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Zelt-Trekking an der Küste Donegals

  1. Zelt-Trekking an der Küste Donegals Beitrag #1
    Primordial

    Zelt-Trekking an der Küste Donegals

    Hallo Irlandfreunde,
    ich möchte an dieser Stelle einen kleinen Reisebericht über eine Zelt-Trekkingtour an der Küste von Donegal schreiben. Vielleicht werden damit auch ein paar offene Fragen bei der Planung und Durchführung beantworten, die wir selber vorher nicht wirklich lösen konnten.
    Wenn Jemand Lust bekommt auch mal mit dem Zelt los zu laufen wäre es natürlich auch schön

    Der Verlauf der Tour sah so aus:
    Ardara – Glengesh – Carrick – Slieve League – Trabane – Glencolumbkille – An Port – Slievetooey - Maghera Strand – Ardara.

    Also eine Rundtour. Geplant haben wir etwa zehn Tage um an besonders schönen Orten auch etwas länger verweilen zu können. Eilige können die Strecke sicher auch in vier Tagen hinter sich bringen, die Höhenunterschiede sind aber bisweilen beachtlich…

  2. Zelt-Trekking an der Küste Donegals Beitrag #2
    Primordial

    Vorbereitung

    In Irland ist man ja nie weit von bewohnten Gebieten und damit auch Geschäften entfernt. Wir wollten uns aber trotzdem weitgehend autark verpflegen, allerdings zur Gewichtsersparnis Nachkaufmöglichkeiten nutzen.

    Ein Problem für uns war die Beschaffung einer Schraubgaskartusche für die "Taschenrakete". Da wir vom Flughafen Dublin direkt mit Bus Eireann nach Donegal bzw. Ballyshannon fuhren konnten wir nicht in Dublin einkaufen.
    Emails an den Campingplatz und die Touri-Info in Donegal brachten auch keine Info…
    Kurz: Es gibt Gaskartuschen (Primus System) auf dem Campingplatz in Ballyshannon. Ansonsten haben wir weder an Tankstellen als auch in anderen Läden keine Kartuschen gesehen! Evtl. gibt es welche in DIY-shops, aber die hatten immer zu wenn wir in der Nähe waren
    Am besten ist sicherlich die Eindeckung mit Brennstoff bereits in Dublin, dort gibt es von Spiritus bis Reinbenzin alles.

  3. Zelt-Trekking an der Küste Donegals Beitrag #3
    Primordial

    Tag 1: Anreise

    Tag 1: Anreise

    Mit dem Abendbus nach Ballyshannon. Der neue Motorway wurde gerade eröffnet und soll die Fahrtzeit um eine Stunde verkürzen -> hat nicht wirklich geklappt…
    Auf dem Campingplatz haben wir einfach das Zelt aufgestellt und morgens bezahlt. Wirklich schön ist es dort nicht, direkt nebenan steht ein Umspannwerk und die Hauptstraße ist nicht gerade wenig befahren.

    13706_010Donegal2011DSC_7542lr_1.jpg
    Odin

  4. Zelt-Trekking an der Küste Donegals Beitrag #4
    irlins

    Re: Tag 1: Anreise

    Zitat Zitat von Primordial
    Mit dem Abendbus nach Ballyshannon. Der neue Motorway wurde gerade eröffnet und soll die Fahrtzeit um eine Stunde verkürzen -> hat nicht wirklich geklappt.
    Hm? Du meinst sicherlich die M3, die ja von der Strecke Dublin-Ballyshannon nunmal nur ein Drittel abdeckt und die bis Ortseingang Virginia etwa eine halbe Stunde spart.

  5. Zelt-Trekking an der Küste Donegals Beitrag #5
    Primordial

    Re: Tag 1: Anreise

    Zitat Zitat von irlins
    Hm? Du meinst sicherlich die M3, die ja von der Strecke Dublin-Ballyshannon nunmal nur ein Drittel abdeckt und die bis Ortseingang Virginia etwa eine halbe Stunde spart.
    Ja, den M3.

