaoth Dobhair“ (Gweedore Theatre) geben würde. Das hätte ich niemals mitbekommen, wenn ich nicht im September in Annagry gewesen wäre .

    Da ich wegen drei Tagen nicht quer durch Irland fahren wollte, habe ich mir überlegt, von Dublin nach Donegal zu fliegen. Für diese Strecke gibt es zwei Flüge am Tag – einer um 13:15 Uhr und der andere um 18:50 Uhr. Da das Konzert um 20 Uhr beginnen sollte, musste ich also den ersten Flug bekommen. Normalerweise fliege ich ja mit Germanwings von Köln/Bonn nach Dublin, aber mit dem Flug um 10:40 Uhr wäre ich erst 11:35 Uhr am Terminal 1 in Dublin angekommen. Mehr als 1,5 Stunden zwischen den Flügen hört sich zwar erst einmal ausreichend an, aber nur wenig Verspätung, hätte den ganzen Plan schon umwerfen können . Ich würde zwar nur Handgepäck dabei haben, hätte also nicht auf das Gepäck warten müssen, aber ich musste ja fast durch den ganzen Flughafen laufen, um zum Terminal 2 zu gelangen, wo der Aer Lingus-Regional-Flug abging. Die zweite Option war, mit Aer Lingus um 10:20 Uhr von Düsseldorf zu fliegen. Das waren zwar nur 20 Minuten früher, aber ich würde schon am Terminal 2 ankommen. Außerdem waren dann beide Flüge mit Aer Lingus und wenn es in Düsseldorf Verzögerungen geben würde, hätte ich ggf. schon eine Alternative bzgl. Mietwagen in die Wege leiten können. Also habe ich mich für den Aer Lingus-Flug von Düsseldorf entschieden, auch wenn ich dadurch am Morgen daheim noch früher starten musste.

    Mit den Flügen hat dann aber alles wunderbar funktioniert, so wie ich es erhofft hatte . Am „Donegal-Gate“ am Dubliner Flughafen war dann auch ein Bekannter aus England, den ich schon häufig bei Konzerten von CLANNAD bzw. Moya Brennan in Deutschland, Holland und Irland getroffen hatte. Vor Dave muss ich immer meinen Hut ziehen, denn er ist körperlich schwer behindert und ist trotzdem immer allein unterwegs .

    Beim Start um 13:30 Uhr war schönes Wetter in Dublin, das aber leider auf dem Weg in den Nordwesten immer schlechter wurde . Am Donegal/Airport habe ich meinen Mietwagen, den ich über Aer Lingus gebucht hatte, übernommen und bin zu meinem B&B in Annagry gefahren. Mary war zwar nicht da, sie hatte aber ihrem Ehemann Connie aufgetragen, die Suppe vom Mittag für mich aufzuwärmen .

    Das Wetter war wie erwähnt nicht berauschend, aber ich war ja diesmal auch nicht zum Wandern hier. Da die Sonne dann aber doch noch rauskam , konnte ich mir vor dem Konzert noch einen kurzen Abstecher zu „Eddie’s Boot“ am „Magheraclogher Beach“ nicht verkneifen. Gegen 19 Uhr habe ich mich schließlich im „Amharclann Ghaoth Dobhair“ mit meiner Bekannten Veronika getroffen.

    Da viele Einheimische CLANNAD dort sehen wollten, wo sie schon als Teenager aufgetreten sind, war die Nachfrage nach Karten groß. Kurzer Hand wurde für Samstag ein zweites Konzert angesetzt. Da es für dieses Konzert noch Karten gab, habe ich mir gleich noch eine Karte gekauft und meine Bekannte Kelly aus Letterkenny über das zweite Konzert informiert. Veronika hatte auch schon ein Ticket gekauft.

    Das Konzert war super!!! Im August 2016 war Band-Mitglied Pádraig Duggan verstorben und für ihn waren Moya’s Kinder Aisling und Paul mit auf der Bühne. Ich habe CLANNAD ja nun schon oft gesehen und daher hatte ich den Eindruck, dass besonders Pól nervöser war als normal. Dieses Konzert daheim, vor so vielen Menschen, die Moya und ihre Brüder Ciarán und Pól sowie ihren Onkel Noel schon ein Lebenlang kennen, war auch für diese „alten Hasen“ aufregend. Die Atmosphäre in diesem kleinen Theater mit all den Locals war einfach toll . Ich war so unendlich froh, dabei zu sein . Nach dem Konzert war auch noch Gelegenheit für ein kurzes Schwätzchen mit Moya und den anderen. Außerdem trifft man bei Konzerten in Donegal auch immer die „üblichen Verdächtigen“ , was stets ein großes HALLO bedeutet. Anschließend ging es noch auf ein Guinness in Leo’s Tavern .

