jaja, der kommt heute....

[schild=15 fontcolor=000000 shadowcolor=C0C0C0 shieldshadow=1]Soll ich solange wach bleiben?[/schild]


Der Boxer
(The Boxer)

Spielfilm, Irland/Grossbritannien/USA 1997


Mit Daniel Day-Lewis (Danny Flynn), Emily Watson (Maggie), Ken Stott (Ike Weir), Brian Cox (Joe Hamill), Gerard McSorley (Harry), Eleanor Methven (Patsy)
Regie: Jim Sheridan
Drehbuch: Jim Sheridan, Terry George
Musik: Gavin Friday, Maurice Seezer
Kamera: Chris Menges



Im Gefängnis geläuterter IRA-Kämpfer (Daniel Day-Lewis) versucht nach 14 Jahren Haft einen Neuanfang. Seine Versuche, sich aus der Politik herauszuhalten, scheitern. Politdrama.

Der ehemalige IRA-Kämpfer und Profiboxer Danny Flynn versucht nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis, sich der Politik fern zu halten und als Boxer eine neue Existenz aufzubauen. Doch das erweist sich in dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Belfast als gefährliches Unterfangen. «Der Boxer» mit Emily Watson und Daniel Day-Lewis ist ein packendes Liebes- und Politdrama auf dem Hintergrund des Nordirlandkonflikts.

Der ehemalige Profi-Boxer und IRA-Aktivist Danny Flynn (Daniel Day-Lewis) kehrt nach einer langjährigen Haftstrafe in seine Heimatstadt Belfast zurück. Er hat im Gefängnis der Politik abgeschworen und will sich jetzt nur aufs Boxen konzentrieren. Zusammen mit seinem ehemaligen Trainer Ike Weir (Ken Stott) will er den «Holy Family Boxing Club», in dem Katholiken und Protestanten früher gemeinsam verkehrten, wieder zum Leben erwecken. Gleichzeitig bereitet er sich mit intensivem Training auf ein Comeback als Boxer vor. Seine ehemaligen politischen Kampfgefährten beobachten Dannys Treiben skeptisch. Für sie ist er ein Abtrünniger und gilt als suspekt. Ihr Misstrauen wächst, als Danny die Beziehung zu seiner ehemaligen Geliebten Maggie (Emily Watson) wieder aufnimmt. Maggie hat während Dannys Haft seinen besten Freund geheiratet, der jetzt seinerseits im Gefängnis sitzt. Maggies Vater (Brian Cox), ein engagierter Politiker, der für das friedliche Zusammenleben von Katholiken und Protestanten eintritt, warnt Maggie vor einer Beziehung mit Danny. In den Augen der militanten IRA-Aktivisten nämlich sind die Frauen von Inhaftierten eine moralische Stütze im Kampf. Die Affäre zwischen Maggie und Danny wird als Sabotage angesehen. Danny verlässt daraufhin Belfast und lässt sich in London nieder. Hier gelingt ihm ein triumphales Comeback im Boxring. Doch dann wird Ike ermordet. Danny kehrt in seine Heimat zurück, bereit, sich seiner Liebe und Verantwortung zu stellen.

«The Boxer» war nach «My Left Foot» (1990) und «In the Name of the Father» (1993) die dritte Zusammenarbeit des Schauspielers Daniel Day-Lewis mit dem irischen Regisseur Jim Sheridan. Der 1957 als Sohn eines englischen Dichters in London geborene Daniel Day-Lewis begann seine Schauspielkarriere am Theater, bevor er mit «My Beautiful Laundrette» und «Room With A View» 1985 praktisch über Nacht zum Star wurde. Es folgten internationale Kinohits wie «The Unbearable Lightness of Being», «The Age of Innocence», «The Last of the Mohicans». Nach mehr als einem Jahrzehnt im Rampenlicht zog sich der Publicity-scheue Oscargewinner nach dem Film «The Boxer» praktisch vollständig aus dem Filmgeschäft zurück. Der seit 1997 mit der Tochter des amerikanischen Schriftstellers Arthur Miller verheiratete Schauspieler war seither nur zwei Mal im Kino zu sehen: Als brutaler Gangleader in Martin Scorseses Historiendrama «Gangs of New York»(2002) und als eigenbrötlerischer Althippie in Rebecca Millers «The Ballad of Jack and Rose». Auch wenn letzterer Film als diesjähriger Berlinale-Beitrag nicht wirklich zu begeistern vermochte, macht er doch eines deutlich: Mit dem Rückzug von Day-Lewis hat das Kino einen seiner charismatischsten Protagonisten verloren. «The Boxer» bietet die Chance, den Star in einer seiner stärksten Rollen zu sehen.

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