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Ir(r)log 2009

  1. Ir(r)log 2009 Beitrag #1
    HerrKaffeetrinken

    Ir(r)log 2009

    Hi, ich bin nun in Belfast und werde mal versuchen jeden Tag zu schreiben, was ich so erlebt habe.

    Gruß,
    Dorian

  2. Ir(r)log 2009 Beitrag #2
    HerrKaffeetrinken
    15/04/09 - Packen

    Bis spät in die Nacht packe ich Sachen ein und aus. Erst ein Rucksack aus den 80ern, der praktisch aussieht,sich dann aber doch als sehr unpraktisch erweist.
    Sachen sind gepackt und hoffentlich ist auch alles dabei... schlafen.

  3. Ir(r)log 2009 Beitrag #3
    HerrKaffeetrinken
    16/04/09 - Tag 0 - Reise und Ankunft

    „Aufstehen! Du verpasst den Zug!“ Damit werde ich wach, obwohl ich doch erst um 07:30 am Bahnhof sein wollte. Nach mehrmaligem Umdrehen ist es dann wirklich halb sieben und ich schmeiße mich aus dem Bett. Noch schnell Proviant geschmiert und dann geht es Richtung Zug. Dieser fährt um 07:44 und ich fahre nun Richtung Hannover. Dann Duisburg und schließlich Weeze. Mit dem Bus ist nun das Terminal von Ryanair erreicht und ich kann einchecken. Bei der Handgepäck-Kontrolle sind die Angestellten so gütig und verschonen die hochempfindlichen Schwarzweissfilme von der Durchleuchtung.
    Nun noch etwas warten und der Flieger hebt ab nach Dublin. Über Irland ist's wolkigdunstig. Auf dem Flughafen regnet es. Naja, es regnet nicht, es gießt. Trotzdem erreiche ich eine Bushaltestelle und warte auf einen Bus der mich dan Belfast bringt. Nachdem nach über 50km auf den Ausfahrtschildern immer noch „Omagh“ steht, schlussfolgere ich, dass es sich nicht um eine Ortschaft handelt sonder Ausfahrt auf gälisch zu heissen scheint. Ansonsten gibt’s auf der Fahrt nicht viel zu sehen, einige Wiesen, kleine Städtchen und einige Schafe.

    Nach etwa 1:30 Stunden kommt der Bus in Belfast an und ich steige aus. Es regnet nun nicht mehr.
    Da es mittlerweile halb 6 ist, sollte ich mich auf die Suche nach der Jugendherberge machen. Die Leute die ich fragte, waren gleich hilfsbereit, schickten mich jedoch gutgläubig ins offizielle Belfast Hostel. Der Typ an der Rezeption lächelt als ich ihn frage und sagt nur „Ahh, Linen House...“ und zeigt mir eine Karte. Hier bin ich, dort ist das Zentrum und gegenüber ist das Linen House. Also wieder ein guter Fußmarsch. Endlich im Hostel angekommen, ist auch schon fast Schicht im Schacht. Nein, moment, ich möchte noch schnell was essen. Also eine Bank gesucht, 20 Sterling abgehoben und dann ab zu McDonalds. Chicken Legend ging so, die Pommes (Chips) zu salzig. Neben mir eine alte Frau, die mit ihrem Kaffee spricht.

  4. Ir(r)log 2009 Beitrag #4
    HerrKaffeetrinken
    17/04/09 - Tag 1 - Erste Eindrücke von Belfast

    Nachdem ich erstaunlich gut geschlafen habem wache ich beim ersten Weckerpiepen auf und schalte ihn gleich aus. Dann um halb 11 stehe ich auf. Mein Ziel: einen Steckeradapter finden. Gar nicht so einfach. Zwischendurch gibt es noch einen Demozug der Socialist Party und eine Ansprache gegen die Rezession. Viele Fotos und Kilometer später werde ich endlich fündig und nehme einen Adapter mit in die Herberge. Erstmal ein kleines Päuschen machen und die Fotos von der Kamera auf dem Laptop... verdammt, ich habe doch tatsächlich das Kabel vergessen.
    Nach einem weiteren kleinen Einkauf bei Tesco gehe ich in Richtung Fluss und mache noch bei der Ulster University ein nettes Päuschen mit Cheddarcheese und Pitabrot. Ein kleiner Abstecher zum Fluss und einigen Brücken lässt mich die erste Seeluft schnuppern.
    Abends gibts dann noch mal leckeres Selbstgekochtes aus Griechenland. Ja, im Zimmer sind noch zwei Griechen.

