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25.04.2010 21:59 Reisebericht Juni `09 Beitrag #1aqualung
Reisebericht Juni `09
Hallo zusammen.
Nachdem meine Freundin und ich uns erst mal nur als Gäste im Forum rumgetrieben haben und viele interessante Reiseberichte gelesen haben, haben wir uns ein Herz gefasst und uns registriert um unseren Reisebericht unters "Volk" zu bringen. An uns sind jetzt nicht wirklich Literaturnobelpreisträger verloren gegangen, deshalb hoffen wir, dass sich der Bericht einigermaßen lesen lässt. Wie gesagt wir sind absolute Forenanfänger.
Nach unserem ersten gemeinsamen Irlandurlaub im Juni 2008, bei dem uns das Wetter den einen oder anderen Strich durch die Rechnung gemacht hat, (z. B. Sturm und "waagerechter" Regen am Mizen Head) haben wir uns entschlossen, das Ganze 2009 zu wiederholen und obendrein noch ein paar Freunde und Verwandte mit dem Irlandvirus zu infizieren.
1.Tag (18.06.)
Los ging’s erst mal mit einer zweistündigen Autofahrt von Köln zum Flughafen Hahn. (Ryanair ist zwar billiger aber dieses Jahr fliegen wir ab Köln.) Nach der üblichen Flughafenwarterei ist der Flieger dann doch gestartet, so dass wir pünktlich um 11 Uhr in Dublin landeten. Einen Spaziergang durch den Flughafen und eine kurze Fahrt mit dem Shuttle-Bus später konnten wir den Schlüssel für unseren Mietwagen in Empfang nehmen. Jetzt stand die Frage im Raum: was macht man 12 Uhr mittags in Dublin, wenn man erst um 14 Uhr im Hotel einchecken kann? Da wir gerne Zoos besuchen, haben wir uns dazu entschlossen die Zeit im Dublin Zoo zu überbrücken. Also schnell das Navi programmiert, die eine oder andere Übungsrunde auf dem Parkplatz gedreht und ab ins Getümmel. Es gibt zwar so viel in Dublin zu sehen aber wenn man zwei bis drei Stündchen erübrigen kann, kann ich den Zoo nur empfehlen. Hier wird erfolgreich versucht, dem Besucher die Tiere ohne dicke Zäune und Gitter nahe zu bringen. Am frühen Nachmittag haben wir uns dann zu unserem Hotel aufgemacht. (Lansdowne Hotel in Ballsbridge, 15min zu Fuß bis St. Stephens Green) In aller Eile einchecken, Koffer aufs Zimmer, Jacke weglegen und für den Rest des Urlaubs nicht mehr anpacken!! Nach einer kurzen Verschnaufpause machten wir uns nochmal auf den Weg zu einem kleinen Stadtbummel. Weil wir einfach das schöne Wetter ausnutzen wollten - man weiß ja nie, wie lange sich das Wetter hält. Nachdem wir uns so ziemlich alles auf der Grafton Street angesehen hatten und nach einem ausgiebigen Essen im „Captain America´s“ beschlossen wir, es für den ersten Tag gut sein zu lassen, den Rest für morgen aufzuheben und zurück ins Hotel zu gehen.
2.Tag (19.06.)
Nach einem guten und ausgiebigen „full irish Breakfast“ machten wir uns auf um die Touristenpfade Dublins zu beackern. Bei nur einem kompletten Tag in Dublin bleibt leider nicht so viel Zeit für ausgefallenes. Also erst mal wieder bis Molly Malone, dann ins Trinity College, um sich das Book of Kells so früh wie möglich anzusehen. (2008 waren wir etwas zu spät was eine riesige Touristenschlange vor uns zur Folge hatte.) Diesmal hatten wir Glück.
