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  1. Kindererziehung heute und damals? #1
    snorre

    Kindererziehung heute und damals?

    Nein ich komme nicht in die Midlifecrisis.

    Aber ich denke hin und wieder darüber nach wie es damals war, als wir noch Kinder waren und wie es heute ist.

    Genau genommen möchte ich mit keinem Kind von heute tauschen. Ich habe beide Länder, Deutschland und Irland erleben dürfen.

    Mittlerweile entsteht der Eindruck, das gerade in Irland bedingt durch den "Nachholbedarf" am Komerz und Konsum die doch ursprünglich intakten Familienbande immer mehr leiden und die Kinder mehr in Richtung Schlüsselkinder betreut durch Nintendos, Fernsehen und sonstige Ersatzbetreuung abdriften.

    Wie seht Ihr das?

    War nicht hier und da das blaue Auge und der gebrochene Arm besser als die soziale Isoliertheit im Konsumdschungel?

    Gruss
    Snorre

  2. Kindererziehung heute und damals? #2
    TAFKAD
    Ich glaube das kommt darauf an wo man wohnt (bzw auch auf die Kinder an), meine neffen und Nichten haben zwar alle Nintendos, Playstations TV o.Ä., sind aber trotzdem viel lieber drausen und spielen mit ihre Matbox Autos, Fußbälle, Springzeile etc... Aber dort wo ich aufgewachsen bin, sieht man nicht mehr so viele Kinder spielen wie früher (zugegeben, es sind ja nicht mehr all so viel da, die meisten in meinem Alter sind längst ausgezogen und haben woanders selber eine Familie gegründet) aber man merkt schon, dass die Kinder bedeutend weniger Fantasie haben und richtige "couch potatoes" geworden sind, Aber , ob's nur die Kinder so sind...? ... Ich würde behaupten mindestens 50% der Väter haben die Kinder ein Playstation gekauft und spieln häufiger damit als die Kinder selbst

  3. Kindererziehung heute und damals? #3
    snorre
    @ dianne

    ja da gebe ich dir recht. Es ist ja viel bequemer die Verantwortung für die Beschäftigung der Kinder einem technischen Gerät zu übergeben, als sich selbst zu bemühen.

    Frei nach dem Motto, mach den Fernseher an und lass mich in Ruhe.

    Mir fällt eben auf, das der Umgang der Kinder untereinander wesentlich rauher ist als früher. Konflikte werden kaum noch gelöst, man neigt eher dazu sich ein wenig auf die Mütze zu hauen. Fast ein Gangverhalten.

    Früher gab es auch Konflikte, aber da wurde es geklärt und dann war es gut. Denke das früher auch die sozialen Bindungen stärker waren als heute.

    Gruss
    Snorre

  4. Kindererziehung heute und damals? #4
    TAFKAD
    Ich bin aber auch sehr froh, dass ich jetzt kein Kind bin meine Kindheit war so schön, ich weiß nicht, ob Kinder heutzutage so selig sind wie ich damals war (Oh Gott! ich rede wie meine Eltern/Großeltern/Urgroßeltern.... "früher war alles besser" )


    Dianne

  5. Kindererziehung heute und damals? #5
    Mollycoddle
    Unsere Generation kannte nur zwei Fernsehsender, deren Programme erst spät nachmittags begannen. Werbung lief erst nach 18:00, und Kinder waren noch nicht als primäre Zielgruppe entdeckt.
    Merchandising war nicht nur ein Anglizismus, sondern auch noch weitgehend unerforschtes Gebiet.
    Japanische Produkte waren per se 'Schrott' und nicht Kult.
    Unsere Mütter waren in der Regel nicht berufstätig, sondern hatten mit Haushalt und Kindererziehung ausreichend Beschäftigung.
    Die meisten Familien hatten mindestens zwei Kinder. Somit wuchsen wir in einer Konkurrenzsituation auf, die uns schon in der Familie das entsprechende soziale Verhalten mitlieferte.
    Vor unseren Eltern und Lehrern hatten wir Respekt; nicht aus Furcht, sondern einfach aus Achtung der anderen Person.

    Hat jemand Lust die Liste weiter zu führen?

  6. Kindererziehung heute und damals? #6
    TAFKAD
    Zitat Zitat von Mollycoddle
    Die meisten Familien hatten mindestens zwei Kinder.
    In unsere waren's (bzw ist) sechs!