  6. Zelt-Trekking an der Küste Donegals Beitrag #6
    Primordial
    Zweiter Tag

    13706_012Donegal2011DSC_7544lr_1.jpgZeltplatz Ballyshannon mit Blick in die „idyllische“ Richtung

    Von Ballyshannon fahren wir mit dem Bus nach Donegal Town, der Busfahrer akzeptiert freundlicherweise unser Ticket vom Vortag. Dort decken wir uns mit Schokoriegeln (MORO!) im Supermarkt ein. Anschließend mit dem Kleinbus der lokalen Busgesellschaft nach Ardara, wobei wir schon im Eingang des Glengesh zwei Kilometer vor dem Ort aussteigen. Es nieselt und windet, die Gipfel der Berge hängen in den Wolken. Der Weg auf der Straße zum Pass ist gut zum Einlaufen, wenn auch etwas eintönig. Der Verkehr besteht vor allem aus Mietwagen und Wohnmobilen. Glengesh ist schön, aber die Bezeichnung „Ein Stück Alpen in Irland“ aus einem bekannten Reiseführer ist doch etwas sehr weit hergeholt. Am Pass stürmt es dann richtig und wir gehen teilweise in den Wolken. Nachdem wir ein paar Häuser passiert haben steht der nächste Anstieg an, diesmal zur Abwechslung aber nicht auf einer geteerten Straße sonder nach anfänglichen Pfadspuren weglos. Einzelne Pflöcke weisen den Weg, sind aber im hohen Grasbewuchs nur schwer auszumachen. Egal, der Weg zum Pass ist klar und über Bogholes hüpfen ist sowieso überall notwendig. Bin bereits jetzt froh, doch meine Gamaschen eingepackt zu haben:

    13706_030Donegal2011DSC_7560lr_1.jpg

    Wir planten auf dem Pass zu zelten, aber eine Eigenschaft der Pässe in Schottland und Irland scheint zu sein, dass sie noch feuchter sind als die Täler: Matsch pur mit ein paar Grasinselchen. Neben einer Fichtenplantage finden wir am Hang des Mulnanaff ein geschütztes Plätzchen. Es blüht sogar in der Nähe:

    13706_031Donegal2011DSC_7564lr_1.jpgNéalfartach (Tormentille)

  7. Zelt-Trekking an der Küste Donegals Beitrag #7
    Primordial
    Eine Wetterbesserung bringt Sonne bei nur noch wenigen Wolken. Der weitere Weg führt durch die Plantage mit Plastikgittern auf besonders matschigen Stellen. Nach kurzer Zeit ist es bereits drückend heiß und die Sonne brennt. Bald erreichen wir einen Feldweg der irgendwann im Wohngebiet in eine asphaltierte Straße übergeht. Ein Bauer spritzt gerade Gift. Der Wind bläst es uns ins Gesicht… Zwei halbverhungerte Tinker stehen auf einer Weide. Eher trostlos die Umgebung. Auf dem Weg nach Carrick wird die Aussicht dann aber besser, u.a. auf die Bucht und das Slieve League Massiv. Die Hitze fordert in Carrick eine Überdosis leckeres Pfefferminzeis

    13706_052Donegal2011DSC_7597lr_1.jpg
    Wir gehen dann genau in die Richtung wo wir schon herkamen, aber auf der anderen Seite der Bucht. Der Weg zum Aussichtspunkt bei Bunglass zieht sich und die Höhendifferenz ist auch nicht ohne. Am unteren Parkplatz ist schon ne Menge los, aber die meisten fahren doch weiter bis zum Ende … Nach weiteren Höhenmetern und ein paar Biegungen kommt dann endlich der erste Blick von den Klippen zum Meer. Eine gewaltige Szenerie und weite Sicht bis zum Benbulbin. Allerdings ist gerade der Blick zum Slieve League weniger beeindruckend als erhofft. Vielleicht liegt es am zu guten Wetter oder auch an den vielen Bildern die man schon davon gesehen hat?