Im Anschluss ging es zur Bushaltestelle vor dem College und rein in den Hop-on-Hop-off Bus. Über die Stationen „Christchurch Cathedral“, „St. Patricks Cathedral“ (Beide Kirchen sind sehenswert.) und dem Guiness Storehouse (frisch gezapftes Guiness über den Dächern von Dublin!!) ging es bis zur Endstation am oberen Ende der O´Connell Street. Nach ein paar Minuten innehalten im „Garden of Rememberance“ nutzten wir den Rest des Tages zum Bummeln und Shoppen in der O´Connell-, und Grafton Street sowie in Temple Bar. Zu den letzten Sonnenstrahlen des Tages trafen wir wieder in unserem Hotel ein.
3.Tag (20.06.)
Heute hieß es nach dem Frühstück „Good bye Dublin, Kenmare here we come“. Die Route für unsere Irland-Durchquerung hatten wir uns schon im Vorhinein zurechtgelegt also ging es recht zeitig Richtung Süden in das Tal der zwei Seen, Glendalough. Im Nachhinein eine gute Entscheidung weil wir vor der großen Touristenwelle ankamen und es so sogar schafften, das eine oder andere Foto ohne Touris und immer noch ohne Regen zu machen. Eigentlich hätte man hier gut und gerne den halben Tag verbringen können, doch als sich dann die Anzahl der Leute zwischen den Ruinen zu erhöhen begann, machten wir uns wieder auf den Weg. Wir hatten ja auch noch einige Stationen auf unserem Zettel. Also rein ins Auto und erst mal quer durch die Wicklows nach Kilkenny.
Kilkenny musste einfach sein. Nicht nur weil es hier laut meiner Freundin das beste Himbeerbaiser gibt, sondern weil das Stadtzentrum mit seinen alten und engen Gassen und das Kilkenny Castle mitsamt seinem Park zum Bummeln einladen. Außerdem hatten wir beim letzten Besuch strömenden Regen. Nachdem wir uns etwas die Beine vertreten hatten, ging es weiter zum „Rock of Cashel“ . Braucht man ja nicht viel zu zu sagen. Einfach gigantisch das Ding, aber leider an dem Tag völlig überlaufen. Also weiter nach Kenmare. Weil wir doch die eine oder andere Stunde länger gebraucht hatten, wunderten wir uns auch nicht wirklich dass unser Haus schon bewohnt war und vor der Tür ein anderes Auto stand. Der Rest unserer Clique war wohl nach ihrer Landung in Kerry schon etwas länger vor Ort. Nach dem Kofferauspacken nochmal schnell in den örtlichen Super Value um den Kühlschrank zu füllen und dann endlich in den besten Pub der Welt, zu „O' Donnabhain's“ in der Henry Street.
4.Tag (21.06.)
Da uns für fünf Personen zwei Autos zur Verfügung standen, waren wir in der Glücklichen Lage, uns nicht immer auf ein Tagesziel einigen zu müssen und zogen so gut wie jeden Tag getrennt unsere Bahnen durch Irland. Für uns hieß es heute ein Versprechen aus dem Vorjahr einzulösen und die letzte ungesehene Halbinsel Kerry´s zu erforschen. Also machten wir uns nach einem gemütlichen, gemeinsamen Frühstück auf den Weg nach Mizen Head. Natürlich nicht auf direktem Weg, sondern mit einem Umweg der aus der kompletten Umrundung der Beara-Halbinsel bestand. Wir hatten immer noch keinen Regen aber dafür –na ja ich weiß auch nicht genau was es war- entweder tief hängende Wolken oder hoher Nebel. Als erstes