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Reisebericht Mai/Juni 2011

  1. Reisebericht Mai/Juni 2011 Beitrag #1
    Nene177
    Avatar von Nene177

    Reisebericht Mai/Juni 2011

    Vom 15. Mai bis 17. Juni war ich in Irland und anschließend noch 3 Tage beim Musikfestival London Feis, bei dem v.a. irische Bands gespielt haben.

    Ich muss leider sagen, dass ich noch nie so schlechtes Wetter in Irland hatte, wie in diesem Jahr. Meistens war es kalt, stürmisch und z.T. auch regnerisch, ganz besonders in Donegal. Es gibt Tage, an denen ich nicht ein einziges Foto gemacht habe.

    Teil 1

    Am Sonntag, dem 15. Mai bin ich also nach Dublin geflogen. Nach der Übernahme des Mietwagens habe ich mich auf die 400 km nach Portmagee gemacht. Hier hatte ich die ersten 3 Übernachtungen im Hostel gebucht. Auf halbem Wege habe ich den Rock of Cashel besichtigt. Ich war recht verwundert, als ich dort sehr viel Polizei sah . Zwei Polizisten haben mir erzählt, dass am kommenden Freitag die Queen hier sein würde, und deshalb hohe Sicherheitsmassnahmen eingeleitet wurden. Von Montag bis Freitag war der Rock of Cashel dann für die Öffentlichkeit geschlossen.

    Nach Kerry bin ich v.a. wegen einem Grund – ich wollte nach 1993 und 2003 wieder nach Skellig Michael. Daraus ist letztendlich leider nichts geworden, da das Meer zu rau war . Am Montag bin ich dann zuerst zum Skellig Experience Centre gefahren und habe mir einen sehr schönen Film über die Skelligs angesehen. Dann habe ich mir von Valentia Island die Inseln wenigstens aus der Ferne angesehen. Auf den Klippen konnte ich dann auch nachvollziehen, warum eine Tour nach Skellig nicht möglich war. Es wehte nämlich ein sehr, sehr starker Wind. Ich bin dann nach Caherdaniel zum Derrynane Haus gefahren. Hier lebte einst Daniel O’Connell. Das Haus ist nicht spektakulär aber der wunderschöne Park und der darum liegende Wald haben mich einige Stunden gefesselt. Besonders als ich durch den Wald einschließlich überwuchertem Ringfort gestreift bin, hatte ich Deutschland hinter mir gelassen . Total begeistert war ich, als ich eine Mauer, auf der ein Baum gewachsen war, entdeckt habe. Das hat mich an meine Kindheit erinnert. Kurz vorm Dunkelwerden, bin ich dann noch zur Grotto auf Valentia Island gefahren. Hier wurde gerade „Frühjahrsputz“ gemacht.

    Am nächsten Morgen hat es geschüttet – ein Tag für Indoor-Aktivitäten. Ich habe mich mit Freunden in Tralee verabredet, die auch gerade in Irland waren. Wir waren im Kerry County Museum und dann noch in der Crag Cave bei Castleisland.

    Die Fischer hatten mir versichert, dass es die ganze Woche nichts mehr mit Skellig Michael werden würde, also gab es auch keinen Grund noch länger dort zu bleiben. So hatte ich Telefonjoker angerufen und sein Angebot mit dem Gästezimmer in Killarney für die nächsten 3 Tage angenommen. Der Mittwoch sollte der Tag der Ringforts werden. Zuerst war ich beim Ballycarberry Castle und anschließend bei den Ringforts Leacanabuile und Cahergall in der Nähe von Cahersiveen. Später kam dann auch noch das Staigue Fort dazu. Ich mag es immer sehr, allein in alten Ruinen rumzustromern und Zeit dort zu verbringen. Dafür muss man aber auch manchmal warten, bis Leute wieder verschwunden sind. Aber ich hatte ja Zeit und meine Uhren ticken in Irland sowieso immer langsamer.

    Am 19. Mai bin ich fast 11 Stunden durch das Muckross Estate mit Torc Waterfall „geschlendert“. Es hat mindestens 15 mal geregnet, aber Gott sei Dank meistens nur 10 min. lang. Als ich schließlich am Muckross Haus ankam, war Niemand mehr hier. Und es war schon fast 21 Uhr, als ich durch die Muckross Abbey und über den Friedhof gestreift bin.