    Dianne

  7. Kindererziehung heute und damals? #7
    helen
    Hallo Mollycoddle,

    ich weiss jetzt nicht, wie alt Du bist, das mit dem Fernsehprogramm deckt sich mit meinen Erfahrungen als Teenager.
    Und schon damals gab es Unterschiede, wie auch heute. Andere Unterschiede eben.
    Vor unseren Eltern und Lehrern hatten wir Respekt; nicht aus Furcht, sondern einfach aus Achtung der anderen Person.
    Aber das stimmt für mich so nicht. Dieses Wort war immer eine Einbahnstrasse, im Sinne:" Du hast Respekt zu haben".
    Ob mit Furcht oder aus Achtung, es beruht auf Gegenseitigkeit.
    MfG
    Helen

  8. Kindererziehung heute und damals? #8
    Mollycoddle
    Hi Helen,

    tatsächlich hatten wir Respekt vor Älteren. Leider war das seltener auf Gegenseitigkeit. Ich denke, daß die Kinder und Jugendlichen der heutigen Zeit von unserer Seite aus mehr respektiert werden.

  9. Kindererziehung heute und damals? #9
    TAFKAD
    Zitat Zitat von Mollycoddle
    ...tatsächlich hatten wir Respekt vor Älteren. Leider war das seltener auf Gegenseitigkeit.
    Wann bist du in die Schule gegangen? Bei uns gab es in die Schule gegenseitige Respekt zw. Schule und Lehrer.

    Dianne

  10. Kindererziehung heute und damals? #10
    Inge Binge
    Fuer uns Kinder der 70er, die wir die 70er (und damit unsere Kindheit vermissen) hier ein Link: Klick mich!

    =========================================
    Und der Text kursiert auch schon lange im Internet:

    Wenn du als Kind in den 50er, 60er oder 70 Jahren lebtest, ist es zurückblickend kaum zu glauben, dass wir so lange überleben konnten!
    Wir haben es tatsächlich geschafft. Kaum zu glauben, aber es ist so.

    Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft, speziell was der Gesetzgeber und die Bürokraten, die Medien und die Informationsgesellschaft uns täglich vorbeten und verbieten, müssten wir alle, die in den Sechzigern bis Anfang der Achtziger aufgewachsen sind, längst tot sein.

    Unsere Kinderbetten waren mit bleihaltigen Farben bemalt und Formaldehyd sickerte aus jeder Pore. Ganz zu schweigen vom Tapetenleim, dem Kleber, des Linoleums oder den PVC-Dämpfen des Stragula. Wasserfeste Filzstifte hatten Ausdünstungen die benebelten und wer erinnert sich noch an den leicht salzigen Geschmack des abzuleckenden Tintenkillers?

    Steckdosen, Medizinflaschen, Schranktüren und Schubladen waren noch nicht kindersicher. Messer, Schere, Gabel und Licht wurden uns zwar verboten, aber meistens mussten wir uns erst einmal daran verletzten um es zu glauben.

    Unsere Fahrräder, Roller und Rollschuhe fuhren wir ohne Schützer und Helme.

    Die Risiken per Anhalter in den nächsten Ort zu fahren waren uns unbekannt!
    Zum Thema Auto erinnere ich mich weder an einen Sicherheitsgurt, noch an Airbags, ABS oder ähnliche Sicherheitsvorrichtungen im Wagen meines Vaters. Man saß zwar hinten, aber an einem heißen Sommertag gab es doch nichts schöneres als seinen Kopf aus dem Fenster (das man damals noch komplett runterkurbeln konnte) es fahrenden Autos zu stecken und sich den Fahrtwind ins Gesicht blasen zu lassen, dass man kaum noch Luft bekam.

    Wasser haben wir direkt aus dem Gartenschlauch getrunken und nicht aus einer Flasche. Wahnsinn!

    Wir aßen fettige Schmalznudeln und frischgebackenes Brot mit fingerdick Butter drauf, dazu gab es überzuckerte Limonaden oder künstlich gefärbtes Tri Top. Fett geworden sind wir deswegen nie, weil wir immer draußen waren.

    Wir haben zu fünft aus einer Limoflasche getrunken und es ist tatsächlich keiner daran gestorben.

    Wir haben stunden- und tagelang an Seifenkisten oder ähnlichen Gefährten geschraubt, die wir aus rostigem Schrott und splitterigem Holz konstruiert hatten. Dann sind wir den Hügel damit runtergebrettert nur um festzustellen, dass wir die Bremsen vergessen hatten. Nachdem wir ein paar Mal in der Böschung gelandet waren, haben wir gelernt auch dieses Problem zu lösen.

    Wir gingen in der Früh raus und haben den ganzen Tag gespielt, höchstens unterbrochen von Essenspausen und kamen erst wieder rein, als es dunkel wurde und man den Fußball nicht mehr richtig sehen konnte.