    Am Samstag Mittag hatte ich mich mit Veronika in der „Scoil Phádraig“ in Gweedore verabredet. In dieser kleinen Schule wurden schon Pádraig, Noel, Moya, Ciarán und Pól von ihren Eltern bzw. Großeltern unterrichtet. Hier sollte CLANNAD heute mit der irisch-sprachigen Version des Songs „Goodnight Irene“ für die Reportage „Lomax in Éirinn“ gefilmt werden. Alan Lomax war ein amerikanischer Musikforscher, der 1951 nach Irland kam, um irische Folk Music aufzunehmen. Er war sehr eng mit dem Song „Goodnight Irene“ verbunden, der zur damaligen Zeit ein Hit war. Der Großvater von Moya hat damals den Song für ihn ins Irische übersetzt und eine Nachbarin hat ihn vorgetragen. Und eben diese irische Fassung von „Goodnight Irene“ wurde heute in der „Scoil Phádraig“ für die Dokumentation aufgezeichnet.

    Das sagt der irisch-sprachige Fernsehsender TG4 zu Alan Lomax:
    „Lomax in Éirinn: Alan Lomax had a dream to record and preserve the music of the world. In 1951, he began that mission in Ireland. Lomax in Éirinn uncovers the story behind that trip and shows how it resulted in the first LP of Irish music – the album that brought Irish music to the world.
    When he arrived in Ireland in 1951, Alan Lomax aimed to preserve a tradition that few Irish people valued at that time. He wrote: “The last notes of the old, high and beautiful Irish civilization are dying away. A civilization which produced an epic, lyrical and musical literature as noble as any in the world.” Twenty years later, his recordings would help inspire the 1970s revival of Irish music by bands such as Planxty, The Bothy Band and Clannad. Contributors to Lomax in Éirinn include Iarla Ó Lionáird (The Gloaming), John Spillane, Brian Mullan, Ian Lee, Grace Toland, Danny Diamond, Nicholas Carolan and Deirdre Ní Chongaile.
    Lomax in Éirinn features exclusive performances from contemporary artists Steve Earle, Clannad, Slow Moving Clouds, The Tulla Ceilí Band and Nell Ní Chróinín (all performing music that Lomax preserved).”


    Eine 2011 erschienene Biographie trägt den Titel “The Man Who Recorded the World: A Biography of Alan Lomax”.

    Den Nachmittag habe ich mit meinen Freunden in Dunfanaghy verbracht und am Abend ging es zum zweiten CLANNAD-Konzert. Fotografiert hatte ich gestern, heute habe ich nur relaxed, zugehört und genossen . Kelly und zwei ihrer Freundinnen waren auch da und eine der Beiden war ganz besonders glücklich, da sie CLANNAD noch nie live gesehen hatte. Sie hatte Moya’s Biografie dabei und als sie nach dem Konzert noch mit Moya reden konnte und das Buch signiert bekam, war sie „over the moon“ .

    Um 10:30 Uhr am Sonntag ging mein Flug von Donegal nach Dublin und um 15:00 Uhr von Dublin nach Köln.

    Was war das für ein genialer Kurztrip!!!

    Die Fotos aus dem Donegal-Flieger sind zwar aufgrund der Wetter- und Lichtverhältnisse z.T. nicht so gut, aber trotzdem habe ich sie in den Link eingefügt http://nene177.magix.net/alle-alben/!/oa/7453962/.

  • Manwecaen02.08.2018, 07:58



    Mir gefallen die Fotos aus dem Flugzeug sehr

  • gobshite12.08.2018, 09:32

    Hallo Nene,
    vielen Dank für den ausführlichen Reisebericht.
    Die Bilder sind wieder einmal mehr so wundervoll, ich weiss gar nicht, welche mir am besten gefallen. Vielleicht die dramatische Stimmung mit dem leuchtenden Regenbogen? Ich hoffe, dass wir im nächsten Jahr wieder einen Abstecher ins County Donegal unternehmen. Ich wünsche dir eine angenehme Zeit und freue mich auf deinen nächsten Reisebericht.

  • Nene17714.08.2018, 08:18

    Vielen Dank, Manwecaen und gobshite .

  • greenFreddy24.08.2018, 21:20

    Super, Nene! Vielen Dank für den Bericht... höchste Zeit, dass ich es auch wieder mal nach Donegal schaffe...
    grüne Grüße

  • Nene17725.08.2018, 11:41

    Zitat Zitat von greenFreddy Beitrag anzeigen
    ... höchste Zeit, dass ich es auch wieder mal nach Donegal schaffe...

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