    13706_073Donegal2011DSC_7639LR_1.jpg
    Noch vor dem Parkplatz machen wir an einer Bank eine lange Pause und schauen in die Tiefe und den Schafen zu. Dort liegt neben Massen anderen Mülls auch ein Auto:

    13706_080Donegal2011DSC_7673lr_1.jpg
    Etwas abseits des Weges finden wir ein ebenes Plätzchen fürs Zelt und genießen den restlichen Tag die Sicht von den Klippen. Am Meer ist Irland einfach am schönsten!

  8. Zelt-Trekking an der Küste Donegals Beitrag #8
    Nene177
    Avatar von Nene177
    Bitte weiter machen

    Durch Ballyshannon und Bundoran fahre ich übrigens immer nur durch .

  9. Zelt-Trekking an der Küste Donegals Beitrag #9
    Primordial
    Vierter Tag: Sliabh Liag

    Zum Sonnenaufgang zeigen sich ein paar schöne Schäfchenwolken, die Stimmung ist herrlich. Niemand stört, nur ein paar Schafe mähen in der Nähe das Gras.

    13706_093Donegal2011DSC_7747LR_1.jpg
    Die gute Laune verschwindet aber als wir feststellen, dass unser Zelt wohl auf einem Zeckennest steht. Teilweise haben die noch sehr kleinen Nymphen auch schon ihr Plätzchen zum Blutsaugen eingenommen. Der Platz ist recht geschützt hinter ein paar Felsen und die Schafe nutzen ihn sicherlich auch gerne. Merke: Schaf Ruheplätze besser meiden, zumindest im Frühsommer Um die so gut wie unsichtbaren Zecken los zu werden trennen wir das Zelt in seine Einzelteile und schütteln alles kräftig aus. Als wir durch die Reinigungsaktion etwas verspätet den Aufstieg zum Slieve League beginnen ist bereits richtig heiß und die Sonne brennt. Die Tortur wird aber mit sehr schönen Ausblicken belohnt. Den „echten“ One Man’s Pass, einen scharfen Grat, umgehen wir mit den schweren Rucksäcken lieber durch ein Blockfeld kurz darunter:

    13706_100Donegal2011DSC_7785lr_1.jpg
    Unser erstes Etappenziel ist die Ruine mit Brunnen am Hang des Vorgipfels. Viel ist nicht erhalten und der heilige Brunnen entpuppt sich bei der Trockenheit als trübe Brühe, allerdings schön eingefasst:

    13706_108Donegal2011DSC_7809lr_1.jpg

    Am Hang Oberhalb schauen wir uns nach möglichen Zeltplätzen um, gehen aber noch über den offiziellen One Man’s Pass zum Hauptgipfel. Über den Kamm weht ein verdammt kalter Wind. Wie ein wartendes Heer steht auf dem Meer sehr eindrucksvoll eine flache aber sehr dichte Wand aus Seenebel. An den Hängen entstehen auch immer wieder wehende Wolkenfetzen:

    13706_124Donegal2011DSC_7856LR_1.jpg
    Kurze Zeit später füllen sich die Täler rasend schnell mit vom Meer herannahenden Wolken, ein grandioses Schauspiel dem wir lange zuschauen. Unser Zelt stellen wir auf dem Vorgipfel auf und holen Trinkwasser von einem Rinnsal weiter unterhalb der Ruine. Die Hoffnung einen grandiosen Sonnenuntergang über den Wolken zu genießen wird leider eine Stunde vorher durch dichten Nebel zerstört. Das Thermometer sinkt in der Nacht fast bis auf den Nullpunkt.

    13706_126Donegal2011DSC_7866LR_1.jpg

  10. Zelt-Trekking an der Küste Donegals Beitrag #10
    pic
    Avatar von pic
    Hallo Primordial

    Hoppla, wo bist Du denn abgeblieben??? Dein Bericht endet so abrupt...
    Schon länger her jetzt...!
    Erzähl doch weiter, Deine Bilder tun den Rest!!!
    HG pic

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