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07.08.2011 22:19 Beara Way Wanderung vom 11.-24 Juli Beitrag #1Charlotte
Beara Way Wanderung vom 11.-24 Juli
Hallo,
Mein Mann und ich waren vom 11. - 24. Juli auf dem Beara Way unterwegs - für alle die Einsamkeit und Natur pur mögen ein absolut tolles Erlebnis.
Gegenüber dem Kerry Way, den wir auch schon erwandert hatten, fand ich den Beara Way noch eine Spur einsamer und rauer.
Für alle, die dies auch einmal vorhaben, ein kurzer Reisebericht.
1. Tag (Montag) Flug von Frankfurt/Hahn nach Farranfore und Übernachtung in Killarney
2. Tag Busfahrt nach Kenmare und Tagesetappe nach Glengarriff
3. Tag Ruhetag in Glengarriff und Besuch von Garnish Island
4. Tag Tagesetappe von Glengarriff nach Adrigole
5. Tag Tagesetappe von Adrigole nach Castletownbere
6. Tag Tagesetappe von Castletownbere nach Allihies
7. Tag Tagesetappe von Allihies nach Dursey Island (Windy point)
8. Tag Besuch von Dursey Island
9. Tag Tagesetappe von Dursey Island (Windy point) nach Allihies
10. Tag Tagesetappe von Allihies nach Ardgroom
11. Tag Tagesetappe von Ardgroom nach Lauragh
12. Tag Tagesetappe von Lauragh nach Kenmare
13. Tag Busfahrt zurück nach Killarney
14. Tag Rückflug von Farranfore nach Deutschland
Am 2. Tag ging es morgens mit dem Bus nach Kenmare. Dort starteten wir frischen Mutes unsere Wanderung. Für diesen Wegabschnitt hatten wir keine Karte und folgten so dem gelben Männchen.
Am Anfang klappte dies auch wunderbar, aber ungefähr auf der Hälfte der Strecke kam eine Weggablung ohne Hinweis; wir folgten dem Hauptweg Richtung Priest’s Leap. Ein Fehler, der, wenn uns ein netter Ire nicht am Straßenrand aufgelesen hätte , unsere Tagesetappe um 10 km auf rund 35 km verlängert hätte. Ich bin mir nicht sicher, ob wir dies nach dem schon sehr anstrengenden Aufstieg auf Priest’s Leap unbeschadet überstanden hätten.
Diese besagte Weggablung wurde aber nicht nur uns zum Verhängnis. In unserem B&B in Glengarriff, welches sowohl für Wikinger Reisen als auch für den irischen Veranstalter Hill Walk als Übernachtungsstadion für Individualreisen genutzt wird, trafen wir zwei Wienerinnen die dort ebenfalls umhergeirrt waren. Den Kerry Way hatten sie zuvor schon mit Beschreibung und Kartenmaterial von Wikinger Reisen einwandfrei bewältigt. Das Material über den Beara Way aber war so ungenau, dass sie der festen Überzeugung waren, dass nie ein Mitarbeiter von Wikinger den Beara Way gegangen ist. Sie wurden am Schluss von einer netten Irin ins B&B gebracht.
Auch ein Berliner Wanderer fand nur anhand seiner guten Wegbeschreibung (Hill Walk) und seines Kompasses wieder auf dem rechten Weg zurück.
3. Tag Da wir ein Superwetter hatten, kamen wir bei der Bootsfahrt und dem Besuch von Garnish Island voll auf unsere Kosten.
4.Tag Bei sonnigem Wetter ging es steil die Berge hinauf, bei wolkigem aber trockenem Wetter nicht mehr ganz so steil hinunter nach Aridgole. Übernachtung im Hostel “Hungry Hill Lodge”, einem Hostel mit angeschlossenem Campingplatz. Sauber und mit einer sehr netten “Herbergsmutter”, welche auch das an der Straße liegende Pub betreibt. Dort besteht auch die Möglichkeit zu frühstücken.
5.Tag Start bei noch trockenem Wetter, aber in der Ferne kündigte sich schon Regen an. Kurz vor dem ersten Anstieg mussten wir dann auch die Regenjacken überziehen und dort blieben sie auch für den Rest des Tages.
Viel mehr als der Regen machten uns jedoch die schlechten Sichtverhältnisse zu schaffen. Die Wegmarkierungen stehen oft sehr weit auseinander, dies ist bei gutem Wetter kein großes Problem, aber bei schlechter Sicht kann man sich leicht verlaufen, besonders wenn es querfeldein geht und keine Spur zu sehen ist.
Einmal verloren mein Mann und ich uns, da wir beide in verschiedenen Richtungen nach dem Weg suchten. Gut, dass wir dort Handyempfang hatten (was nicht auf allen Wegabschnitten der Fall ist) und so haben wir uns schnell wieder gefunden.
