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Die Wilde 13 am Kerry Way

  1. Die Wilde 13 am Kerry Way Beitrag #1
    sunflower123

    Die Wilde 13 am Kerry Way

    Hallo zusammen!!!
    Wie ihr seht, sind wir wieder wohlbehalten heimgekehrt und nun kommt wie versprochen mein Reisebericht.
    Für alle, die mich nicht mehr kennen: Es gab da mal eine Leiterrunde eines bayerischen Pfadfinderstammes, die beschloss, ihre Rover (15-21 Jahre) und Leiter einzupacken und zu Fuß den Südteil des Kerry Way zu besuchen.

    Am 16.3. kamen wir wohlbehalten in Dublin an und fuhren gleich mit dem Zug weiter nach Cork. Dort blieben wir is zum 18.3. und feierten den St. Patrick's Day. Geschlafen haben wir im Bru Bar & Hostel (das Hostel an sich war ganz nett, nur im Bad hatten wir einen wunderbar wuchernden Schimmelpilz an Wand und Decke )

    Am 18. dann fuhren wir mit dem Bus nach Killarney. Eine wunderschöne Stadt
    Besonders beeindruckt hat uns die Kathedrale. Um kurz vor 6 am nächsten Morgen standen wir auf, um den Bus nach Kenmare zu nehmen und endlich mit unsrer Wanderung loszulegen.
    Bei strahlendem Sonnenschein befüllten wir unsere Wasserflaschen und marschierten los. Bald wurden die Hosen abgezippt und die Ärmel hochgekrämpelt, weil es so schön warm war.
    Es ging los über Weiden und Hügel, immer den gut beschilderten Kerry Way entlang. Die Weisen waren zum Teil sehr matschig, so dass unsere Schuhe gleich auf ihre Wasserfestigkeit geprüft wurden (alle haben bestanden ). Ein paar Kilometer vor der Blackwater Bridge schlugen wir im Wald an der Steilküste unsere Zelte auf und begannen zu kochen. Von den vorbeikommenden Wanderern und Joggern wurden wir freundlich begrüßt und alle wünschten uns viel Spaß auf unserem weitern Weg.
    Der nächste Tag begann etwas bewölkt und so bauten wir schnell unsere Zelte ab und weiter ging es an der Küste entlang richtung Blackwater.
    Dann fing es zu nieseln an. Wir hüllten uns in Ponchos und Gamaschen und zogen weiter. Bei einer kleinen Kirche konnten wir unsere bereits zur Neige gegangenen Wasservorräte wieder auffüllen und kochten im Windschatten dieser Kirche unser Mittagessen. Der anwesende Messner lachte nur ungläubig, als wir ihn fragten, ob wir hier unseren Lunch kochen dürften und wünschte uns noch viel Spaß und guten Appetit.
    Das Wetter wurde zunehmend schlechter und so trafen wir bei stümischen Regenwetter in Sneem ein. In den winzigen Shops füllten wir unsere Essenvorräte wieder auf und marschierten weiter, um einen Platz für die Nacht zu suchen.
    Diesen fanden wir außerhalb von Sneem auf einer kleinen Weide, wo der Boden nicht so sumpfig erschien. In einer kurzen Regenpause wurden die Zelte aufgebaut und um 8 Uhr lagen wir alle im Schlafsack.
    Die Nacht war die Hölle. Der Wind peitschte gegen die Zeltwände und wenn es nicht stürmte, ging ein Regenschauer nach dem anderen nieder. Wir haben in dieser Nacht alle nicht wirklich geschlafen. Die Zelte haben gehalten und wir sind fast alle trocken aus den Schlafsäcken gekrochen.