Etappenziel stand Dursey Island mitsamt der Seilbahn auf dem Programm. Als wir nach der einen oder anderen engen Kurve und dem einen oder anderen Ausweichmanöver auf enger Straße an der Seilbahn ankamen, mussten wir leider feststellen, dass diese wegen Reparatur die nächsten acht Wochen geschlossen sein würde. So blieb uns also nichts anderes übrig, als ein wenig über die Schafweiden bis vor zu den Klippen zu schlendern und einen Blick nach unten auf den Atlantik zu riskieren. Als sich aber rund um die Landzunge eine Menge tiefhängende Wolken sammelten, machten wir uns wieder auf den Weg. Und siehe da: um zwei Ecken rum, einen Berg rauf, einen Berg runter empfing uns die Südseite der Beara-Halbinsel mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein. Irisches Wetter halt. Zur besten Lunchtime erreichten wir Bantry, wo wir selbigen in einem kleinen Bistro abseits der Hauptstraße zu uns nahmen. An dieser Stelle muss ich mal eine Lanze für die irische Küche brechen. Wir hatten zwar ein komplett und gut ausgestattetes Ferienhaus doch im Urlaub hatte keiner von uns Lust zu kochen, deshalb gingen wir immer auswärts essen. Okay zum Abendessen trafen wir uns alle immer im „O' Donnabhain's“, aber sonst haben wir immer unterwegs gegessen und das in den unterschiedlichsten Pubs, Bistros, Kneipen und was auch immer in allen möglichen kleineren und größeren Orten. Also immer grad da, wo wir uns zur Essenszeit befanden. Und große Überraschung, wir haben nicht ein einziges Mal etwas serviert bekommen, was uns nicht schmeckte oder in irgendeiner Form nicht genießbar war. Im Gegenteil. Von der Frische der Zutaten und der Freundlichkeit des Personals können sich viele deutsche Restaurants eine Scheibe abschneiden. Aber bevor ich zu weit abschweife... Als wir uns wieder auf den Weg machten, ließen wir die örtliche Sehenswürdigkeit, das Bantry-House links liegen. Wir fanden bei unserem Besuch im letzten Jahr das Preis-Leistungs-Verhältnis sehr grenzwertig, so dass wir uns gegen eine Besichtigung und mehr Zeit am Mizen-Head entschieden. Es ging dann über Ballydehob, Schull und Goleen zum Mizen-Head um das Versprechen vom Vorjahr, den eben genannten bei schönem Wetter zu sehen, einzulösen. Und was soll ich sagen. Bis 500m vor der Klippe sah es so aus, als würden wir sie bei blauem Himmel und Sonnenschein zu Gesicht bekommen. Doch dann mussten wir feststellen, dass sich um die Klippe doch tatsächlich eine Wolke in Form eine Sahnehaube um sich selbst drehte. Viele Worte um zu beschreiben warum oben auf den Fotos ein breiter weißer Rand zu sehen ist. Irgendwann sollte man sich aber doch wieder auf den Rückweg machen. Den traten wir dann auch schweren Herzens, nach der zweiten Überquerung der Brücke, 60m über dem Meer, an. Für den Rückweg wählten wir die Route über Dunbeacon und Carrigboy. Bevor dann gegen Abend in Kenmare eintrafen um besagten Pub zum Abendessen aufzusuchen, hielten wir noch kurz am Druid´s View, um im dortigen, zu einem Cafe umgebauten Cottage, selbstgemachtes Vanilleeis zu verköstigen (lecker!!).