  5. Ir(r)log 2009 Beitrag #5
    HerrKaffeetrinken
    18/04/09 - Tag 2

    Der heutige Tag beginnt etwas weniger müde, da ich den Wecker nicht eingeschaltet habe und von alleine um halb 9 aufstehe. Nachdem ich diesmal eine etwas bequemere Dusche gefunden habe, gehts gleich in die Innenstadt (von hier aus 4 Minuten zu Fuß) und ins Belfast Welcome Centre. Heute möchte ich die Bustour durch Belfast machen. Ticket gibts für £ 10,50. Um 11 gehts los und wir fahren an vielen Interessanten Orten vorbei. Nur einige davon sind die Peacelines, die Docks, wo die Titanik gebaut wurde, viele Gedenkstätten an die Troubles und die Opfer. Obligatorische Fotos durch die staubige Scheibe des Busses. Draußen gibts auch Sitze, aber es war einfach zu kalt.

    Zurück im Zemtrum gehts erstmal Richtung Herberge, um ein bisschen zu schreiben.

    Nächste Station: einfach mal nach Norden gehen, dort müssten die protestantischen Viertel sein... Ich bin dann tatsächlich durch einsame Gegenden gewandert und habe ein paar Aufnahmen gemacht, hauptsächlich natürlich die berüchtigten Wandmalereien.
    Jetzt qualmen mir die Socken und ich werde mir ein bisschen was zu essen reinpfeifen.

    Abends gehts dann mit zwei Griechen in einen sehr netten Pub (bei Tesco um die Ecke, dann der übernächste) mit schöner Livemusik (unten schottisch, oben irisch, wir bleiben aber oben). Um 1 Uhr werden dann alle rausgeschoben und wir verbringen noch 2 Stunden im Keller der Herberge mit einem verrückten Franzosen!

  6. Ir(r)log 2009 Beitrag #6
    HerrKaffeetrinken
    Nachtrag:

    Und natürlich gab es noch einen krönenden Abschluss: im Bett von Nefeli lag schon jemand und schnarchte laut. Wir weckten ihn und er sagte uns, sein Bett sei schon belegt gewesen, da habe er sich halt da oben hingelegt... Es gab dann aber noch ein anderes Bett für ihn...
    Morgen werden wir feststellen, dass sich ein älterer Herr in die Herberge geschlichen hat und sich einfach in eins der Betten gelegt hat um mal richtig auszuschlafen (Krach mit der Ehefrau?). Er wurde dann am Morgen nett gebeten doch bitte zu gehen. Er ist übrigens nicht wiedergekommen um für die vergangene Nacht zu zahlen...

  7. Ir(r)log 2009 Beitrag #7
    HerrKaffeetrinken
    19/04/09 – Tag 3

    Bei der Nacht kann man wohl nicht anders aufwachen. Die Inhaber haben schon die anderen Betten neu bezogen und nach einer ausgiebigen Dusche verlasse ich die Herberge in Richtung Tesco. Gekauft wird also ein “Breakfast Package” (2x Sodabread; 2x Pancakes und noch 2 Dinger), “Mild Cheddar Cheese” (mild und lecker), “Strawberry Jam” (*mjam*) und noch zwei Packungen “Apple Turnaround” (35p gespart): £ 9,50. Sollte aber auch für zwei Tage reichen.
    Dann noch ein Large Cappuccino von Starbucks für £ 2,60 und ab zurück ins Hostel.

    Nach dem Frühstück gehts mit Aris, Nefeli und Jean dem Franzosen in Richtung Peaceline. Nachdem wir dort die Graffitis bewundert und die Mauern bestaunt haben, stellen wir fest, dass die Tore Sonntags geschlossen sind. Sachen gibts. Also einmal bis zum Ende gelaufen und dann noch ein paar Meter auf der anderen Seite entlang.
    Endlich sind wir wieder im Hostel und meine Füße haben eine kleine Pause verdient. Heut' Abend gehts dann wahrscheinlich wieder in den Pub, diesmal unten bei der schottischen Musik.

    Der Abend im Pub war einfach unglaublich, es wurde viel Gitarre gespielt, auch die Fidel. Dazu wunderbarer Gesang auf englisch und teilweise auch gälisch. Mehr kann man nicht schreiben, man muss es selbst erleben.
    Es waren noch zwei nette Iren dort, die zur Zeit in Kassel wohnen und arbeiten.

