Die neueste Ausgabe von "Irlands einzigem Geschichtsmagazin" (Selbstbeschreibung) bietet wie immer einen bunten Mix. Die Titelstory ist Percy Bysshe Shelley gewidmet, einem Sympathisanten der irischen Freiheitsbewegung, und seinen Kontakten zu Catherine Nugent, einer "United Irishwoman" (... die feminine Variante der bekannteren United Irishmen). Weitere Themen sind Irlands Fussballgeschichte, die Geschichte der Region südlich von Dublin, unvermeidlicherweise Johannes Paul II. und ein Artikel von Brian Hanley zum Thema "IRA und Nazis".

Ausgehend von der Köpfung der Sean-Russell-Statue und mit dem Lied

"Oh here's to Adolph Hitler,
Who made the Britons squeal,
Sure before the fight is ended,
They will dance an Irish reel ..."


macht Hanley auf nur fünf Seiten klar, warum diese dubiose Verbindung zwischen irischen Freiheitskämpfern und deutschen Serienbesatzern keineswegs leicht genommen werden darf. Und warum eine genaue Untersuchung dazu schon längst überfällig ist. Und in wenigen Zitaten wird ersichtlich, welch einen Eiertanz die Republikaner veranstalteten, 1939 schwörend "weder König noch Diktator" zu dienen, 1940 eine deutsche Invasion Irlands als freundschaftliche Befreiuung ideologisch vorbereitend ... Gelder, die von deutschen Nazis in den USA über den Clan na Gael in die IRA-Kassen flossen, mögen da mitgeholfen haben. Auch die Hinwendung zu einer deutschfreundlichen Haltung innerhalb der IRA wird deutlich - Attacken gegen die "Krankheit Hitlerismus" in An Phobhlacht anno 1933 wandeln sich zu folgenden Sätzen in den "War News": "Belfast in der Hand des internationalen Judentums ... Die Juden sind wie die Engländer, wenn sie stark sind unterdrücken und herrschen sie ... de Valeras Regierung dominiert von Juden und Freimaurern, den neuen Eigentümern Irlands," Klingt wie deutsche Propaganda ... und wenn Sinn Fein Supremo J.J. O'Kelly Hitler lobt, weil er Deutschland von der "Geissel der jüdischen Sklaverei" befreit habe, dann gibt das doch zu denken ... vor dem Hintergrund, dass deutsche Luftangriffe am 15. und 16. April 1941 mehr irische Zivilisten töteten als dies britische Truppen im geamten Unabhängigkeitskrieg schafften. Hanleys Schlussbemerkung, dass der Diskussionspunkt eigentlich sein müsse, warum die IRA eine deutsche Invasion herbeisehnte und aktive Hilfe vorbereitete, dürfte noch für Debatten sorgen. Oder auch nicht ... in besterTradition das Unliebsame durch Schweigen übergehen?

Auf jeden Fall einmal mehr ein sehr lesenswertes Heft - erhältlich im irischen Buch- und Zeitschriftenhandel oder per Abonnement, weitere Informationen unter www.historyireland.com