    Am nächsten Tag wollte ich eigentlich vom Ross Castle mit dem Boot zum Black Valley und dann durch das Gap of Dunloe laufen. Es war aber so dermaßen ungemütlich, dass ich darauf nicht wirklich Lust hatte. Also habe ich erst mal ein paar Besorgungen gemacht. Gegen Mittag wurde das Wetter besser und ich bin zu Kate Kearney’s Cottage gefahren. Aus einem verkorksten Vormittag wurde noch ein schöner Nachmittag. Ich bin ca. 6 Stunden im Gap of Dunloe gewandert.

    Nach dem Frühstück und einem ausgiebigem Abschlussgespräch mit Telefonjoker und Andrea bin ich nach Clare aufgebrochen. Es hat ununterbrochen geregnet , so dass ich mir viel Zeit gelassen habe. In Glin habe ich Mittagspause gemacht und als ich zur Fähre kam, legte diese gerade ab. Also noch eine Stunde warten. Ich bin dann in den Pub kurz vorm Pier, wo ich dann allerdings eine Stunde länger blieb, als geplant. Erst mal waren da nette Leute zum Quatschen und nebenbei lief im Fernseher auch noch das Formel 1-Qualifying. Ich wollte mir ein B&B in Kilrush suchen, aber die Leute im Pub meinten, Kilkee sei schöner. Also bin ich nach Kilkee. Direkt am Ortseingang war Nolan’s B&B. Hier habe ich auch ein Zimmer bekommen (kann ich sehr empfehlen). Es hat immer noch aus Eimern geschüttet und es sah nicht danach aus, als ob es jemals wieder aufhört. Ich habe dann im Bett etwas relaxt und was soll ich sagen, nach einer Stunde hatte es aufgehört zu regnen. Also nichts wie in die Klamotten und los nach Carrigaholt. Hier hatte ich eigentlich vor, am Sonntag Dolphin-Watching zu machen, aber nach einem Telefonat – an der Tür war eine Telefonnummer – war klar, dass es auch damit nichts werden würde. Unter jetzt blauem Himmel bin ich zum Lighthouse am Loop Head gefahren. Hier wurde ich fast weggeweht und nach einer Weile zogen auch noch Wolken auf. Als ich wieder in Kilkee ankam, war es dunkel geworden.

    Am nächsten Morgen bin ich wieder zum Strand, um die Stadt bei Tageslicht zu sehen. Auf dem Weg zu den Klippen, war ich verwundert, dass bei diesem Sturm doch schon einige Wanderer dort unterwegs waren. Als ich näher kam, haben sich die Wanderer als Golfer entpuppt. Ich konnte es nicht fassen, dass man bei solchen Windgeschwindigkeiten, noch Kontrolle über den Ball haben kann. Ich war von der aufgewühlten See so fasziniert, dass ich bis mittags dort rumgelaufen bin. Dann habe ich mich ins Landesinnere begeben, wo es bedeutend gemütlicher war – kaum Wind. In der Nähe von Quin ist das Craggaunowen Project – ein liebevoll errichtetes Freilichtmuseum, mit Castle, Crannog, Ringfort, Dolmen, dem „Brendan Boat“ und mehr. Ich fand es sehr nett dort. In Quin habe ich mir noch die Friary angesehen und in der Nähe von Ennis Clare Abbey.

    23. Mai – Aufbruch nach Donegal. Heute tobt über Irland ein Orkan. Obama konnte aber in Dublin landen und sogar den Hubschrauber zum Ort seiner Vorfahren, Moneygall nehmen. Mit einem kleinen Nissan Micra 400 km zu fahren, war allerdings manchmal nicht so prickelnd. Im B&B habe ich mich ziemlich verquatscht und bin erst 10.30 Uhr losgefahren. Und dann hatte ich auch noch einen langsamen LKW vor mir, an dem kein Vorbeikommen war. Ich hatte keinen Nerv hinterher zu fahren und bin nach Quilty abgebogen. Hier habe ich mir die kleine Kirche angeschaut, die sehr schöne Glasfenster hat. An Spanish Point und Lehinch habe ich über eine Stunde fasziniert das Meer beobachtet. Es hat ausgesehen, als ob es kochen würde. Als ich in den Burren kam, war doch da tatsächlich ein Radrennen im Gange, bei dem Sturm. Am Dunguaire Castle in Kinvara habe ich auch noch einen Stopp eingelegt und 14.30 Uhr bin ich dann schließlich Richtung Donegal gestartet. Kurz vor 17 Uhr war ich in Drumcliff. Das Cafe hatte zum Glück noch auf. Ich genieße hier nämlich immer einen Berry-Crumble with Cream – mmh, lecker. Auf dem Friedhof waren zahlreiche Äste runter gekommen. Ich habe die Leute, die mit der Beseitigung beschäftigt waren, gefragt, ob das am Alter der Bäume liegt. Nein, normalerweise gibt es diese Stürme nur im Spätherbst und Winter und dann habe die Bäume kein Laub. Nach 20 Uhr war ich dann in meinem B&B in Annagry. Mary erzählte mir, dass es durch den Sturm auch einige Unfälle gegeben hat. Später bin ich dann noch in Leo’s, wo ich die nächsten 16 Abende – mal früher, mal später – anzutreffen war. Es war schön, alte Bekannte nach einem Jahr wieder zu sehen.