    I'm in love with Ireland from now on! Cheers!

  8. Ir(r)log 2009 Beitrag #8
    HerrKaffeetrinken
    20/04/09 – Tag 4

    Ein fauler Tag (nur nicht für die Füße).
    Lange geschlafen, dann langes Frühstück, dann Fotos gucken und austauschen, dann Nefeli und Aris verabschieden, dann Botanic Garden bei der Queens University of Belfast.
    Einkaufen (sehr merkwürdige, aber leckere Würstchen) auf Umwegen und gleich essen.
    Morgen werde ich mich dann abends mit Michael treffen und wegen des Jobs sprechen. Bin sehr gespannt!
    Abends gings dann wieder in den Pub, diesmal mit Simon (Frankreich) und Babs (Belgien). Diesmal haben wir uns wieder köstlich mit einige Leuten unterhalten und die Musik war super. Nachdem der Typ mit der Trommel das dritte Mal vom Stuhl gefallen ist, leert sich der Pub etwas und es machen jetzt mehr Leute Musik als Trinkende dort sind. Um 1 macht der Barkeeper langsam darauf aufmerksam, dass jetzt mal Schluss ist. Danach wird’s erst wieder richtig schön. Die Anwesenden Musikmachenden geben ihr Bestes und es wird nun sehr irisch, gälisch und melodisch. Ein Mädchen singt mit unglaublicher Stimme schmutzige Lieder auf gälisch. Unbeschreiblich. So gegen 2 Uhr ist dann aber wirklich Schluss.

  9. Ir(r)log 2009 Beitrag #9
    HerrKaffeetrinken
    21/04/09 – Tag 05

    Well, as you can see, I am trying to write in english now. See german text below.
    Nothing special today (in the beginning), breakfast with Simon and Babs. Babs is leaving to work in the library, me and Simon are walking to Baddens to take some photos. It is raining and the sun is shining brightly...
    After Baddens a few steps more to the Victoria Centre to get an overview of Belfast. On top of the Centre there is a big dome made of glass and steel so you have a fine panorama there. Simon has to go back to the hostel and then to the airport, while I am walking in direction of the Botanic Garden. I saw some nice tropical plants there and a closed Ulster Museum. After buying my ticket to Ballymena I return to the hostel to write and wait for the bus.
    In the moment I can't believe that that what I am gonna write now is real... So I am just sitting in the hostel a bit surfing in the internet. Meeting Babs (again), saying goodbye and have-a-good-live (again) and finally departing to the bus station. 19:50 the bus leaves and 20:50 arrives in Ballymena. About ten minutes later Michael arrives and we start to his farm near Newtown-Crommelin.
    He is a very kind guy and asked me about my family, what are my parents doing and so on... On his farm he has some sheep and cows. Unfortunately is the lamb time already over, so he will have not a lot of work for me. But I would be very lucky if I can work just a few days. Money should not be the problem, although I didn't speak with him about that. I have some reserves because the last 4 days I just spent about 100 Sterling for Accomodation, Sightseeing and of course Pub.
    Well, while eating some mashed Potatoes and Fish Fingers I tell Michael what i've planned to do, about my studies in Germany and so on. He tells me a lot of a guy who worked here before a few months. This young feller lives near Hildesheim (yes, really) and he was phoning (always yelling and shouting) in the evenings for hours and hours till 2am. Of course, on the next day, he is sleeping until 12am. By the way, he was always drinkin' a lot of beer and gin.
    Just before I write this, we go through the kettles and feed two little sheep without mother. It is a bit weird to see that. Michael grabbed one of them, hold it between his knees and just put a thin tube in its mouth (about 30cm!). Then he pumped about half a litre of milk into this little sheep and let it go. Well, now going to the other sheep and to the cows, just for control and to look if there is a birth is coming tonight. Doesn't seem so. Tomorrow we meet at 10 o'clock in the morning... good night.