Gerade, als wir dann beschlossen hatten, jetzt gehen wir einfach nach unten an die Straße, weil wir zum dritten Mal verzweifelt nach der Wegmarkierung suchten, sahen wir den Pfosten mit dem gelben Männchen rund 30 Meter über uns. Danach wurde dann die Sicht auch wieder etwas besser, aber der Regen ließ nicht nach.
Tropfnass und mit Wasser in den Schuhen erreichten wir dann Castletownbere und fanden hier ohne Probleme ein B&B.
6.Tag Bei windigem, aber trockenem Wetter mit nur einem steilen Anstieg erreichten wir am frühen Nachmittag Allihies. Hier hatten wir am Vortage im Hostel ein Zimmer gebucht, welches sich als Glücksgriff erwies. Wir hatten ein großes, sauberes Zimmer mit eigenem Bad und fühlten uns auch ansonsten sehr wohl in diesem Hostel.
Gerne hätten wir es auch für unseren 9. Tag, an dem wir wieder in Allihies übernachteten, gebucht, aber leider war es belegt.
So reservierten wir ein Zimmer bei “Veronica´s Cafe” und konnten dort auch einen Teil unseres Gepäck lassen.
7. Tag Mit leichtem Gepäck ging es am nächstem Morgen Richtung Dursey Island.
Es war wieder recht windig, aber trocken. Die Etappe war angenehm zu gehen und bot viele schöne Ausblicke.
Um 14.00 hatten wir unser B&B “Windy Point” erreicht und genossen für den Rest des Tagen unser sehr schönes Domizil mit Seeblick und vorzüglichem Abendessen.
Die Übernachtung im “Windy Point” hatte ich vorsichtshalber schon von zuhause aus gebucht, da dies wohl lange Zeit die einzige Übernachtungsmöglichkeit war. Es gibt jetzt aber noch ein B&B rund ein Kilometer vor “ Windy Point”. Das B&B “Harbour View”. Wir können jedoch das “Windy Point” sehr empfehlen. Hier lag sogar alte Zeitung zum Trockenen unser Schuhe bereit, als wir von unserem Ausflug nach Dursey Island zurück kamen
.
8.Tag Mit der Seilbahn nach Dursey Island dann bei stürmischem Wind, leichtem Regen und gefühlten Temperaturen knapp dem Gefrierpunkt war über die von leerstehenden Häuser geprägte Insel bis zur Spitze ein unvergessliches Erlebnis. Wie schön muss dieser Ausflug bei Sonne und weiter Sicht sein!
9.Tag Nach dem leckerem Frühstück ging es bei Sonnenschein zurück nach Allihies, wo wir bei Veronica mit Kaffee/Tee und Scones begrüßt wurden. Wir nutzten das gute Wetter und gingen noch eine Runde am Strand spazieren, anschließend noch ein kurzer Abstecher in das stillgelegten Kupferabbaugelände.
Am Abend buchten wir dann noch telefonisch die Übernachtungen für die folgenden Tage.
10.Tag Wieder hatten wir Glück mit dem Wetter und so ging es über Eyeries, einem sehr schönen Ort weiter nach Ardgroom. Entgegen der alten Wegführung laut Karte verlief der Beara Weg südlich des Loch Fedda durch sumpfiges Gelände, in dem nun nach einem Sturz mein Handy schlummert.
11.Tag Wieder schönes Wetter auf unserem Weg nach Lauragh. Hier hatten wir eine Übernachtung bei Werner Isenbügel bebucht. Werner, einigen von Euch sicher unter dem Namen Gymmi aus dem Forum bekannt, hat in Lauragh ein Haus gemietet und lebt nun seit rund 1 ½ Jahren in Irland. Ich war bei meiner Recherche über den Beara Way, den Werner ja auch schon gewandert ist, auf seine Webseite gestoßen. Dort hatte ich gesehen, dass er auch B&B anbietet. Ein Glücksfall, so kamen wir nicht nur zu einem schönem Zimmer, sondern auch in den Genuss eines sehr unterhaltsamen Nachmittags und Abends. Werner, der Land und Leute jetzt nicht mehr nur aus dem Urlaub, sondern auch aus dem Alltag kannte, wusste viel zu erzählen.
Er ließ es sich nicht nehmen, uns auch mit einem leckerem Abendessen zu verwöhnen. Anschließend zeigte er uns mit dem Auto noch ein paar besonders schöne Ausblicke und Rundwege seiner Wahlheimat. Ein Guinness in seinem Lieblingspub schloss den gelungenen Tag ab. Wer eine Übernachtung in der Nähe von Lauragh sucht oder evtl. eine Wanderbegleitung sollte sich einmal die Webseite von Werner ansehen: www.isi-in-ireland.com
12. Tag Eine sehr schöne, wenn auch recht lange Etappe bildete den Abschluss unserer Beara Way Wanderung. Bei schönem Wetter ging es von Lauragh nach Kenmare. Für die Anstiege entschädigten die vielen schönen Ausblicke. Unterwegs trafen wir auf unsere österreichischen Bekannten aus Glengarriff. Gemeinsam und müde erreichten wir gegen 17.00 Uhr Kenmare und freuten uns über unser schönes Zimmer im Davitt´s Guesthouse mit großer Badewanne.