    Hier sind die Bilder zu den Worten https://picasaweb.google.com/Susann1...June2011_part1

  2. Reisebericht Mai/Juni 2011 Beitrag #2
    chiefodin
    Avatar von chiefodin
    Sehr schön

  3. Reisebericht Mai/Juni 2011 Beitrag #3
    Dairbhre
    Avatar von Dairbhre
    Hallo Nene,
    danke für deinen schönen Bericht und es tut mir sehr leid, dass die Tage in Kerry so ins Wasser gefallen sind.

    Immerhin hattes du Zeit von der Grotto bis "Over the Waters" mit Ballycarbery und den Forts genauer hinzusehen.

    Ich mag die alten Gemäuer und den Steinbruch auch sehr gerne, aber lieber mit ein bisschen Abstand.
    Ähnlich ergeht es mir mit den Skelligs, die ich nicht betreten will, nur aus der Nähe und Ferne immer wieder ansehen mag.

    Und schön, dass du das Ringfort in Derrynane entdeckt hast!

    Deine Bilder muss ich nach und nach in Ruhe ansehen!

    Thanx

    *Erinner mich gerade an eine PN von pic, die mich mal fragte, wie das mit dem schönen Wetter in Kerry ist und ich bin immer wieder erstaunt, dass ich noch nie anhaltend lange Regenperioden hatte.

    Donegal dagegen habe ich auch nur bei Sturm kennen gelernt und das gute Wetter 2009 hat sicher damit zu tun, dass wir in Sligo gewohnt haben.

  4. Reisebericht Mai/Juni 2011 Beitrag #4
    bratbär
    Avatar von bratbär
    Hallo Nene,

    ein schöner bericht und tolle bilder ... freu' mich schon im august/september deinen fußstapfen zu folgen ^^
    danke auch für ein paar neue ausflugsideen, zb ballycarberry castle und das craggaunowen projekt ...

  5. Reisebericht Mai/Juni 2011 Beitrag #5
    Nene177
    Avatar von Nene177
    Vielen Dank für die netten Kommentare. Es macht immer wieder Spaß, den Urlaub auf diese Weise Revue passieren zu lassen.

    Und Dairbhre, Kerry ging ja wettertechnisch noch, aber was dann in Donegal kam - . Aber wie heißt es so schön "Was mich nicht umbringt, macht mich nur härter." Und ich lebe noch. Und nächstes Jahr werde ich zur gleichen Zeit wieder dort sein

  6. Reisebericht Mai/Juni 2011 Beitrag #6
    Rosamunde
    Avatar von Rosamunde
    Danke für den Bericht, Nene, immer wieder schön, Reiseberichte zu lesen. Klasse.
    Die Bilder werde ich mir später ansehen.
    (in 1 Woche starte ich, leider nur für 1 Woche)

    LG Rosamunde

  7. Reisebericht Mai/Juni 2011 Beitrag #7
    pic
    Avatar von pic
    Schöner Bericht und tolle Fotos, Danke Nene!

  8. Reisebericht Mai/Juni 2011 Beitrag #8
    Midgesalarm
    Hallo Nene!
    Wieder mal super Fotos und ein toller Bericht. Bin schon sehr auf Teil 2 gespannt. Teilweise waren wir ja zeitgleich in Donegal unterwegs. Im kalten Donegal...

  9. Reisebericht Mai/Juni 2011 Beitrag #9
    Sonnenschein159
    Ein wirklich toller Bericht! WEnn ich hier so lese, bekomme ich direkt noch mehr Lust nach Irland zu reisen!