    Heute habe ich also englisch geschrieben, vermutlich mit einigen grammatikalistischten Lücken
    Der Tag fing eigentlich recht unspektakulär an. Es gab Frühstück mit Simón und Babs. Sie verlässt uns dann um in der Bibliothek zu lernen. Simon und ich gehen nochmal zu Baddens Pub um ein paar Fotos zu machen. Es regnet und dazu strahlender Sonnenschein...
    Danach begeben wir uns zum Victoria Centre um ein bewölktes Panorama zu geniessen. Man muss nur einige Stufen nach oben gehen und unter einer Glaskuppel hat man einen guten Ausblick über Belfast. Danach macht sich Simon auf den Weg zum Hostel und eine Sachen zu holen und zum Flughafen zu gehen. Ich derweil schlendere zum Botanic Garden um noch durch ein feucht-warmes Tropenhaus zu kriechen und einige exotische Blüten zu entdecken. Nachdem ich dann das Ticket nach Bellamena gekauft habe geht’s zurück ins Hostel.
    Was ich nun schreibe, kann ich selbst fast nicht ganz glauben... eben noch (mal wieder) Babs getroffen, (mal wieder) verabschiedet und dann ab zur Bushaltestelle. Der Bus fährt 19:50 ab und kommt 20:50 Bellamena an. Etwa 10 Minuten später taucht Michael auf und wir fahren zu seiner Farm in der Nähe von Newtown-Crommelin.
    Er ist ein sehr netter Kerl und stellt erstmal eine Menge Fragen (man beachte: weder nach Erfahrung noch Bildung) zu meiner Familie, ob ich Geschwister habe usw. Auf seiner Farm hat er Schafe und Kühe. Die Lammzeit ist allerdings schon vorbei und so gibt’s erstmal nicht so viel zu tun.
    Allerdings bin ich schon sehr froh,wenn ich einfach ein paar Tage dort bleiben kann um ihm zu helfen. Geld sollte nicht das Problem sein, obwohl ich mit Michael noch nicht darüber gesprochen habe. Noch habe ich eine kleine Reserve dabei, die letzten 4 Tage habe ich für Unterkunft, Essen, Sightseeing und Pub gerade knapp 100 Pfund Sterling ausgegeben.
    Als wir auf der Farm ankommen, gibts erstmal ein paar Kartoffeln mit Fischstäbchen und ich erzähle, was ich eigentlich so vorhabe hier in Irland und was ich studiere. Michael erzählt mir von einem Kerl, der bei ihm noch vor einigen Monate gearbeitet hat und direkt bei Hildesheim wohnt (wer mag das wohl sein?). Der soll abends immer stundenlang telefoniert haben und dabei sehr laut gewesen sein. Dies dann bis 2 Uhr nachts und erst mittags um 12 Aufstehen... Außerdem trank er pausenlos Bier und Gin ohne dabei auch nur ansatzweise betrunken zu sein.
    Gerade, bevor ich diesen Text hier schreibe, geht’s nochmal zu den Lämmern, zwei haben keine Mutter und müssen gefütter werden. Das ist allerdings nicht so niedlich, wie man sich das so vorstellt (Flasche geben usw). Michael schnappt sich das Lamm, steckt ihm einen ca. 30cm langen Schlauch ins Maul und spritzt dann etwa ½ Liter Milch hinein. Dann geht’s noch zu den anderen Schafen und Kühen, nur zur Kontrolle.
    Morgen treffen wir uns also so gegen 10 Uhr. Gute Nacht.

    22/04/09 – Day 6

    I slept in a very nice bed this night, far better that in the hostel. About 09:30 I get up and have a short breakfast. A guy with a tractor is collecting the stuff from the cows (I have to ask Michael for the right word) and spread it around in the landscape. That was a really heavy smell in the nose. I guess it needs just a bit more to taste it...
    Cleaning and feeding the cows and sheep now. There is a very old feller helping with the cleaning. He seems to be a bit deaf and so seem I. I do not understand a word he was talking. Strange accent.
    After feeding the sheep on the farm we drive with the car to other sheep. Now it is time for a little rest. We eat some soup with bread and Tea Fingers with the tea. I have to confess, that I am now really addicted to tea
    Maybe a few words more about the farm and the surrounding: about 10 miles away from Ballymena, there is a little village called Newtown-Crommelin. Right below that village is Michaels farm. The surrounding is very nice with smooth hills and little streets.
    I thought I could write a lot for this day, but we really didn't work much, then waiting and working a bit more.
    In the evening we fed the cows again and then ourselves. Potatoes with Beans and Meatballs *mjam*