5. Tag (22.06.)
Nachdem wir an den letzten zwei Tagen einiges an Kilometern mit dem Mietwagen zurückgelegt hatten, entschieden wir uns für einen Tag in und um Killarney. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg über Moll´s Gap und durch den Nationalpark. Den ersten Halt legten wir an Moll´s Gap ein, um noch ein Versprechen aus dem Vorjahr einzulösen: Ein Foto der Kenmare Bay bei schönem Wetter. Nachdem die Bilder im Kasten waren, ging es weiter zum nächsten Zwischenstopp auf unserem Weg nach Killarney. Es ist halt einfach nicht möglich, durch den Nationalpark zu fahren ohne am „Ladies View“ angehalten zu haben. Im Gegensatz zur großen Masse der Touristen, die hier vor allem bei schönem Wetter anzutreffen ist, nutzten wir den Stopp nicht nur, um schnell aus dem Auto zu springen und ein paar Fotos zu schießen, sondern um die nähere Umgebung zu erkunden.(Fühlt sich irgendwie komisch an über den Torf zwischen den Felsen zu laufen. So ähnlich wie das Laufen über dicke Matratzen oder so.) Gegen Mittag ging es dann weiter zum Muckross House. Auf dem Gelände gibt es außerdem noch ein Freilichtmuseum, die „Traditional Farms“. (Kleiner Tipp für alle die, wie wir, beides sehen wollen: Kauft euch eine Kombikarte an der Kasse der Farms. Spart 2 Euro pro Person. Im Muckross House war zumindest bei unseren beiden Besuchen keine Kombikarte zu kriegen.) Nachdem wir uns also mit Kombikarten eingedeckt hatten machten wir uns bei strahlend blauem Himmel auf den Rundweg durchs Museum. Zu sehen gibt es hier eine kleine Bauernkate, mehrere verschieden große Cottages, eine Schmiede und einen Gutshof. Alles inklusive diverser großer und kleiner Haustiere. In jedem Haus war außerdem ein Mitarbeiter anzutreffen. der einem so gut wie alle Fragen rund um die Farm beantworten konnte. Im Anschluss an unseren Rundgang stand dann die Besichtigung von Muckross House an. Nach einer sehr interessanten Führung, die immerhin über eine Stunde dauerte, machten sich am frühen Nachmittag unsere leeren Mägen bemerkbar, so dass wir Muckross House den Rücken kehrten um uns in Killarney Downtown nach einem netten Lokal umzusehen. Gefunden haben wir einen kleinen Deli in einer schmalen Seitenstraße (leckere Toasts und ganz frische Smoothies). Leider mussten wir bei unserem anschließenden Verdauungsspaziergang durch Killarney feststellen, dass sich die ganze Stadt mittlerweile komplett dem Tourismus verschrieben hat. Nach einem halben Dutzend Souvenir-Shops kamen wir zu dem Entschluss, zurück nach Kenmare zu fahren. Die Zeit bis zum gemeinsamen Abendessen verbrachten wir mit bummeln durch das wirklich hübsche Örtchen. Mit vollem Magen ging es dann zurück ins Ferienhaus, wo wir uns noch ein Glas Cider zum Sonnenuntergang gönnten.
6. Tag (23.06.)
Der heutige Tag stand unter dem Motto „Hot in the City“. Nach dem Frühstück machten wir uns zu fünft in einem Auto auf den Weg nach Cork. Obwohl es etwas beengt zuging, war es im Nachhinein eine gute Idee, weil der Verkehr in und um Cork dem von Dublin sehr nahe kommt. Doch bevor wir uns in den Trubel von Cork stürzten, machten wir einen Zwischenstopp in Blarney, um uns einen Stein anzusehen. Das mit dem küssen wollten wir dann aber den anderen überlassen. Nach einem kurzen Spaziergang durch den dazu gehörenden Park ging es auch schon los mit dem Aufstieg. Erst durch eine große Halle und über eine lange Holztreppe. Dann über eine Wendeltreppe, die diesen Namen durchaus verdient hat. Mit drei Stufen hat man mindestens einen Meter Höhenunterschied hinter sich gebracht. Wir waren nur froh, dass es trocken war, denn die Stufen der Treppen sind durch die vielen Besucher blank poliert und mit nassen Schuhen wäre das wohl eine ziemliche Rutschpartie geworden. So steil wie es nach oben ging, ging es über eine andere Wendeltreppe wieder nach unten. Nachdem wir den Ausblick vom Blarney Castle genossen und dabei festgestellt hatten, dass es neben der Ruine wohl noch ein Herrenhaus im Park gibt, machten wir uns an den schon beschriebenen Abstieg. Unten angekommen wurden dann kurz die Wegweiser studiert. Nachdem wir den richtigen gefunden hatten, ging es einmal durch den gesamten Park von Blarney Castle, bis wir vor dem Herrenhaus standen und leider feststellen mussten, dass es wegen Renovierung geschlossen war. Also machten wir uns unverrichteter Dinge auf den Rückweg zum Auto. Am frühen Nachmittag ging es dann weiter nach Cork. Wie schon erwähnt war es ganz gut, dass wir nur mit einem Auto unterwegs waren denn trotz Navi haben wir die eine oder andere Ehrenrunde gedreht, bis wir ein Parkhaus gefunden hatten. Dann ging es bei 28°C und strahlend blauem Himmel erst mal Richtung English Market. Bei unserem ersten Besuch von Cork (übrigens bei 15°C und strömendem Regen) haben wir dem wirklich sehenswerten Markt nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt, was wir dieses Mal nachholten. Unseren Lunch genossen wir im Farm Gate Restaurant. Kann ich jedem nur empfehlen. Den Rest des Nachmittags verbrachten wir mit Bummeln durch die Einkaufsstraßen von Cork.