  10. Reisebericht Mai/Juni 2011 Beitrag #10
    Nene177
    Avatar von Nene177
    Und weiter geht’s. Jetzt geht es leider auch richtig los mit dem schlechten Wetter. Zum Glück bin ich ja schon oft in Donegal gewesen, habe tolle Wanderungen dort gemacht und viele Fotos bei blauem Himmel geschossen. Ich habe fast jeden Tag auf’s Neue an die Leute denken müssen, die in diesen Tagen zum ersten Mal in Donegal waren. Für die hat sich vielleicht jedes Cliché bestätigt und sie kommen nie mehr wieder. Da ich aber über die Jahre dort einige Leute kennengelernt habe, hatte ich durch das schlechte Wetter mehr Ruhe sie öfter zu besuchen. Draußen habe ich ja nicht viel verpasst.

    Teil 2

    Am Morgen meines ersten Donegal-Tages war das Wetter mehr als bescheiden. Ich habe erst mal mit Mary bis Mittag gequatscht, wir hatten uns ja ein Jahr nicht gesehen. Ich bin dann nach Dungloe gefahren, wo ich in der dortigen Bibliothek ab und zu mal den Computer benutze. Dann ging es in das Craft Village in Donegal/Town. Hier kenne ich einige von den Künstlern, mit denen ich mich immer gern unterhalte. Auch hier gab es einiges Neues zu erfahren, wobei nicht alles nur gute Nachrichten waren. In den fast drei Stunden dort, hatten sich die Wolken doch tatsächlich verzogen. Auf dem Rückweg bin ich dann durch die Rosses gefahren, wo noch die Auswirkungen der Brände im April zu sehen waren.

    Am 25. Mai war es wieder kalt, stürmisch und regnerisch. Am Nachmittag wurde das Wetter besser. Ich bin dann zum Strand in Falcarragh gefahren, den ich sehr mag. Als ich ankam, fing es aber wieder an, heftig zu regnen. Zum Glück habe ich den Guss abgewartet, denn das Naturschauspiel was ich dann erlebt habe, war toll. Die Fotos können dies leider nur bedingt wiedergeben, aber die Wellen in Verbindung mit dem schwarzen, bedrohlichen Himmel sahen schon gigantisch aus. Und der Sound dazu ... Später bin ich noch in Leo’s, wo ich Brigid, eine 107-jährige aus der Nähe mit Ihrer amerikanischen Cousine wieder getroffen habe. Beide habe ich in den letzten Jahren schon zweimal dort getroffen. Das Gehör hat zwar bei der alten Dame nachgelassen, aber geistig ist noch recht fit. Und sie trinkt immer noch Baileys mit Eis, aber nur einen.

    Die nächsten beiden Tage war das Wetter ... – na ja, sprechen wir nicht weiter drüber, deswegen habe ich auch kaum fotografiert. In Letterkenny war ich in der Kathedrale, wo ich fast ne Stunde warten musste, um mir die Kirche anzuschauen, da gerade ca. 50 Mädchen für ihre Firmung geübt haben. Aber ich hatte ja Zeit. Das Wetter war wirklich extrem entschleunigend. Ach ja, in Letterkenny habe ich auch die billigste Tankstelle während der gesamten 29 Mietwagen-Tage gefunden. Der Sprit kostete 1,47 EURO im Gegensatz zu 1,52 EURO oder mehr. Am nächsten Tag habe ich dann die Bekannte einer Freundin nach Letterkenny ins Krankenhaus gefahren und abends eine andere Bekannte vom Flughafen Carrickfinn abgeholt.

    Am 28. war ich ca. fünf Stunden im Ards Forest Park. Das Wetter war ein Wechsel zwischen Regen und blauem Himmel. Später wurde es recht stürmisch und dadurch noch kälter. Ich bin ja schon oft dort gewesen und nicht immer bei gutem Wetter, aber ich hatte noch nie solche Wellen dort gesehen. Abends war dann die Wahl der Gaeltacht-Mary (Teilveranstaltung der Mary from Dungloe) in Leo’s. Das war sehr nett und witzig, v.a. als dann einige Gäste sich selbst musikalisch produziert haben.

