• County Clare: Grünes Paradies für Kultur- und Naturfreunde

    Im Westen Irlands in der Provinz Munster liegt das County Clare, das mit 116.885 Einwohnern und einer Fläche von 3.442 Quadratkilometern zu den weniger besiedelten Grafschaften der grünen Insel zählt. Die Halbinsel Clare mit der Hauptstadt Ennis wird im Norden vom Galway Bay und im Süden vom Shannon Bay begrenzt, wo der Fluss Shannon in den Atlantik mündet. Die Ostgrenze bildet der Lough Derg, der drittgrößte See Irlands.
    Die Planken eines Flussübergangs gaben im 12. Jahrhundert dem County seinen Namen, denn das irische Wort für Planke ist „Clár“. Der Übergang über den Fluss Fergus war nämlich ein wichtiger Bestandteil der damaligen Infrastruktur.

    Clare: Grünes Paradies für Kultur- und Naturfreunde


    Ihren Beinamen „Banner County“ erhielt die Grafschaft, weil es hier ab dem 18. Jahrhundert üblich war, bei politischen Veranstaltungen Banner bei sich zu tragen. Die Banner standen für die unterschiedlichen Handwerks- und Handelsgilden und repräsentierten symbolisch die politischen Überzeugungen deren Mitglieder.

    Faszinierende Naturschauspiele – Burren und Cliffs of Moher

    Das County Clare gilt als eine der landschaftlich reizvollsten Regionen Irlands. Die abwechslungsreiche Natur zeigt sich in zerklüfteten Klippen, hügeligem Farmland und karger Karstlandschaft.

    Im Nordwesten der Grafschaft liegt das Kalksteinmassiv Burren – ein Eldorado für Geologen und Botaniker, die hier eine urtümliche Felslandschaft mit seltenen Pflanzen sowie unterirdischen Höhlen und Flüssen vorfinden. Die Fauna und Flora faszinieren die Besucher des 250 Quadratkilometer großen Nationalparks Burren mit beeindruckendem Artenreichtum: So leben hier 28 unterschiedliche Schmetterlingsarten, und trotz der kargen Umgebung gedeihen Pflanzen sowohl aus arktischen Regionen als auch aus Mittelmeerländern.
    Sehenswert ist auch das 4.000 Jahre alte Megalithgrab mit dem Namen „Poulnabrone Dolmen“, wo die prähistorischen Bewohner Irlands ihren Anführern die letzte Ehre erwiesen haben.

    Die Tropfsteinhöhle „Aillwee Cave“, ein weiteres beeindruckendes Naturschauspiel im Nationalpark Burren, wurde vor Millionen von Jahren von einem unterirdischen Fluss geformt. Das Alter einiger Stalaktiten wird auf 8.000 Jahre geschätzt. Bis zu 500 Meter tief unter der Erde befinden sich die Gänge der Höhle, die angeblich den weltweit größten Höhlensaal beherbergt.

    Acht Kilometer an der Küste des Countys Clare entlang erstrecken sich die Cliffs of Moher, die zu den spektakulärsten Sehenswürdigkeiten ganz Irlands gehören. Mit einer Höhe von bis zu 230 Metern zählen sie zu den höchsten Steilklippen in Europa. In den Felsnischen leben zahlreiche Vogelarten, und die grasgrünen Plateaus mit den steil ins tosende Meer abfallenden Klippen bieten ein atemberaubendes Bild wilder und ursprünglicher Natur.

    Kultur und Freizeit

    Das kulturelle Angebot im County Clare ist geprägt von irischen Traditionen: In vielen Städtchen und Dörfern gibt es Pubs, in denen irische Folkloremusik gespielt wird und uralte Bräuche gepflegt werden. Der Besuch eines Pubs wird zum historischen Erlebnis, wenn das Torffeuer für gemütliche Wärme sorgt und die Kellner in uriger Atmosphäre traditionelle Gerichte wie Seafood Chowder oder das deftige Irish Stew servieren.

    Das Küstenstädtchen Doolin am Rande der Cliffs of Moher gilt mit seinen zahlreichen Musikgeschäften als Mekka der irischen Musik. Aber auch Milltown Malbay hat sich mit dem alljährlich im Sommer stattfindenden Willie-Clancy-Festival, benannt nach dem populärsten Musiker der Region, einen Namen in der irischen Musikszene gemacht.

    Historische Wurzeln hat auch das Lisdoonvarna Matchmaking Festival, das ursprünglich eine Veranstaltung für junge Bauern auf Brautschau war. Heute noch ist das Festival im Hauptort des Burren über die Grenzen Irlands hinaus beliebt bei Singles.

    Zu den reizvollsten Seebädern Irlands zählt der Badeort Kilkee. Hier umsäumen bunt getünchte Häuser den 1,2 Kilometer langen Sandstrand – ein Paradies für Badeurlauber, die hier außerdem zahlreiche Freizeitaktivitäten wie Tennis, Golf, Tauchen und Surfen wahrnehmen können.

    Wer sich einen Eindruck mittelalterlicher Lebensart machen möchte, sollte unbedingt einen Abstecher zum Bunratty Castle machen, das bereits im Jahr 1250 von Normannen als Holzfestung erbaut wurde und sein heutiges Aussehen seit 1425 bewahrt hat. Wenn sich die Burg beim Einbruch der Dunkelheit in den Schein zahlreicher Fackeln und Kerzen hüllt, fühlen sich Besucher wie nach einer Zeitreise ins tiefe Mittelalter versetzt.
    Um die Burg herum verströmt der Folk Park mit seinen traditionellen Gebäuden nostalgisches Flair. Hier können Besucher in die irische Welt des 19. Jahrhunderts eintauchen, indem sie historische Geschäfte, eine Windmühle, eine Schmiede und eine Kirche aus der damaligen Zeit besichtigen können.