    Wir waren nicht zu erreichen. Keine Handys!

    Wenn es regnete spielten wir bei Freunden Monopoly oder Mensch ärgere dich nicht, Mühle oder Dame und bauten mit Matchbox Autos ganze Städte auf. Wir hatten weder Playstations oder Nintendo, X-Boxen oder Videospiele, keine PCs, keine 50 Fernsehkanäle oder Surround Anlagen.

    Ins Kino zu gehen war ein Ereignis, für das man sich herausputzte und das einem vor Vorfreude den Magen kribbeln ließ. Es gab noch Vorfilme, die immer eine Überraschung waren, weil keiner wusste was zu erwarten war und wenn zufällig ein Donald Duck oder Micky Maus Film dabei war, hatte man das ganz große Los gezogen.

    Wir hatten Freunde! Wir gingen raus und haben uns diese Freunde gesucht.

    Wir haben Fußball gespielt mit allem was sich kicken ließ und wenn einer einen echten Lederball hatte war er der King und durfte immer mitspielen, egal wie schlecht er war. Um im Verein mitspielen zu dürfen gab es Aufnahmeprüfungen, die nicht jeder bestanden hat. Wer es nicht geschafft hat, lernte mit der Enttäuschung umzugehen.
    Wir spielten Völkerball bis zum Umfallen und manchmal tat es weh, wenn man abgeworfen wurde.

    Wir sind von Bäumen und Mauern gestürzt, haben uns geschnitten, aufgeschürft und haben uns Knochen gebrochen und Zähne ausgeschlagen.

    Wir hatten Unfälle! Es waren einfach Unfälle an denen wir Schuld waren. Es gab niemanden, den man dafür verantwortlich halten konnte und vielleicht sogar noch vor den Kadi zerrte. Wer erinnert sich noch an Unfälle?

    Unsere Knie und Knöchel waren von Frühjahr bis Herbst lädiert und ein Schienbein ohne blaue Flecke gab es nicht. Wenn wir uns an Brennnesseln gebrannt haben, oder uns eine Mücke gestochen hatte, haben wir entweder drauf gespuckt, oder den Nachbars Hund drüber lecken lassen oder drauf gepinkelt. Geholfen hat alles.

    Wir haben gestritten und gerauft, uns gegenseitig grün und blau geprügelt und gelernt damit zu leben und darüber weg zu kommen.

    Wir haben Spiele erfunden mit Stöcken und Bällen, haben mit Ästen gefochten und Würmer gegessen. Und obwohl es uns immer wieder prophezeit wurde, haben wir kaum ein Auge ausgestochen und die Würmer haben auch nicht in uns überlebt.

    Wir sind zu einem Freund geradelt, haben an der Tür geläutet und sind dort geblieben nur um mit ihm zu reden.

    Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere, also haben sie eine Klasse wiederholt. Sie sind nicht durchgefallen, sondern wurden von den Lehrern einfach zurückgestuft. Zensuren bei Proben wurden nie manipuliert, egal aus was für Gründen.

    Wir waren für unsere Aktionen selbst verantwortlich. Konsequenzen waren immer zu erwarten, wenn wir ******e gebaut hatten. Der Gedanke, dass ein Elternteil uns rausklopft wenn wir mit dem Gesetz in Konflikt geraten waren, war undenkbar. Im Gegenteil, die Eltern stellten sich auf die Seite des Gesetzes. Stellen Sie sich das einmal vor!

    Unsere Generation hat einige der größten Enterpreneure und Erfinder hervorgebracht. Die letzten 50 Jahre waren eine wahre Explosion an Innovationen und Ideen. Wir hatten Freiheit und Zwang, Erfolg und Misserfolg. Verantwortung und Konsequenz. Und wir haben gelernt damit umzugehen.

    Erinnere Dich daran, wie Du aufgewachsen bist und Du wirst sehen, was unseren Kindern heute fehlt.
    Als die Eltern einmal ein Auge zudrückten, anstatt die Kinder mit übergroßer Vorsicht zu erdrücken.

    Unsere Eltern trauten uns zu die richtigen Entscheidungen zu treffen. Meistens hat es geklappt. Die paar Mal, die daneben gingen zählen wir zu unseren Lebenserfahrungen.

    Und Du gehörst auch dazu. Herzlichen Glückwunsch!

    =========================================

    Jaja, frueher war eben alles besser! damals hat noch Zucht und Ordnung geherrscht! Also, schau Dir doch mal die Jugend von heute an!

    Inge Binge

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