Zurück in Kenmare kehrten wir zum Abendessen wieder in unserem Stamm-Pub ein. Neben dem wirklich guten Essen gab es heute auch noch Live-Music, so dass wir es uns nach dem Essen bei Cider und Guinness im Pub gemütlich machten. In unser Haus kehrten wir erst gegen Mitternacht zurück.
7. Tag (24.06.)
Nachdem wir an den ersten Tagen unseres Urlaubs den Fokus auf alte Gemäuer und Innenstädte gelegt hatten, stand heute zum ersten Mal „Natur pur“ und Strandleben auf dem Programm. Im Anschluss ans Frühstück machten wir uns auf den Weg. Durch den Nationalpark und Killarney ging es über Killorglin zum Inch Beach auf der Dingle Halbinsel. Auch an diesem Tag schien die Sonne und es war angenehm warm. Aus diesem Grund wurden dann am Strand auch die Hosen hochgekrempelt und die Schuhe ausgezogen, damit man zum ersten, aber nicht zum letzten Mal für dieses Jahr barfuß im Atlantik herumlaufen konnte. Nach einer guten Stunde machten wir uns wieder auf den Weg nach Dingle, obwohl man am Inch Beach durchaus den ganzen Tag verbringen kann. Im Gegensatz zu den vielen kleinen Buchten entlang der Halbinseln ist der Strand hier sehr lang und breit. Dazu kommt noch ein sehr flacher Atlantik, wodurch sich das Wasser hier wesentlich stärker erwärmt als in den Buchten, so dass wir tatsächlich den einen oder anderen Badegast gesehen haben. Baden war uns leider mangels Ausrüstung nicht möglich, weil man bei einem Irlandurlaub wettermäßig ja mit allem rechnet, nur nicht mit Badewetter. Kurz nach Mittag kamen wir in Dingle an. Das Auto haben wir dann schnell auf dem großen Parkplatz neben dem Hafen abgestellt um dann den Ort zu erkunden. Erstes Ziel war das „Oceanworld Aquarium“. Da wir zu Hause auch ein Aquarium haben, war es für uns sehr interessant (z.B. Rochen im sogenannten „Touch Tank“ streicheln). Leider mussten wir hier den höchsten Eintritt des ganzen Urlaubs bezahlen. Auf Grund unserer knurrenden Mägen suchten wir uns am Hafen erstmal einen gemütlichen Pub. Nach einem kurzen Verdauungsspaziergang durch den Ort stand als nächstes der „Slea Head Drive“ auf dem Programm. Also rein ins Auto und los ging´s mit der typischen Mischung aus Landschaft gucken, dem Gegenverkehr ausweichen und dem Versuch, mit dem Auto nicht im Atlantik zu landen. Zwischenstation legten wir natürlich, wie - glaube ich - jeder, am „Dunmore Head“ ein. Nach der obligatorischen Fotosession mit Blick auf den „Dunmore Head“ und den Blaskets ging es zur Bucht unterhalb des „Head“. Unten angekommen dauerte es nicht lange, bis wir wieder barfuß im Atlantik standen. Mehr sollte man hier auch nicht tun, denn die Strömung ist hier doch ganz ordentlich und die Warnschilder stehen hier wohl nicht nur zum Spaß. Mit inzwischen wieder trockenen Füßen ging es weiter die R559 entlang, bis wir am späten Nachmittag wieder in Dingle ankamen. Das letzte Highlight des Tages war die Rückfahrt über den Connor-Pass. Den Ausblick kann man mit Geld einfach nicht bezahlen. Interessant ist auch die Angabe der Straßenbreite von 1,80m für eine zweispurige Straße. Gegenverkehr ist hier also nicht wirklich willkommen. Über Tralee ging es dann zurück nach Kenmare und dort in den altbekannten Pub.
