• Leitrim – Abseits der klassischen Touristengebiete Irlands erholen und Kraft tanken

    Im Nordwesten Irlands befindet sich mit dem County Leitrim ein kleines, aber feines County, das vor allem wegen seiner Lage am größten Fluss Irlands bekannt ist. Der Shannon durchfließt nicht nur die malerische Landschaft, sondern speist auch eine Reihe von Seen. Der bekannteste und reizvollste ist dabei der Lough Allen, der den bergigen Nordwesten vom flachen Südosten trennt.Leitrim
    Leitrim, das im Norden an Donegal, im Nordosten an Fermanagh, im Osten an Cavan, im Südwesten an Roscommon, im Süden an Longford und im Westen an Sligo grenzt, bietet auch einen Zugang zum Meer. Allerdings handelt es sich dabei um die kürzeste Küstenlinie des Landes. Nur etwa fünf Kilometer misst der Meereszugang vor Tullaghan.
    Das Klima in Leitrim ist typisch irisch, was mildes Wetter mit fast täglich wiederkehrenden Niederschlägen bedeutet. Größte Chancen auf trockenes Wetter bestehen in den Sommermonaten, wenn durchschnittliche Außentemperaturen von rund 20° C auch den einen oder anderen Regenschauer verzeihen.
    Derzeit leben rund 32.000 Einwohner in Leitrim, das sind etwa 20 Bewohner pro Quadratkilometer. Anfang des 19. Jahrhunderts war die Bevölkerungszahl noch weit höher. Mehr als 150.000 Menschen lebten damals im County Leitrim. Leider zwangen Hunger und wirtschaftliche Nöte viele der Bewohner dazu, die Grafschaft zu verlassen und in den USA oder in anderen Countys des Landes ihr Glück zu versuchen.

    Hausbootferien auf der Shannon-Erne-Wasserstraße

    Ein Labyrinth aus Flüssen und Seen verbindet die Grafschaft Leitrim mit dem nordirischen County Fermanagh. Es handelt sich dabei um die Shannon-Erne-Wasserstraße, die einem erst 1993 wiederöffneten Kanal von Leitrim bis zum Upper Lough Erne folgt. Entlang der Strecke sind 34 Brücken sowie 16 Schleusenkammern zu bewundern.
    Mittels Hausboot, für das nicht einmal ein Führerschein notwendig ist, kann der beliebte Wasserweg auf eigene Faust befahren werden. Entlang der rund 63 Kilometer langen Strecke wartet eine reizvolle Landschaft, die von vielen kleinen Hügeln geprägt ist. Die reine Fahrzeit beträgt rund 16 Stunden, um die wunderschöne Umgebung aber genießen zu können, sollten etwa drei Reisetage eingeplant werden.
    Gästen, die lieber den Shannon entlangschippern, bieten sich natürlich beste Möglichkeiten auch längere Touren zu starten. Insgesamt sind rund 250 Kilometer des längsten Flusses Irlands schiffbar.

    Erholsame Tage am Lough Allen

    Im Herzen Leitrims liegt der mehr als elf Kilometer lange und bis zu acht Kilometer breite Lough Allen. Es handelt sich dabei um den höchstgelegenen und größten See entlang des Shannon.
    Am und um den See bieten sich für Urlauber zahlreiche Freizeitmöglichkeiten. Das Angebot reicht von Wassersport wie Schwimmen, Kajakfahren oder Windsurfen bis hin zu Angeln oder Wanderungen in der malerischen Landschaft.
    Zu kurz kommt in der Gegend um den Lough Allen auch die Geschichte nicht. So locken das Heritage Center in Drumkeeran mit einem wunderschön nachgebauten Cottage oder die Kohlenmine im in Roscommon gelegenen Arigna.

    Historie und Unterhaltung in Carrick-on-Shannon

    Leitrims Hauptstadt liegt an einer engen Biegung des Shannon, nur wenige Kilometer südlich der Shannon-Erne-Wasserstraße. In der Kleinstadt sind einige schöne historische Gebäude aus dem 19. Jahrhundert zu bewundern. So begeistern die Costello Chapel, eine der kleinsten Kapellen Europas, das georgianische Hatley Manor House oder die beiden gotischen Kirchen St. Mary´s Church und St. George´s Church.
    Alljährlich im August ist Carrick-on-Shannon Veranstalter einer Ruderregatta sowie des Carrick Water Music Festivals, das Musikfreunde aus ganz Irland anlockt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die gesamte Bandbreite an Musikrichtungen.

    Malerische Dörfer und historische Herrenhäuser

    Ob seiner geringen Bevölkerungsdichte befinden sich in Leitrim zahlreiche malerische Dörfer wie etwa Kilargue, dessen Quelle als heilig angesehen wird und das über Jahrhunderte ein beliebtes Ziel von irischen Pilgern war.
    Nahe des kleinen Ortes Kilmore am Ufer des Lough Gill lohnt das Parke´s Castle einen Abstecher. Das aus dem 17. Jahrhundert stammende Herrenhaus wurde für Captain Robert Parke erbaut. Der Engländer ließ seinen Adelssitz auf den Ruinen eines abgerissenen Turmes des O´Rourke Clans errichten. Der Adelssitz ist gut befestigt und war ursprünglich sogar von einem Burggraben umgeben.
    Am Lough Rynn befindet sich ein schon typischeres Herrenhaus. Lough Rynn Estate gehörte einst den Clements, den Earls of Leitrim. Das Gebäude, das heute als Luxushotel dient, begeistert nach wie vor mit seinem ursprünglichen Charakter und dem antiken Mobiliar. Umgeben ist der Herrschaftssitz von mehr als 40 Hektar Land und unzähligen kleinen Seen. Wunderschön angelegte Gärten, kleine Wälder sowie das Arboretum mit exotischen Bäumen laden zu ausgedehnten Spaziergängen.