    Am Sonntag wollte ich wieder am Falcarragh Strand spazieren gehen, aber der Sturm war zu stark. Es war fast unmöglich gegen den Wind zu laufen, da diesmal auch noch extrem viel Sand in der Luft war. Am 30. habe ich das B&B gewechselt und zwar bin ich ganze 6 km weiter gezogen. Der Grund ist, dass ich beide B&Bs seit 2006 kenne und sich eine Freundschaft entwickelt hat. Somit gehe ich auch immer zu beiden. Das zweite B&B ist mittlerweile zwar kein B&B mehr, aber ich kann immer kommen. Am Nachmittag wurde das Wetter besser. Ich bin dann zum Kilcloony Dolmen und nach Portnoo gefahren. Gegen 18 Uhr wurde das Wetter sogar super. Am 31. bin ich dann gemeinsam mit Veronika, einer jungen Frau aus Prag, die auch im B&B war, zu den Slieve Leagues gefahren. Auf dem Weg vom unteren Parkplatz (ich parke immer dort), kam die Sonne raus. Wieder mal Glück gehabt. Danach sind wir noch zum Silver Strand in Malin Beg gefahren, wo ein ziemlich cleverer Border Collie mich dazu gebracht hat, Stöckchen zu werfen. Es sind übrigens 167 Stufen, die zum Strand führen. Am nächsten Tag war das Wetter so schlecht, dass ich nicht ein einziges Foto gemacht habe. Ich war zwar den ganzen Tag unterwegs, kann mich aber nicht mehr erinnern wo ich eingentlich war. Ich sollte wenigstens immer ein Beweisfoto machen, um mich später besser erinnern zu können.

    Für den 2. und 3. Juni war der Wetterbericht recht gut. Und tatsächlich, als ich am Donnerstag aufgewacht bin, hatten die Wolken schon große Lücken. Also habe ich mir diesmal beim Frühstück nicht so viel Zeit gelassen und habe mich in Richtung Derry aufgemacht. Jetzt konnte ich auch endlich die Berge mal in ihrer vollen Schönheit sehen, obwohl Mount Errigal noch eine Haube auf hatte. Bevor ich nach Derry bin, habe ich noch einen Abstecher zum Grianán of Aileách und zur Kirche in Burt gemacht. Die Fernsicht war zwar nicht perfekt, aber was wollte ich mehr. In Derry habe ich das fantastische Wetter bei einem Rundgang auf der Stadtmauer genossen. Später bin ich in die Bogside. In der People’s Gallerie habe ich mir ein interessantes Buch über die Troubles und die Geschichte der Murals gekauft. Einer der Maler war dort und hat das Buch signiert. Ich war total überrascht, wie viel in der Stadt gebaut und rekonstruiert wird. So wurde z.B. eine neue Fußgängerbrücke gebaut (sie stand kurz vor der Eröffnung), die Guild Hall ist komplett eingepackt und an der Kathedrale hat es von Steimetzen etc. nur so gewimmelt. Ich dachte, „Die Stadt muss viel Geld haben.“. Wie ich später erfahren habe, wird Derry 2013 europäische Kulturhauptstadt sein. Gegen 21 Uhr war ich dann wieder zurück und konnte noch nette Fotos vom Poison Glen und vom Mount Errigal – diesmal ohne Haube – machen. Ich bin dann direkt in Leo’s gefahren und als ich gegen Mitternacht nach Hause kam, habe ich meinen Wecker auf 7 Uhr gestellt. Der Wetterbericht für den nächsten Tag war immer noch gut, und so hatte ich beschlossen um Horn Head zu wandern. Dafür wollte ich viel Zeit haben. Als ich dann aber am nächsten Morgen munter wurde, hatte ich Migräne. Das erste Mal, dass mir das in Irland passiert ist. Ich habe wohl die Sonne nicht mehr vertragen. Der Kopf hat heftig weh getan, aber viel mehr hat geschmerzt, dass ich das super Wetter nicht nutzen konnte. Zumal für den nächsten Tag wieder Regen angesagt war. Am Nachmittag bin ich dann aufgestanden und zum Visitor Centre in Dungloe gefahren. Ich hatte Flyer vom Donegal Craft Village im Auto, die ich dort abgeben sollte. Auf dem Rückweg bin ich an der Küste lang gefahren, wo auf einmal weißer Qualm aufzog, der immer dichter wurde und über viele Kilometer reichte. Ich dachte erst, das Torf brennt wieder, aber es hat nicht nach Feuer gerochen und der Dunst war auch zu weiß. In Annagry bin ich dann zu Mary zum Tee gefahren. Sie dachte auch erst, dass es wieder brennt, aber es war Dunst der vom Meer kam. Sowas habe ich noch nie gesehen. Das hat mich an den Film „The Fog – Nebel des Grauens“ erinnert. Fotos habe ich nicht gemacht, da ich dachte, dass man da sowieso nicht viel sehen kann.

    Das war Teil 2 https://picasaweb.google.com/Susann1...une2011_part2#

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