8. Tag (25.06)
Ein Urlaub in Kerry ohne den „Ring of Kerry“ geht nun wirklich nicht, also machten wir uns, wie schon so viele vor uns, nach dem Frühstück auf den Weg. Da wir die Strecke nach Sneem entlang der Kenmare Bay schon im letzten Jahr sehr langweilig fanden, fuhren wir dieses Mal über Moll´s Gap nach Sneem. Den ersten Stopp legten wir am Glenbeg Camping Park ein um uns zum ersten Mal von der heutigen Wasserqualität mittels Fußbad zu überzeugen. Als nächstes Ziel hatten wir uns Waterville ausgeguckt. Weit kamen wir aber erst mal nicht, denn hinter Caherdaniel bot sich uns ein Ausblick auf die Derrynane Bay, bei dem wir einfach anhalten mussten. Nach ein wenig Füße vertreten und einer ausgiebigen Fotosession ging es gemächlich weiter nach Waterville. In Waterville angekommen stellten wir das Auto auf dem zentralen Parkplatz ab, um das Örtchen zu Fuß zu erkunden. Im Anschluss an den Bummel kehrten wir in einer kleinen und in einer schmalen Seitenstraße liegenden Kneipe zum Lunch ein. Wie schon früher Mal erwähnt machten wir uns nach den Erfahrungen dieser Woche keine Gedanken über die Qualität des Essens und wir wurden auch diesmal nicht enttäuscht. Man soll sich halt nicht vom ersten Eindruck täuschen lassen. Hier gab es die beste Seafood Chowder und die besten überbackenen Muscheln, die wir je gegessen haben. Unser Appetit war erst mal gestillt, also machten wir uns wieder auf den Weg. Kurz hinter Waterville verließen wir die N70 in Richtung Ballinskelligs. Von dort aus war es nur noch ein Katzensprung zur St. Finian´s Bay wo wir den nächsten Zwischenstopp einlegten. Nachdem die Füße wieder trocken waren, ging es über Serpentinen den nächsten Hügel rauf Richtung Portmagee. Auf dem Weg dahin wollten wir noch Station am „Skellig View“ machen. Oben auf dem Hügel stand auch ein Hinweisschild, dass man einfach die nächste Straße links nehmen sollte. Nachdem kurz vor Portmagee noch keine Abbiegung zu sehen war dafür aber ein Schild im Rückspiegel, auf dem stand „Zum Skelligs View die erste rechts“, wussten wir, dass wir vorbei gefahren waren. Also drehen und langsam wieder zurück. Und siehe da. Die Abbiegung entpuppte sich als Hofeinfahrt auf den dortigen Bauernhof, wo wir das Auto hinter dem Schafstall auf einem großen Parkplatz abstellen konnten. Nachdem wir dann bei dem netten Bauern eine Parkgebühr entrichtet hatten und er uns dafür auch noch ein Fernglas mitgab, gingen wir den neu angelegten und gut befestigten Weg zu den Klippen hoch. Am Rand der Klippen befand sich ein gut ausgebauter und gesicherter Aussichtspunkt, von dem aus wir einen tollen Ausblick auf die Skelligs und auf das ca. 300 Meter unter uns liegende Meer hatten. Die Höhe der Klippen kann man nur versuchen zu beschreiben, denn die tatsächliche Größe lässt sich auf Fotos nicht wirklich festhalten und auch nur erahnen. Aber irgendwann hat man auch vom schönsten Ausblick alles gesehen und so machten wir uns wieder auf den Weg. Wir gaben also unser Fernglas ab und stellten fest, dass die Schokoladenmanufaktur, die wir in der St. Finian´s Bay gesehen hatten, doch keine Fata Morgana war, weil man eben diese Schokolade hier auf dem Bauernhof käuflich erwerben konnte. Also nahmen wir eine Schachtel Pralinen für den Rückweg mit. Die Halbwertszeit der Pralinen hielt sich allerdings in Grenzen, weil die Dinger einfach nur genial lecker waren. Zufrieden kauend ging es vorbei an Portmagee bis wir kurz vor Knockeens die Hauptstrecke wieder erreichten. Ihr folgten wir dann bis zum Rossbeigh Beach wo wir am Nachmittag noch eine kurze Pause einlegten, bevor wir die letzte Etappe des heutigen Tages in Angriff nahmen. Da wir die