13.Tag Morgens noch ein bisschen durch Kenmare gebummelt und um 12.45 Uhr mit dem Bus nach Killarney.
Wieder Glück mit unserem B&B. Es lag zwar etwas außerhalb, aber war sehr schön.
Weil es das Wetter zuließ, gingen wir noch zu einem kleinen Picknick in den Park von Killarney und genossen den letzten Abend in Irland.
14.Tag Mit dem Bus nach Farranfore und Rückflug nach Frankfurt/Hahn.
Fazit für uns: Schöner Weg bei gutem Wetter, welches wir ja bis auf einen Tag hatten.
Bei schlechter Sicht aber nicht unbedingt zu empfehlen, da wird es sehr schwierig, die Markierungen zu finden.
Wir sind mit unserem kompletten Gepäck gewandert, alle anderen die wir in den B&B getroffen haben, haben ihr Gepäck fahren lassen. Dies werden wir uns für unsere nächste Wanderung, wenn diese Möglichkeit besteht, auch überlegen. Denn etwas mindern 10 kg auf dem Rücken doch den Wandergenuss, besonders bei den Anstiegen.
Falls jemand noch Fragen zum Beara Way hat; ich helfe gerne wenn ich kann.
Charlotte
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07.08.2011 22:40 Beara Way Wanderung vom 11.-24 Juli Beitrag #2
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08.08.2011 18:50 Beara Way Wanderung vom 11.-24 Juli Beitrag #3
Danke, Charlotte für die anschaulichen Schilderungen. Um Allihies bin ich vor einigen Jahren auch mal gewandert und fand es sehr schön. Das Hostel dort kann ich auch nur empfehlen. Schön, dass Ihr Euch von einigen Unwegbarkeiten und dem Verlust des Handys nicht den Spaß habt nehmen lassen. Wie pic schon fragte - Gibt's Fotos?
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09.08.2011 09:23 Beara Way Wanderung vom 11.-24 Juli Beitrag #4Charlotte
Guten Morgen!
Ja, es gibt jede Menge Fotos. Ich versuche die Tage einmal ein paar in den Bericht einzuarbeiten. Brauche dazu aber etwas Hilfe.
Das Handy war, für heutige Zeiten ein "Uraltgerät", daß ich vor Jahren von meiner Tochter übernommen hatte und ausser 16 € Guthaben kein großer Verlust.
Viele Grüße von der zu Zeit mit irischem Wetter gesegneten Mosel
Charlotte
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09.08.2011 09:31 Beara Way Wanderung vom 11.-24 Juli Beitrag #5
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09.08.2011 09:58 Beara Way Wanderung vom 11.-24 Juli Beitrag #6
Charlotte, deine Wanderungen erinnern mich immer sehr angenehm an die Zeit, als wir noch aktiver unterwegs waren. Das hat ja in den letzen Jahren nachgelassen.
Wenn im nächsen Jahr alles passt, würde ich aber schon gerne mal wieder auf der Beara einsteigen.
Mit der Option:
Gymmi, give me a lift!
Und ja, in Irland hab ich oft besseres Wetter als hier am Rhein! Es ist kalt heute.
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10.08.2011 09:05 Beara Way Wanderung vom 11.-24 Juli Beitrag #7Charlotte
Guten Morgen, Dairbhre!
Woran liegt es das es mit den Wanderungen nachgelassen hat?
Eine Frage des Alters oder der Bequemlichkeit
? Oder daran, dass du in Irland schon die meisten Wege gewandert bist?
Charlotte
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10.08.2011 19:19 Beara Way Wanderung vom 11.-24 Juli Beitrag #8
Zum Alter kommen ein paar Handicaps dazu!
Aber es ist nicht so schlimm, Loopwalks und Tagestouren gehen noch.
Ich finde es jetzt sehr angenehm, jetzt noch einmal dort genaue hinzusehen, wo ich zuvor keine Zeit hatte.
Z.B. Gleninchaquin, da hat sich viel getan und den North Kerryway, den schiebe ich schon ewig vor mir her.
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10.08.2011 20:40 Beara Way Wanderung vom 11.-24 Juli Beitrag #9
Danke, Charlotte, schöner Bericht.
Glengarrif war im letzten Jahr mein Aufenthaltsort. Garinish Island hab ich auch besucht. (all die Seehunde)
Da habt ihr ja viel angesehen. Klasse. Würde mich auch über Fotos freuen.
LG Rosamunde
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01.10.2011 09:57 Beara Way Wanderung vom 11.-24 Juli Beitrag #10
Moin Charlotte,
wunderschöner Bericht, den Du da verfasst hast. Beara soll im nächsten Jahr auch unser Ziel werden. Wir wollen den Beara Way unter die Füsse nehmen und planen schon. Kannst Du eine Liste Eurer Unterkünfte verfügbar machen?
Grüße aus GÖ,
Uwe
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