• St. Patrick's Day – farbenfroher Feiertag für alle Iren und Irlandliebhaber

    Jedes Jahr am 17. März gönnen sich alle Iren und Irlandliebhaber eine Pause von der Fastenzeit: Sie feiern St. Patrick's Day.

    Geschichtlicher Hintergrund

    Seinen Ursprung hat das Fest in der Sage vom Bischof St. Patrick, der im 5. Jahrhundert als erster Missionar die christliche Lehre in Irland verbreitete und am 17. März 461 im Alter von 76 Jahren gestorben ist. Indem der Bischof das Kleeblatt als Symbol für die heilige Dreifaltigkeit bezeichnete, konnte er den irischen König so beeindrucken, dass dieser dem Bischof erlaubte, in seinem Land zu missionieren. Die Iren glaubten nämlich schon vor der Ankunft des heiligen Patrick an die magische Wirkung der dreiblättrigen Pflanze, so dass dieser Vergleich auch die Bewohner der grünen Insel überzeugte.

    Die bekannteste Heldentat des Bischofs ist die Befreiung Irlands von den Schlangen. Die Legende steht für die Vertreibung des heidnischen Glaubens und alter keltischer Rituale. Der Heilige Patrick aber vollbrachte nicht nur Wunder, sondern gründete während seiner Missionarszeit auch zahlreiche Klöster und Schulen. Seine Arbeit war so erfolgreich, dass er zum Ende seines 30-jährigen Wirkens ganz Irland christianisiert hatte. Umso erstaunlicher ist dieser Erfolg, da der Bischof selbst kein Ire war, sondern vermutlich in Schottland geboren und in Wales aufgewachsen ist.

    Irland und die Welt feiern St. Patrick's Day

    Auch wenn der religiöse Charakter des St. Patrick's Day immer mehr in den Hintergrund tritt, beginnen die insgesamt vier Tage andauernden Feierlichkeiten traditionell mit einer festlichen Messe, die oft in gälischer Sprache gelesen wird. Das typische Merkmal des St. Patrick's Day sind aber die Paraden, die sich erst im 18. Jahrhundert in den USA entwickelt haben. Die irischen Emigranten – bis heute die größte Nationalitätengruppe in den USA - traten bei den Paraden als unzertrennliche Einheit auf, die viel Wert auf die Bindung zu ihrer alten Heimat legte.



    Die größte Parade findet heute noch in New York statt, aber auch viele andere Länder haben sich von der Begeisterung für das ausgelassene irische Volksfest anstecken lassen. In Irland selbst wurde der St. Patrick's Day eher ruhig und im Kreise der Familie gefeiert, bis der Trend zu den großen Paraden in den 70-er Jahren auch die grüne Insel erfasste. Die Farbe Grün spielt bei den Feierlichkeiten eine große Rolle, ist sie doch die Farbe des Wahrzeichens der Iren: Sie malen sich das Kleeblatt auf ihre Wangen, die Barkeeper hinterlassen mit dem Zapfhahn ein Shamrock im Schaum des frischgezapften Guinness oder schenken sogar grün eingefärbtes Bier aus. Und wer ein Jahr lang ein Kleeblatt in seinem Whiskeyglas schwimmen lässt, soll mit Glück und Erfolg gesegnet werden. Doch nicht nur das Bier wird in der Farbe der Insel gefärbt, auch Pullover, Hosen, Hüte und Lebensmittel strahlen in sattem Grün. Wenn mittags die riesigen Paraden mit Musikern, Straßenkünstlern und geschmückten Wagen durch die Stadt gezogen sind, zieht die feiernde Gemeinschaft weiter durch die Pubs und Kneipen, denn keiner bleibt an diesem Tag nüchtern. Nicht nur die irische Hauptstadt Dublin, sondern auch die kleinen Städte und Dörfer feiern den Paddy's Day mit ausgelassener Fröhlichkeit, irischer Musik und natürlich einer Menge Guinness.

    Wie viel Karneval steckt im St. Patrick's Day?

    Die Lust am Verkleiden, am Tanzen, Trinken und Feiern haben beide Feierlichkeiten gemeinsam. Mehrere Tage lang ist es erlaubt, verrückt zu sein und auszuflippen. Die ausgefallenen Kostüme, die Partystimmung in den Straßen und die bunten Paraden erinnern an den rheinischen Karneval und seine Umzüge, auch wenn der Anlass beim irischen Nationalfeiertag ein anderer ist. Der Karneval nämlich hat seinen Ursprung in dem heidnischen Frühlingsfest der Germanen, die mit teilweise schaurigen Verkleidungen den Winter vertreiben wollten. Heute schließt sich an den Karneval die Fastenzeit an, während der St. Patrick's Day als willkommene Pause innerhalb der entbehrungsreichen Fastenzeit genutzt wird.