Strecke zwischen Killarney und Killorglin ja schon am Vortag gefahren waren und auch das Wetter mitspielte, indem es uns einen freien Blick auf die MacGillycuddy´s Reeks bescherte, bogen wir nach Glenbeigh rechts ab Richtung Carragh Lake. Das Ganze war ziemlich tricky denn der See ist nirgendwo ausgeschildert. Lediglich ein Bed&Breakfast in der Nähe des Sees, von wo aus die Straße dann weiter führt. Eben diese Straße fanden wir schließlich nach dem Prinzip „links vorbei, rechts vorbei, Die in der Mitte muss es sein“. Also richtige Straße gefunden und schon ging es am Ufer des Carragh Lake vorbei, über alte Brücken und durch den typischen „Irish Traffic“ (Eine kleine Kuhherde gefolgt von einem Hütejungen mit seinem Hund.) nach Glencar. Von dort aus ging es durch Täler und über Pässe, bis wir die Straße zwischen Sneem und Moll´s Gap erreichten. Und was soll ich sagen, kaum auf die Straße abgebogen standen wir schon wieder, denn größere Straße bedeutet wohl auch größere Kuhherde. Wo in Deutschland jetzt ein ausgiebiges Hupkonzert angestimmt worden wäre, blieb es hier ruhig. Und das ist auch ein Grund, warum wir nach Irland fahren. Die Ruhe und Gelassenheit der Menschen hier überträgt sich zwangsläufig auf einen selber. Sprich: Erholung pur. Am Abend wurden wir mittlerweile wie Stammgäste in „unserem“ Pub begrüßt.
9.Tag (26.06)
So langsam nahte das Ende unseres diesjährigen Urlaubs und so entschieden wir uns heute gegen eine lange Tour. Nach dem Frühstück ging es erst mal nach Kenmare wo wir uns im Postamt einen Zugang zum World Wide Web verschafften. Man will ja doch wissen, ob mit dem morgigen Flug alles in Ordnung ist. Nachdem das Notwendige erledigt war, starteten wir unseren letzten richtigen Urlaubstag mit einem Besuch des Avoca Shop´s bei Moll´s Gap. (Hier haben wir den Fehler gemacht, die Avoca-Kochbücher nicht mitzunehmen.) Zum anschließenden Lunch ging es ein paar Kilometer auf der R568 in Richtung Sneem zum „The Strawberry Field“. In diesem Pancake-Cottage gibt es – wie der Name schon verrät - leckere Pfannkuchen in allen Variationen. Im letzten Jahr mussten wir wetterbedingt im Cottage essen. In diesem Jahr konnten wir uns zum Essen auf schönen gusseisernen Stühlen im Garten niederlassen und nebenbei noch die Sonne und den Ausblick genießen. Gut gestärkt ging es zurück Richtung Moll´s Gap wo wir dann kurz vorher links in Richtung Gap of Dunloe abbogen. Leider gab es nicht so schöne Ausblicke auf das Flüsschen, das durch das Tal fließt, und auch in der Gap war es leider nicht so spektakulär wie im letzten Jahr, weil es einfach zu lange zu trocken war und der Wasserstand in den kleinen Seen zu niedrig war. Aber auch mit weniger Wasser ist die Gap natürlich sehenswert. Nachdem wir uns am Ende der Gap an diversen Jaunty Cars vorbei gequält hatten fuhren wir nach Killarney, wo wir unseren Mietwagen in einer Waschstraße vom Schmutz der gefahrenen 1.600 km befreiten. Nachmittags hielten wir auf dem Rückweg nach Kenmare am Torc Waterfall. Es ist zwar nicht der höchste Wasserfall Irlands aber dafür liegt er in einem sehr schönen Tal und ist von der Hauptstraße einfach zu Fuß zu erreichen. Bevor wir das letzte Mal für diesen Urlaub durch den Nationalpark in Richtung Kenmare fuhren hielten wir an, um zum „Meeting of the Waters“ zu laufen. Dann wurde es aber doch Zeit, nach Kenmare zurück zu fahren, den Mietwagen auszuräumen, das Haus aufzuräumen und die Koffer zu packen. Natürlich konnten wir nicht nach Kenmare fahren, ohne nochmal am Ladies View angehalten zu haben, um das letzte Urlaubsfoto zu schießen. Abends ging es dann in unseren Stamm-Pub, um den Urlaub hier ausklingen zu lassen.