  2. Die Wilde 13 am Kerry Way Beitrag #2
    sunflower123

    13 am Kerry Way 2. Teil

    Unser nächstes Ziel war Staigue Fort.
    Das Wetter zeigt sich etwas freundlicher und so marschierten wir, reichlich übermüdet, weiter über Weiden und Wiesen. Die Landschaft war trotz des Wetters großartig.
    Am frühen Nachmittag erreichten wir das Fort. Unsere Wasservorräte hatten wir bei einem Bauernhof aufgefüllt (wir sind uns bis heute nicht einig, ob das, was der Bauer uns da gegeben hat wirklich Trinkwasser war, denn der Geschmack war schon extrem "erdig" )
    Da wir alle nach dieser Nacht und der anstrengenden Tour extrem fertig waren, beschlossen wir, im Windschatten des Forts unser Lager aufzuschlagen. Großer Vorteil an diesem Platz war der Toilettenwagen , der geöffnet war, obwohl alle anderen Häuser um das Fort leer standen (bis auf die Schafställe natürlich).
    Für die Touristen, die das Fort besichtigten waren wir auf alle Fälle eine größere Attraktion als das Fort. Nach vielen "Look Scouts! How are you? Good luck!!!" krochen wir in die Schlafsäcke. In dieser Nacht stürmte es wieder sehr heftig, aber das Fort hat uns gut beschützt und so hatten wir einen relativ guten Schlaf. Um ca. 2 Uhr in der Nacht wurden wir von den Stimmen zweier gut angetrunkener Jungs geweckt "Look tents!!! Hihihi!!!!!" (Wer bitte kommt auf die Idee mitten in der Nacht stockbesoffen zum Fort zu fahren und dort bei der Kälte weiterzusaufen?????? ). Dei zwei sind dann bald weider verschwunden.
    Von Staigue Fort aus marschiereten wir bei schönem, aber windigem Wetter weiter nach Caherdaniel. Der Ausblick aufs Meer war gigantisch, die Landschaft wunderschön.
    In Caherdaniel angekommen mussten wir feststellen, dass es dort nur einen winzigen Tante-Emma-Laden gab, in dem wir unsre Vorräte aufstocken konnten. Eigentlich wollten wir uns nun auf die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz machen bzw. noch ein paar Kilometer richtung Waterville, dem Ziel unsrer Reise zurücklegen, aber einer aus unserer Gruppe hatte heftige Probleme mit einer alten Verletzung und konnte keinen Schritt mehr weitergehen. So entschieden wir, irgendwie nach Waterville oder Killarney zu kommen und dort dann weiterzusehen.

    Mit Hilfe der freundlichen Tankstellenbesitzerin (Danke nochmal!!!) organisierten wir einen Minibus, der uns nach Waterville brachte und uns dort ein B&B besorgte, da das Hostel noch geschlossen war (Danke Seano!!!!! Trink ein Guinness auf uns ) den Tag in Waterville genossen wir sehr. Wir saßen am Strand und freuten uns auf die kuscheligen Betten im B&B (wegen uns wurde extra die Oma aus ihrem Zimmer geworfen -sorry- ).
    Seano war auch so lieb uns am nächsten Tag weiter nach Killarney zu fahren, wo wir dann die nächsten 2 Tage verbrachten.

    Den letzten Tag schliefen wir wieder im Bru in Cork, wo wir von unserem Pilz schon sehnsüchtig erwartet wurden und fuhren um 5 in der früh zum Flughafen.

    Fazit:
    Es war eine tolle Reise, eine tolle Erfahrung (auch Selbsterfahrung), die Landschaft war grandios. Das Wetter war so wie wir es erwartet hatten, die 2 Tage Regen hätten uns im Sommer auch passieren können.

    Allerdings würde ich diesen Trip mit 13 Leuten nicht mehr in dieser Form machen. Man ist zu unflexibel und muss wahnsinnig viel Essen und Wasser schleppen.

    Alles in Allem kann ich jedem nur empfehlen, den Kerry Way zu Fuß zurückzulegen. Man sieht die Landschaft mit ganz anderen Augen und kommt auch an viel schönere Plätze, die man mit dem Auto nicht erreichen kann. Ich würde es jederzeit wieder machen (vielleicht nicht im März, weil es außerhalb der Saison ist und vieles einfach noch nicht geöffnet ist).
    Aber eins kann ich sicher sagen: Irland, du hast mich nicht zu letzten mal gesehen

    So das war mein (zugegeben etwas langer) Reisebericht.
    Schöne Grüße

    sunflower

    PS: Nochmal danke an alle, die mich bei der Planung der Reise mit ihren Tips unterstützt haben.

  3. Die Wilde 13 am Kerry Way Beitrag #3
    Dairbhre
    Avatar von Dairbhre
    Hallo sunflower,

    ich habe mit viel Spass deinen Reisebericht gelesen.
    Schade, dass euch er Regen erwischt hat, obwohl das Wetter in der Woche nicht so schlecht war, es war nur ungewöhnlich kalt für März.
    Nachtfrost bei -3°.

    Ich habe auch an anderer Stelle schon bemerkt, dass nur sehr wenig los war, obwohl es die Osterferien waren.
    Sonst ist Mitte März viel mehr los und und warm genug, um am Strand barfuss zu laufen.

    Die Route in umgekehrter Richtung über Glenbeigh ist für die Versorgung bedeutend günstiger. Ich perönlich finde ihn auch landschaftlich attraktiver.
    Dort ist auch der Weg nicht sooooo nass, bzw. ein paar Ausweichmöglichkeiten und Abkürzungen möglich.

    Drück dir die Daumen, dass du auch noch den Rest (ca. 130km)des Weges bei Sonne und höheren Temperaturen kennen lernen kannst. Muss ja nicht am Stück sein.

    lg

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