    Ich habe diese Nacht wirklich sehr gut geschlafen, so ein breites Bett hatte ich schon lange nicht mehr. Etwa halb 10 stehe ich auf und nehme ein kleines Frühstück zu mir. Ein Typ mit Güllewagen steht vor den Ställen und pumpt die Gülle ab, die wird dann auch gleich rundums Grundstück verteilt. Man kann sich vorstellen, dass nur eine Prise mehr notwendig ist, um den Geruch zu schmecken.
    Ausmisten und Füttern der Kühe und Schafe. Ein sehr alter Farmer hilft dabei. Er scheint etwas taub zu sein und denkt bestimmt das gleiche von mir. Ich habe kein Wort verstanden. Schwerer Akzent.
    Jetzt fahren wir noch durch die Umgebung um die anderen Schafe zu füttern. Dann ist es aber zeit für eine kleine Mahlzeit und Tee. Ich muss zugeben, ich bin süchtig nach Tee
    Vielleicht noch etwas zur Farm und der Umgebung: etwa 10 Meilen von Bellamena entfernt ist ein kleines Dorf namens Newtown-Crommelin. Direkt daneben befindet sich Michaels Farm. Die Landschaft ist sehr schön, grün, leichte Hügel und kleine Straßen.
    Mehr gibt’s für heute eigentlich nicht zu berichten, ein wenig Arbeit und immer warten zwischendurch.
    Am Abend gibt’s wieder Futter für die Viecher und dann für uns. Kartoffeln mit Bohnen und Mettbällchen. *mjam*

    Irische Grüße von
    Dorian

  10. Ir(r)log 2009 Beitrag #10
    HerrKaffeetrinken
    23/04/09 – Tag 7

    Für heute gibt es wirklich nichts spannendes zu berichten. Vielleicht, dass ich den alten Kumpel von Michael etwas besser verstehe. Ansonsten nur die normalen Arbeiten und frühes Abendessen.


    24/04/09 – Tag 8

    10:10, das ist schon reichlich spät, trotzdem bleibt Michael ganz entspannt, die neue Silage soll gleich kommen. Der Treckerfahrer hats leider nicht so drauf. Erst wird die Silage vor der Scheune und nicht darin abgeladen und zu guter Letzt reißt er auch noch ein Stück vom Tor heraus.
    Als nächstes werden einige Lämmer geimpft und markiert, dann noch schnell die Schwänze gestutzt. Sie scheinen davon aber nicht viel zu merken, obwohl reichlich Blut fließt. Dann soll ich ein dickes Mutterschaf festhalten Dieses springt erstmal über ein Tor (das traut man den Dingern gar nicht zu), dann bekomme ich es doch irgendwie zu packen.
    Als wir fertig sind und Joe (hilft beim Füttern) hinten bei den Ställen ist, sehen wir plötzlich eine Horde Kühe auf dem Hof herumstreunen, Joe hat doch glatt ein Tor aufgelassen... Das Vieh verteilt sich relativ schnell auf dem Feldweg und in der Scheune mit dem Futter. Eine Kuh dreht regelrecht durch und wälzt sich in der Silage. So viel zu dem Spruch: „Da könnte ich mich reinsetzen“
    Relativ schnell sind die Kühe wieder in ihrem Auslauf. Nun noch schnell einen Auslauf mit dem Scraper auskratzen und dann geht’s in die Wanne. Kurz vor 5 fahren wir los um die Schafe zu füttern und mich in Cargan abzusetzen. Dort bringt mich ein Bus nach Bellamena und von dort aus geht’s nach Belfast. Leider ist das Linen House ausgebucht, deshalb muss ich quer durch Belfast um mich im offiziellen Youth Hostel einzuchecken. Kostet 12 Pfund das 4-Bett-Zimmer und im Klo geht das Licht nicht. Da ist mir das Linen House deutlich sympathischer. Deshalb sitze ich jetzt hier und schreibe.
    Danach geht’s also in den Pub, Babs schlägt einen anderen vor, letzten Endes landen wir aber doch in Maddens Bar. Leider wird mir im Laufe des Abends mein Portemonnaie gestohlen, das ist natürlich ärgerlich, zumal dort auch mein Reisegeld drin war. Dementsprechend deprimiert geht’s also zum Hostel. Dort erfahre ich dann gleich, dass mein Rucksack nicht mehr da ist. Dort ist zum Beispiel mein Laptop drinne... Leider kann ich heute nichts mehr unternehmen und muss erstmal darüber schlafen.

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