10. Tag (27.06)
Heute hieß es dann leider „farewell Ireland“. Nachdem wir alle Zähler abgelesen hatten und unseren Vermietern die Nebenkosten einfach und unbürokratisch bar auf den Küchentisch gelegt hatten, eine Kaution wollten Sie erst gar nicht haben, machten wir uns um 6.00 Uhr auf den Weg zum Kerry Airport. Die Mietwagen wurden wir schnell los und nach dem einchecken startete der Flieger pünktlich um 9.00 Uhr in Richtung Deutschland. Zwei Stunden später landeten wir auf dem Flughafen Frankfurt/Hahn. Nach fünf Minuten deutscher Hektik beschlossen wir so schnell wie möglich wieder nach Irland zu fahren.
P.S. Leider habe ich es nicht geschafft einige Fotos einzuladen. Kann mir jemand einen Tipp geben wie man es hier am ungeschicktesten macht?
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26.04.2010 00:21 Reisebericht Juni `09 Beitrag #2
Ich bin ja alleine vom lesen schon völlig fertig!!! Das war ja ein absolutes Mammut-Programm, das Ihr da abgerissen habt! Um so mehr freut es mich, daß es Euch gefallen hat!! Da hattet Ihr wirklich die schönste Woche des Jahres erwischt und eindeutig reingequetscht, was sich nur reinquetschen ließ!
Zum Bilder einstellen klickst Du auf den Button "Bild hochladen" im Antwortfeld, plazierst Deinen Cursor in dem Feld "Bilddatei", klickst dann auf "Durchsuchen" und schwupps kannst Du das Bild Deiner Wahl von Deinem PC hochladen!
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26.04.2010 13:38 Reisebericht Juni `09 Beitrag #3Elaki
Mensch, ich bin hin und weg

Toller Bericht, ich freue mich jetzt noch mehr auf unseren ersten Irlandurlaub! Hoffentlich klappt das noch mit den Bildern, die würde ich echt gerne dzu sehen!
Vielen Dank!
Lieben Gruß
Manuela
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26.04.2010 18:56 Reisebericht Juni `09 Beitrag #4aqualung
Hallo.
Hier die versprochenen Fotos zum Reisebericht:
1. Tag
12198_IMG_0912_1.jpg
"Molly Malone"
2. Tag
12198_IMG_0985_1.jpg
"O´Connell Street"
3. Tag
12198_IMG_1014_1.jpg
"Glendalough"
4. Tag
12198_IMG_1100_1.jpg
"Blick von Mizen Head"
5. Tag
12198_IMG_1127_1.jpg
"Blick aus unserem Ferienhaus"
6. Tag
12198_IMG_1200_1.jpg
"Blarney Castle"
7. Tag
12198_IMG_1346_1.jpg
"Slea Head Drive"
8. Tag
12198_IMG_1426_1.jpg
"Skellig View"
9. Tag
12198_IMG_1493_1.jpg
"Gap of Dunloe"
Gruß
Sascha
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